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Lernarrangement Vorgangsbeschreibungen

Für das Grundschullernportal der ZUM habe ich versucht, meine fast abgeschlossene Reihe zu den Vorgangsbeschreibungen einmal als Lernarrangement darzustellen. Dabei wollte ich nicht nur bloß das gesammelte Material darstellen, sondern vor allem auch die dahinterstehende Idee und Verknüpfungen zu den Bildungsstandards der KMK herstellen (eigentlich wären Verbindungen zu den Kernlehrplänen hilfreicher, aber da es in Deutschland 16 verschiedene Lehrpläne gibt, erschienen mir die Bildungsstandards ein geeigneterer Anker).

Die entstandene Seite findet sich hier: http://grundschullernportal.zum.de/wiki/Vorgangsbeschreibung Sie darf gerne überarbeitet, ergänzt und diskutiert werden!

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Ein kurzer Bericht zum Schulwiki

In der fernen Vergangenheit habe schon einige wenige Artikel zu unserem Schulwiki geschrieben, in letzter Zeit ist es jedoch ein bisschen ruhiger um das Projekt geworden. Dies soll jedoch nicht bedeuten, dass das Projekt eingeschlafen oder gar gestorben ist. Vielmehr läuft es einfach: alle wichtigen Konzepte sind integriert, hin und wieder werden Ergänzungen vorgenommen und die Kollegen finden Material und Unterlagen zumeist selbständig (manchmal mit dem kleinen Hinweis, dass das Dokument XY doch im Wiki verlinkt ist).

Nun ist es aber Zeit für eine kleine Erweiterung des Wiki-Konzepts, da die QA an unsere Schule kommen wird. Maßgebliche Grundlage für die Arbeit der QA ist das Qualitätstableau NRW. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von 151 Qualitätskriterien in aus 6 Bereichen, eingruppiert in 26 Aspekte. (Anmerkung des Autors: Wieso es in NRW dann zusätzlich noch den Referenzrahmen Schulqualität gibt, der sich zwar in Teilen überschneidet, aber auch Unterschiede aufweist, hat sich mir bisher nicht erschlossen). Nicht alle der Kriterien werden überprüft, jedoch sind immerhin 38 Kriterien sogenannte Pflichtkriterien.

Wichtigste Frage ist dementsprechend nun: Welche Kriterien erfüllen wir und in welcher Ausprägung tun wir dies? Hier kann das Schulwiki eine wichtige Unterstützung sein, denn dort sind (im besten Fall) alle Konzepte, Curricula und sonstige Absprachen und Festlegungen gesammelt. Sie lassen sich auf diese Weise einfach mit Qualitätstableau verknüpfen. So lässt sich dann ermitteln, in welchem Bereich noch Entwicklungspotential vorhanden ist.

SchulWiki-QA1Ich habe aus diesem Grund das gesamte Qualitätstableau in einer Wikiseite dargestellt. Die verschiedenen Bereiche habe ich farblich differenziert dargestellt, ebenso werden Pflichtkriterien optisch hervorgehoben. Innerhalb eines jeden Kastens kann für einen ersten Blick notiert werden, in welcher Weise die eigene Schule dieses Kriterium in ihrer Arbeit berücksichtigt/umsetzt. Über ein kleines Icon kann zudem deutlich gemacht werden, dass derzeit ein Entwicklungsprozess bezogen auf das Kriterium stattfindet.

SchulWiki-QA2Ferner habe ich zu jedem Kriterium eine Detailseite angelegt. Hier wird dann bezogen auf das QA-Kriterium dargestellt, welche Entsprechungen es im Referenzrahmen Schulqualität gibt. Dieser bietet nämlich über seine aufschließenden Aussagen weitere Anhaltspunkte, welche Aspekte und Fragestellungen das Kriterium umfassen kann. Darauf aufbauend ist auf der Detailseite dann ausführlicher dargestellt, welche Bausteine der eigenen Schul- und Unterrichtsentwicklung zu dem Kriterium zugeordnet werden können. Selbstredend sind entsprechende Verlinkungen zu den Konzepten, Curricula und Absprachen gesetzt.

Auf diese Weise kann ein schneller Überblick gelingen, wenn es um schulische Qualitätsentwicklung bzw. -sicherung geht. „Blinde Flecken“ können so ggf. schneller aufgespürt und verbessert werden.

Sollte Interesse bestehen, kann ich das Listing des Tableaus und der verwendeten Vorlagen gerne hier einstellen. Erstellt sind diese mit Mediawiki.

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Kurztipp: Bundesjugendspiele digital

Das derzeitige sommerliche Wetter läutet so langsam aber sicher auch wieder eine alte Tradition an den Schulen ein: die Bundesjugendspiele. Über das Für und Wider möchte an dieser Stelle nicht diskutieren, sondern euch einen kurzen (aber heißen) Tipp für die Durchführung geben. Das Familienministerium betreibt eine eigene Seite zu den Bundesjugendspielen. Dort kann man nicht nur alle Informationen und Dokumente zur Durchführung abrufen und Urkunden bestellen, sondern auch die Schülerdaten und -ergebnisse verwalten. Hierzu legt man sich ein kostenloses Nutzerprofil an, erstellt seine Klasse und den Wettkampf. Wichtig: man kann auch Fantasienamen und Abkürzungen wählen, um ggf. den Erfordernissen das Datenschutzes gerecht zu werden.

Der Clou ist nun: In den Appstores von Google und Apple findet man eine kostenlos App, die man mit dem erstellten Nutzerkonto synchronisieren kann. Während der Durchführung der Spiele kann man die Ergebnisse der Kinder direkt in die App seines Smartphones oder Tablets eintragen und dann auf das Portal übertragen. DIe Fummelei mit Klemmbrett und zig Wettkampfkarten entfällt. Man muss während der Eingabe der Ergebnisse nicht online sein, die Übertragung in das Portal kann auch im Nachhinein erfolgend. Die Berechnung der Gesamtpunktzahl und die Zuordnung zu den Urkunden geschieht dann völlig automatisch mit wenigen Mausklicks. Man spart sich auf diese Weise sehr viel Rechnerei und Nachblätterei. Zudem kann man sich auch diverse Auswertungen und Rankings erstellen lassen. Einmal eingetragene Schülerdaten lassen sich dann im nächsten Jahr erneut nutzen.

Ich habe die App selbst bei unserem Sportfest in der vorigen Woche genutzt und bin vollauf begeistert.

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Vorgangsbeschreibung und Video – mal anders

Eine Kleinigkeit zum Medieneinsatz in Bezug auf Vorgangsbeschreibungen möchte ich noch anbieten: Vorgangsbeschreibungen zu einem Video schreiben.

Typisch sind wohl folgende Settings, um mit den Kindern Vorgangsbeschreibungen zu schreiben:

  • die Kinder haben den Vorgang noch nie selbst durchgeführt und müssen sich alles selbst ausdenken (Fantasierezepte).
  • die Kinder müssen sich an den Vorgang der Erstellung erinnern. Dieser liegt schon einige Zeit zurück.
  • die Kinder sehen den Vorgang auf Bildern oder Zeichnungen (haben ihn aber im besten Fall auch schon einmal selbst durchgeführt), müssen diese Bilder interpretieren und aus dieser Interpretation eine Vorgangsbeschreibung erstellen.
  • die Kinder schauen bei der Durchführung des Vorgangs durch eine andere Person zu, stellen ggf. Nachfragen und schreiben dann auf Grundlage ihrer Beobachtungen eine Vorgangsbeschreibung.
  • die Kinder führen den Vorgang selbst durch (kochen ein Gericht oder basteln einen Gegenstand) und erstellen im Anschluss die Vorgangsbeschreibung.

Alle genannten Vorgehensweisen haben mit Sicherheit ihre Vor- und Nachteile. Gerade für schwache Schreiber ist es wohl am hilfreichsten, wenn sie die Einzelschritte der Zubereitung selbst durchführen mussten. Sie müssen dann nur (die Erinnerung an) eine konkrete Handlung in verbale Beschreibung überführen und aufschreiben.

Da ich gerne mit digitalen Medien im Unterricht experimentiere, wollte ich ich den oben genannten Vorgehensweisen eine weitere hinzufügen:

Ich habe ein tonloses Erklärvideo gedreht, in dem ich einen Tee zubereite. Tonlos, damit die Kinder nicht einfach bloß meine Formulierungen übernehmen. Tee, damit die Kinder sich bei der sehr einfachen Tätigkeit auch einmal bewusst auf alle Details konzentrieren können. Auf diese Weise kann man dann sehr schön reflektieren, welche Informationen in einem guten Rezept sinnvoll sind und welche man nicht zwingend aufschreiben muss (Adressatenorientierung).

Das Video habe ich zuerst zweimal mit allen Kindern an der Tafel angeschaut. Danach konnten die Kinder mit dem Schreiben der Vorgangsbeschreibung beginnen. Hatten Kinder während des Schreibvorgangs Schwierigkeiten sich an die Details zu erinnern, dann konnte ich ihnen eines meiner drei Tablets auf ihrenTisch geben, so dass sie das Video erneut anschauen konnten. Optimal wäre natürlich jetzt, wenn man zumindest einen halben Klassensatz Tablets zur Verfügung hätte. Aber auch so erhielten die schwächeren Schreiber eine gute Unterstützung im Schreibprozess.

Das Video habe ich unter creativecommons-Lizenz bei Youtube hochgeladen, so dass es genutzt, aber auch bearbeitet werden darf. Zum Schreiben der Texte haben die Kinder ein vorstrukturiertes Schreibblatt und eine Kriterienliste zur Selbstkontrolle genutzt.

thumbnail of AB 3 – Vorstrukturiertes Schreibpapier thumbnail of AB 0 – Selbsteinschätzungsbogen

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Erklärvideos im Deutschunterricht der Grundschule

Da ich nun die Unterrichtseinheit zu den Erklärvideos selbst erprobt habe, möchte ich im folgenden Artikel meine Erfahrungen und Materialien teilen, um ein mögliches Szenario für (effektiven) Medieneinsatz in der Grundschule darzustellen. Die Einstiegsschwelle ist bei diesem Projekt relativ gering, da die Schule selbst nicht zwingend über eine gehobene Medienausstattung verfügen muss.

(Einen Link zu den Ergebnissen der Kinder gibt es am Ende des Beitrags).

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Vorgangsbeschreibungen 2.0

Aktuell stehen im Deutschunterricht Vorgangsbeschreibungen an. Neben Rezepten zählen hier natürlich Bastelanleitungen, aber ggf. auch Spielanleitungen zu möglichen Textprodukten.

Vorgangsbeschreibungen als Beitrag zum schriftlichen Sprachhandeln

Vorgangsbeschreibungen sind ein recht dankbares Thema für den Deutschunterricht, weil die Texte zum einen nicht besonders lang werden, zum anderen lässt sich die Qualität des Textproduktes sehr gut demonstrieren. Man macht einfach mal nach/vor, was die Lernenden aufs Papier gebracht haben. Oftmals merken diese dann sehr schnell, an welchen Stellen ihr Text noch Schwächen aufweist. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man vor der Textproduktion selbst tätig werden kann und den „Vorgang“ selbst durchführen kann. Die Planung des Textes verläuft also, im Gegensatz zu Fantasiegeschichten, nicht ausschließlich mental bzw. auf dem Papier, sondern gewissermaßen durch eigenes Handeln. Der Schwerpunkt der Textproduktion liegt dann nicht mehr auf der Generierung einer Schreibidee, sondern im vollständigen und folgerichtigen Erinnern und Aufschreiben der zuvor durchlaufenen Handlungsschritte.

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Rechtschreibkonferenzen

Für eine aktuelle Unterrichtsreihe habe ich mich heute auf die Suche nach Material zu Rechtschreibkonferenzen gemacht. Zuerst habe ich hierzu (natürlich) Tante google befragt. Dort fand ich jedoch in erster Linie den Verweis auf eine Konferenz aus dem Jahre 1901, in der eine gemeinsame Orthografie für den deutschsprachigen Raum festgelegt wurde. Das mag ein großer Meilenstein in der Geschichte der deutsche Sprache gewesen sein, traf aber nicht das, was ich suchte. Die Suche förderte zudem einige Konzepte und Schulprogramme zu Tage, die zwar alle brav darauf verwiesen, dass sie Rechtschreibkonferenzen durchführen, aber keine weitere Angaben dazu machten, wie sie durchgeführt werden. Von daher machte ich mir meine eigenen Gedanken:

Für mein Verständnis kann eine solche Rechtschreibkonferenz zwei Funktionen haben:

  1. einen (Schüler-)Text auf etwaige Fehler hin untersuchen und diese im besten Fall korrigieren.
  2. einen orthografisch korrekten Text auf besondere Schreibungen hin untersuchen und sich in einer Diskussion über die Begründung der Schreibung austauschen.

Ich war/bin auf der Suche nach Material zu Konferenzen nach dem zweiten Verständnis. Die erstgenannte Variante ist mit Sicherheit auch interessant, aber mit Sicherheit äußerst zeitintensiv. Ich könnte mir vorstellen, dass hier andere Methoden der orthografischen Überarbeitung effektiver sind.
Bei meiner weiteren Suche fand ich dann im letzten Heft der Reihe deutsch differenziert einen Artikel von Natalie Bors, die dort eine so verstandene Konferenz vorstellt. Dort arbeiten die Kinder mit einem vorgegeben Wortmaterial, welches sie Wort für Wort auf schwierige Stellen hin untersuchen. In einer gemeinsamen Diskussion werden dann Begründungen für die Schreibung notiert. Beim Wort Bäume beispielsweise wären B und äu die zu markierenden Stolperstellen. Das B kommt zustande, da es sich um ein Nomen handelt. Das äu kommt zustande, weil das Wort von Baum abgeleitet ist. (Anmerkung: es ist durchaus möglich, dass es sich hierbei um eine Idee von Beate Leßmann handelt. Sie ist zumindest in den Literaturangaben des Artikels benannt)

Das Ziel der Methode beschreibt Frau Bors folgendermaßen:

Der gegenseitige Austausch ist dabei ungemein wichtig, da jedes einzelne Kind nur so sein eigenes Gedankenrepertoire erweitern kann, um die Gedankengänge, die hier trainiert werden, später am eigenen Wortmaterial nutzen zu können. (deutsch differenziert 1/2016, S. 14)

Ich habe die Methode für die Zwecke meines Unterrichts abgewandelt. Der Konzeption unseres Sprachbuchs folgend sollen die Kinder die Konferenz auf Grundlage eines ganzen Lernwörtertextes durchführen. Zudem soll bei der Begründung Rückgriff die Symbole unserer Rechtschreibkonzeption genommen werden. Ich werde dies morgen einmal erproben. Ich bin gespannt, ob die Gruppen a) viele Stolperstellen erkennen und b) passende Begründungen für die Schreibung finden können. Für interessierte Lehrer*innen habe ich die Ablaufkarte mit dem Bild verlinkt.Rechtschreibkonferenz Lernwörtertext

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Fundstück: Kartei Rechtschreiben

Auf der #didacta16 habe ich beim vpm-Verlag eine interessante Kartei mit dem Titel „Rechtschreiben“ gefunden. Ich bin zwar sonst kein allzu großer Karteien-Fan, aber hier hat mich die inhaltliche Gestaltung überzeugt. Vorab eine Anmerkung: Ich habe diese Kartei selbst gekauft und ich schreibe diese Vorstellung freiwillig.

Die Kartei gliedert sich in 7 Bereiche: Arbeitstechniken, Rechtschreibhilfen, Rechtschreibstrategien, Zeichensetzung, Rechtschreibgespür, geübte Wörter und Selbsteinschätzung. Zu jedem Bereich stehen mehrere Karten zur Verfügung, insgesamt sind es 60 Stück.

Im Bereich Arbeitstechniken gibt es Übungen zum Lernwörtertraining, zu Abschreibtechniken und zum Fehlerfinden. Hierzu stehen insgesamt 8 strategieorientierte Tippkarten bereit, mit denen die Lernenden beim Fehlerfinden unterstützt werden, indem sie zum Beispiel zur Untersuchung der Vokallänge oder zur Anwendung der Ableitungsstrategie angeregt werden. Insgesamt stellen die Tippkarten mit Sicherheit ein sinnvolles Hilfsmittel dar, wenngleich ich meine Zweifel habe, ob alle Lernenden die Geduld aufbringen können, alle Wörter eines Textes mit allen 8 Karten zu prüfen.

Im Bereich Rechtschreibhilfen wird vor allem die Verwendung des Wörterbuchs trainiert. Den größten Bereich machen die Karten zu den Rechtschreibstrategien aus. Hier werden die Groß- und Kleinschreibung, die Vokalkürze (bzw. -länge), die Verlängerungsstrategie und die Ableitungsstrategie trainiert. Großes Plus: Jede Übung ist immer mit einer „Regel“ oder einem „Merksatz“ verknüpft. Es geht also beispielsweise keinesfalls um stures Abschreiben von möglichst vielen Wörtern mit Doppelkonsonanten, sondern um bewusste Untersuchung der Wörter unter Berücksichtigung der Regel „auf einen kurzen Vokal folgen fast immer zwei Konsonanten“.

Besonders angetan bin ich von den Karten zum „Rechtschreibgespür“. Hier gibt es u.a. Übungen, bei denen die Lernenden die Schreibung von Wörtern unter Berücksichtigung der Regeln und Merksätze begründen sollen. Beispielsweise soll begründet werden, warum Nussschale mit „sss“ geschrieben wird. Diese Übungsform taucht auch beim „Dicken Brocken“ auf, hier jedoch im Klassenverband. Auch bei dieser Übung können die Kinder mit den Tippkarten arbeiten.

Im Bereich geübte Wörter können die Lernenden eine Vielzahl von Merkwörtern üben, die keiner Rechtschreibstrategie unterliegen, wie zum Beispiel die Wörter mit Doppelvokal. Die letzte Karte ist ein Selbsteinschätzungsbogen, über die die Schüler die für sie passenden Übungskarten finden können.

Die Kartei ist eines der wenigen Arbeitsmittel zur Rechtschreibung, die in dieser Dichte auf die Bewusstmachung von Rechtschreibregeln bzw. Rechtschreibstrategien setzt. Während es in vielen Arbeitsheften und -karteien hauptsächlich um das stumpfe Abschreiben von Wörtern geht, wird hier die Reflexion über Schreibungen angeregt. Als alleiniges Arbeits- bzw. Hilfsmittel für die Klassen 2 bis 4 ist die Kartei mit Sicherheit nicht ausreichend. Dafür bietet sie zu wenige Übungen. Aber sie ist mit Sicherheit eine sinnvolle Ergänzung. Zudem lässt sie sich mit ggf. vorhandenen Konzepten wie FRESCH oder Sommer-Stumpenhorst kombinieren, da sie selbst keine Symbole o.ä. verwendet.

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Schülerbeobachtungen organisieren

Alle Jahre wieder …. macht sich Herrn Emrich wieder Gedanken darüber, wie man Schülerbeobachtungen besser organisieren kann. Und alle Jahre wieder … findet er nichts. Aber der Reihe nach.

Bisher organisiere ich meine Beobachtungen mit OneNote. Wie ich das genau tue, habe ich hier beschrieben: Schülerdokumentation mit OneNote Das läuft gut bzw. mit jedem Update von OneNote sogar immer noch ein Stück besser. Aber leider nicht ganz so, wie ich mir das wünschen würde …

An unserer Schule haben wir einen Satz an obligatorisch zu führenden Beobachtungsbögen. Die Bögen sind recht umfassend gestaltet, so dass es auf jedem Bogen ein breites Spektrum von Kompetenzen gibt, die ich in einer Stunde/einer Woche Unterricht nicht alle Abdecken kann. Einen Teil der Kompetenzen vielleicht auch nur einmal im Schuljahr, andere dafür täglich. Wenn ich diese Papierbögen also einmal im Montag zur Hand nehme, ist die letzte beobachtbare Situation zu einer Kompetenz vielleicht schon lange her und die Erinnerung entsprechend vage. Für einige Teilbereiche haben wir sogar nicht speziellere Bögen mit noch feineren Untergliederungen. Diese Bögen sind aber nur optional zu führen, aber dennoch würde ich es gerne einfach mal tun. Nach einer intensiven Reihe zum schriftlichen Sprachgebrauch könnte ich hier meine Beobachtungen für ein späteres Beratungsgespräch oder die Förderplanung festhalten. Zudem bietet der Lehrplan der Grundschule 65 beobachtbare Kompetenzen alleine im Fach Deutsch. Das ist ne Menge. Daher meine (berechtigte) Frage, wie man seine Notizen zu diesen Kompetenzen bei 27 Schülern besonders effektiv organisiert.

Für mich steht mehr oder weniger fest, dass dies nur digital effektiv möglich ist. In dem sonst entstehenden Papierwust findet man sich wohl kaum noch zurecht. Zudem wird die Archivierung so wuchtig und sperrig sein, dass ich sie irgendwo im Schrank in einem oder mehreren Aktenordnern lagern muss. Ich hätte sie aber gerne immer dabei, um sie mir im Bedarfsfall „schnell“ aus der Tasche zu holen. Wenn ein Kind eine „Bombenleistung“ erbracht hat, einen echten Durchbruch erzielt hat, dann will mich mir das direkt an der richtigen Stelle notieren und nicht auf einem Post-It auf meiner Lehrerkladde.

Meine Idee ist Folgendes: Ich habe eine App auf meinem Tablet, in der ich für jedes Fach oder jeden Teilbereich, den ich unterrichte, einen Satz Kompetenzen anlegen kann. Diese kommen entweder aus dem Lehrplan, aus einem Beobachtungsbogen oder sind selbst ausgedacht. Zudem lege ich in der App natürlich meine Klasse mit allen Kindern an. Für die Beobachtung wähle ich dann am Ende der Stunde/zu Hause/mitten in der Stunde eine Kompetenz aus, die vielleicht in der Stunde von besonderer Bedeutung war oder zu der ich schon länger nichts mehr eingetragen habe und kann ganz schnell zu allen Kindern eine Beobachtung eintragen. Die Kinder werden der Reihe nach angezeigt, ggf. kann ich ein Kind überspringen, aber eigentlich trage ich zu allen Kindern etwas ein. Ein Kürzel oder eine „Note“ und ggf. eine Bemerkung. Vielleicht sogar ein Foto eines Schülerdokumentes, das ich mit der Kamera meines Tablets gemacht habe.

Für die Elternberatung kann ich dann den Schüler und das Fach schnell in meiner „digitalen Schülerbeobachtungsmappe“ aufrufen, mir eine oder mehrere Kompetenzen auswählen und sehe dann eine schöne Liste mit allen Beobachtungen, nach Datum sortiert. Ich könnte mir sogar noch Notizen aus dem Gespräch direkt eintragen.

Meine erste Frage: Gibt es das? Ich habe sowas bisher nicht gefunden. Ich habe zig Apps durchgesehen, die aber meist nur auf Noten, also auf Tests ausgelegt sind. Irgendwie auf die Belange der Sek1. Eine „Kompetenzorientierung“ konnte ich bisher leider nicht finden. Innerhalb der App könnte ich zwar Tests anlegen, denen ich als Bezeichnung den Namen einer Kompetenz geben konnte. Aber diesen Test/diese Kompetenz konnte ich dann eben nur einmal beobachten. Eine zweite Beobachtung wäre ein zweiter Test, so dass man keine direkte Entwicklung darstellen könnte. Und bei 65 Kompetenz wird diese Variante auch sehr schnell unübersichtlich.

Meine zweite Frage: Wie werdet ihr Herr/Frau der Schülerbeobachtung. Wie organisiert ihr das? Ich suche da wirklich noch nach dem ultimativen Kniff! Also bitte in den Kommentaren fleißig berichten. Ich denke, dies könnte ggf. für andere Lehrkräfte interessant sein. Auch über (längere) Beiträge in den anderen Blogs zu diesem Thema würde ich mich sehr freuen. Wäre mal was anderes als Hausaufgabengutscheine 

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Ein neues, kleines (?) Projekt: #wirksameschule

So eine Gipsschiene an der Hand hat durchaus Vorteile: man findet endlich einmal Zeit, sich um Projekte und Ideen zu kümmern, die man schon lange im Kopf hatte. #wirksameschule ist so ein Projekt, dass ich jetzt am Wochenende endlich einmal umgesetzt habe. Das Konzept zur Seite habe ich schon lange mit mir herumgetragen, an der konkreten Ausgestaltung immer mal wieder gearbeitet und dann doch verworfen. Nun hat es mich ein wenig gepackt und ich bin ein gutes Stück vorangekommen. Weiterlesen