Das leidige Thema Stifthaltung

Vorab: Dieser Artikel soll in erster Linie dazu dienen, ein neues Format zu testen. Es sollen dabei in erster Linie gefundene Tipps und Kniffe aus dem Netz aufgegriffen und minimal kommentiert werden.

Aus aktuellem Anlass habe ich mich heute mit dem Thema „Stifthaltung“ befasst. Mein subjektiver Eindruck in meinem nunmehr dritten Durchgang ist, dass die Stifthaltung und die graphomotorischen Fähigkeiten bei den Kindern immer weiter nachlassen. Hierfür mag es mit Sicherheit vielfältige Gründe geben, an denen ich aber kurz- und mittelfristig nichts ändern kann. Daher muss ich nun Wege suchen, wie ich die Stifthaltung mit einfachen Mitteln verbessern kann.

Die großen Bereich „Graphomotorische Übungen“, „Stärkung der Grob- und Feinmotorik“ etc spare ich in diesem Artikel erst einmal aus (aber natürlich nicht in meiner Förderung). Hier soll es nur darum gehen, was die Finger am Stift bzw. nicht am Stift machen sollen.

Merksätze

Bei facebook fand ich einen netten Hinweis auf einen Merksatz, mit dem die Kinder sich die richtigen Plätze der Finger am Stift merken können:

Eine Ergotherapeutin macht es so: Vorne im Auto sitzen Max und Moritz (2 Finger) und hinten sitzt die Oma – um es dem Kind verständlich zu machen, wie es die Stifte halten soll.Manuela Bielak

Auch der Kinderarzt vom Bodensee zeigt in seinem Video einen kurzen Merksatz, über den sich die Kinder die richtige Stifthaltung herleiten können:

Hilfsmittel am Stift

Eine weitere Möglichkeit sind verschiedenste Aufsätze für den Stift:

Das kommt ganz auf das Kind an. Ich benutze in meiner Ergopraxis am liebsten die von kum, weil ich die an dicke und auch dünne Stifte stecken kann. Aber manche Kinder finden sie zu weich und möchten gerne andere…. Man kann aber auch aus altem Stromkabel oder aus Pfeifenputzern, die man fest um die Stifte wickelt, die Stifte dicker machen. Man hat dann nur keine Fingerkuhlen….Petra Zerfas

Im Onlineshop von LaFüLiKi gibt es eine große Auswahl verschiedenster Aufsätze in allerlei Farben und Formen. Diese werden auch in Sets angeboten, so dass die Kinder dann den Aufsatz auswählen können, der am besten zu ihnen passt.

Hilfsmittel in der Hand

Manchen Kinder versuchen trotz der bereits genannten Hinweise immer wieder, mit vier oder sogar allen fünf Fingern nach dem Stift zu greifen. Hier kann es helfen, wenn man die zwei überflüssigen Finger mit einer „Zusatzaufgabe“ beschäftigt, wie es in den folgenden beiden Videos gemacht wird.

Externe Hilfe

Zuletzt noch ein weiteres Zitat aus einer Facebookgruppe. Natürlich kann/sollte man in besonders gravierenden Fällen auch auf externe Experten zurückgreifen:

Wenn ein Kind eine verkrampfte Stifthaltung hat, kann das viele verschiedene Gründe haben. Natürlich kann man die o.g. Tricks anwenden, aber ich würde auch einen dafür ausgebildete Ergotherapeutin drauf schauen lassen. Es kann sein, dass das Kind die gesamte Schreibbewegung aus dem Arm oder dem Handgelenk macht. Das führt dazu, dass es sich enorm anstrengt, wenig schreibt und dann die Buchstaben nicht automatisieren kann. Das hat zur Folge dass Kinder während eines Diktates z.b. nicht mehr wissen, wie denn jetzt ein B, ein R o.ä. geschrieben wird. Stiftverdicker oder eine Murmel helfen da nicht unbedingt…. Vielleicht können auch noch frühkindliche Reflexe vorhanden sein etc…..Petra Zerfas

 


So, nun erhoffe ich doppeltes Feedback:

  1. Ist das Format sinnvoll/brauchbar?
  2. Hast du noch weitere Hinweise zur Stifthaltung?

Logineo und die Lizenz zum Kopieren

Ab diesem Schujahr ist es soweit: Logineo NRW kommt an die Schulen. Lange Zeit als der BER der Bildungsbranche verschrien, beginnt nun (scheinbar) Stück für Stück das Rollout. Wobei es einige Zeit dauern dürfte, bis wirklich jede Schule, die Logineo möchte, auch Logineo bekommt. Den langen Weg der Beantragung kann man hier nachlesen. Für jeden Schule muss ein Beschluss der Lehrerkonferenz vorliegen, ehe über den Schulträger die Beantragung bei einem kommunalen Rechenzentrum gestartet werden kann. Vorher kann/sollte eine Beratung über die Medienberater erfolgen. Hier siehe ich allerdings einen kleinen Flaschenhals. Alleine bei uns im Kreis gibt es über 200 Schulen und (nur) 7 MedienberaterInnen. Rechnerisch müsste also jeder Berater 30 Schulen beraten. Auch unter den Medienberatern wurde vor einigen Wochen deutlich, dass man der bevorstehenden Mammutaufgabe mit gemischten Gefühlen entgegentritt:

Allerdings geht man dort auch gar nicht (mehr) davon aus, dass beantragende Schulen noch in diesem Jahr „bedient“ werden:


Dennoch macht es schon jetzt durchaus Sinn, sich mit der Dienstvereinbarung zu Logineo auseinanderzusetzen, die gewissermaßen die Spielregeln für die Nutzung festlegt. Dort hat es mir vor allem die Rahmenmediennutzungsvereinbarung (Anlage 4) angetan. In dieser wird unter anderem festgelegt, unter welcher Lizenz Dateien bereitgestellt werden, die von Lehrern in den schuleigenen Speicherplatz hochgeladen werden (Absatz 3.f). Dort heißt es wörtlich:

Die Bereitstellung der Dokumente im gemeinsamen Bereich des Cloud-Dateimanagers erfolgt, soweit nicht anders vermerkt, gemeinfrei oder unter angegebener Lizenz:

In der Folge stehen dann alle Varianten der creative-commons-Lizenzen zur Auswahl. Nun könnte man sich hier natürlich freuen, dass durch Logineo die cc-Lizenzen einen Anschub bekommen und das Thema „OER“ (für das auch ich brenne) in den Fokus der Lehrer gerät. Allerdings sehe ich hier die Gefahr, dass Lehrkräfte, die sich in der Materie nicht auskennen (und das dürften sehr sehr viele Lehrkräfte sein) in Zukunft beim Hochladen von Dateien Material automatisch als cc lizenzieren, obwohl es gar nicht gedurft hätten oder besser nicht getan hätten.

Die Empfehlungen zur Nutzung des Dateimanagers sehen vor, dass dort Arbeitsblätter, Unterrichtsvorbereitungen und Formulare abgelegt werden. Diese werden dann, wenn nicht anders vermerkt, automatisch unter einer Creative-Commons-Lizenz lizenziert. Wenn eine Datei als cc lizenziert wird, erteilt man automatisch bestimmte Rechte für die Weiterverwendung. Ein Recht ist dabei stets enthalten: die Datei darf weiterverbreitet werden. Man kann die Verbreitung einschränken, indem man eine Namens- und Quellennennung einfordert, kommerzielle Verbreitung ausschließt oder eine Bearbeitung der Dokumente ausschließt. Grundsätzlich darf die Datei aber immer weiterverwendet werden. Das ist natürlich in vielen Kontexten sehr wünschenswert. Wenn ich in Logineo ein AB hochlade, damit andere Kollegen es im Unterricht nutzen, dann möchte ich natürlich, dass das AB (an die Schüler) weiterverteilt wird. Wenn ich ein Formular für die Erstellung eines Förderplans erstelle, dann möchte ich natürlich, dass Kollegen dieses Dokument bearbeiten und (an die Schüler und Eltern) weiterverbreiten. Allerdings kann ein cc lizenziertes Dokument auch an weitere Empfängerkreise verbreitet werden. Beispielsweise ließen sich Materialien aus Logineo, die dort als cc bereitgestellt werden, auf einem eigenen Blog als Download anbieten. Ggf. könnte die Datei sogar, wenn die Datei nicht mit dem Zusatz nc (non-commercial) versehen ist, auf Plattformen wie Lehrermarktplatz zu Geld gemacht werden.

Doch selbst wenn man als Lehrkraft bereit ist, seine selbst erstellten Arbeitsmaterialien unter cc-Lizenz zu veröffentlichen, muss man natürlich zuvor sichergehen, ob die verwendeten Quellen eine solche Lizenzierung zulassen. Gerade im Grundschulbereich werden hierfür oft spezielle Schriftarten oder Programme verwendet. Viele kommerzielle Anbieter von Schulschriften erlauben zwar die Weitergabe der mit den Schriften erstellten Arbeitsblätter, beschränken dies aber in der Regel auf eng definierte Empfängerkreise (Schüler und Lehrer der Schule), so dass eine Lizenzierung unter cc-Lizenz nicht möglicht ist. Ähnlich verhält es sich mit Grafiken, die u.U. zur Erstellung der Materialien gekauft wurden. Ferner gibt es oftmals Einschränkung, dass erstelltes Material nicht kommerziell verwertet werden darf (so zum Beispiel beim beliebten Worksheetcrafter). In diesem Fall kommen nur die cc-Lizenzen mit dem Zusatz „nc“ in Frage. Erste Anhaltspunkte bei der Frage, wie man rechtssicher Material unter cc-Lizenzen erstellt, findet man bei Damian Duchamps.

Interessant dürfte sich ggf. der Upload von Konzepten etc. gestalten, um diesen allen Kollegen zur Einsicht bereitzustellen. Meine Erfahrung zeigt, dass nicht alle Schulen so freigiebig sind und ihre Konzepte als gemeinfrei bereit stellen würden. Zudem sind an der Erstellung oftmals mehrere Kollegen beteiligt, die sich dann vorab einigen müssten, unter welcher Lizenzform das Konzept veröffentlicht werden soll.

Insgesamt erfordert die Einführung von Logineo eine tiefgehende Auseinandersetzung mit dem Thema Urheberrecht, insbesondere mit den cc-Lizenzen. Meine Erfahrung zeigt, dass die Vorkenntnisse der meisten KollegInnen hierbei meist nicht existent sind. Sollen aber die Möglichkeiten des Dateimanagers gewinnbringend und rechtssicher genutzt werden, dann muss sich dies grundlegend ändern. Es ist ein deutlicher Unterschied, ob ich ein AB für die anderen neben dem Kopierer liegen lasse oder auf dem Desktop des Schul-PCs ablege, oder ich es in Logineo (fast automatisch) unter cc-Lizenz veröffentliche und damit einer Verbreitung im Internet zustimme. Allein dies ist eine Mammutaufgabe für die FortbildnerInnen der Medienberatung.

Mit OER verdient man nur schwer Geld … oder doch nicht?

In den letzten Wochen habe ich meine zweite Sammelbestellungsaktion erfolgreich über die Bühne gebracht. Insgesamt habe ich dabei 12.000 Hefte mit einem Gesamtgewicht von knapp 2 Tonnen in rund 350 Paketen durch ganz Deutschland verschickt. Dabei ist fast alles glatt gelaufen, worüber ich recht froh bin. Im Nachgang kam mir der Gedanke, ob dies nicht (auch) ein Modell sein kann, wie sich mit OER Geld verdienen lässt?

OER sind per Definition kostenlos. Wie soll man sie da verkaufen können? Hierzu ein paar Gedanken am Beispiel des Mia-Knobelheftes. Das Heft ist auf der Seite der ZUM kostenlos herunterzuladen, sowohl als PDF, als auch in einem Format, das Bearbeitungen zulässt. Die Bedingungen der OER-Definition scheinen damit erfüllt. Aber ist der unterrichtliche Einsatz damit kostenlos? Mitnichten, denn das Heft muss ausgedruckt und ggf. kopiert werden. Dies erzeugt Kosten. Die Kosten einer schulischen Kopie dürften irgendwo zwischen 2-4 Cent liegen. Das fertige Mia-Heft (bestehend aus 64 A5-Seiten=32 A4-Seiten) kostet damit in der schulinternen Produktion zwischen 0,64€ und 1,28€. Die von mir verschickte Fassung aus der Druckerei lag bei 0,40€, inklusive Versandkosten im günstigsten Fall bei 0,50€.  Das ist also noch (teilweise deutlich) günstiger als die Kopie in der Schule. Man könnte also die gedruckten Hefte ggf. mit einem (kleinem) Aufschlag verkaufen, dabei Geld verdienen und würde die Schulen auch noch finanziell entlasten. Ein lohnenswertes Geschäftsmodell entsteht dabei aber vermutlich erst bei einer (sehr hohen) Auflage. Verkaufe ich 50.000 Hefte zu je einem Euro, liegt der Ertrag evtl. bei 25.000€. Aber diese 50.000 Hefte muss man jedoch auch erst einmal an den Mann und die Frau bringen. Für 50ct haben ad hoc zig LehrerInnen „Hier, hier, hier“ geschrien. Ob das für 100ct auch noch so wäre? Vermutlich nicht.

Natürlich kann man nun die Frage stellen, ob das dann überhaupt noch OER sind, wenn sie kostenpflichtig zu erwerben sind? Vermutlich nicht, denn es ist ja nicht mehr kostenlos. Aber spielt das eine Rolle? Wenn man es ökonomisch betrachtet wohl nicht, denn wichtig ist dann, dass er Einsatz eines Materials, das ursprünglich als OER veröffentlicht wurde, günstiger realisiert werden konnte als mit hauseigenen Mitteln.

Learningapss: Apps überarbeiten

Für meinen Unterricht nutze ich immer wieder auch einmal Learningapps. Bisher habe ich die dort angebotenen App-Vorlagen immer mit den dort angebotenen Hausmitteln verändert. Doch heute kam ich an einen Punkt, an dem mich dies nicht mehr weiter gebracht hat. Ich wollte eine App zur phonologischen Bewusstheit erstellen: Wörter auf bestimmte Laute abhören und entsprechend zuordnen. Dazu sollte ein Bild angezeigt und durch die Kinder in der passenden Kategorie abgelegt werden. Als Unterstützung wollte ich die Text-to-Speech-Funktion von Learningapps nutzen, über die man das zum Bild gehörende Wort vorlesen lassen kann. Dazu zeigt Learningapps in der Ecke der Bildkarte ein Icon an. Fährt man mit dem Finger über das Icon, dann wird das Wort vorgelesen. Leider wird dabei aber auch das Wort selbst angezeigt. Pfiffige Kinder sehen dann den Buchstaben und müssen gar nicht mehr genau hinhören, ob und an welcher Stelle der Laut vorkommt.

Das wollte ich gerne ändern. Martina Grosty (@mgrosty) hat mir den entscheidenen Tipp gegeben. Unter jeder (fertigen) Learningapp wird der Link „Developer Source“ angeboten, mit dem man den Quellcode der App herunterladen kann. Dieser besteht im wesentlich aus einer Javascript-Datei und einem Stylesheet. Meine Programmierkenntnisse sind wirklich nur rudimentär, aber sie haben gereicht, um im Quellcode die Stelle zu finden, an der das Wort in der Hinweisbubble erzeugt wird:

(card.parameter.hint !== „“ ?
‚<span class=“hintbtn hintbtn_’+card.parameter.media+‘ popovers“‚+
‚ data-container=“#cardsOverlay“ data-toggle=“popover“ data-placement=“auto“‚+
‚ data-content=“‚+AppClient.linkifyText(card.parameter.hint).replace(/“/g,’&quot;‘)+'“>’+
‚<span class=“glyphicon glyphicon-info-sign infoicon“></span></span>‘
: “)+

Hieraus habe ich dann einfach folgendes gemacht:

card.parameter.hint !== „“ ?
‚<span class=“hintbtn hintbtn_’+card.parameter.media+‘ popovers“‚+
‚ data-container=“#cardsOverlay“ data-toggle=“popover“ data-placement=“auto“‚+
‚ data-content=“Höre genau“>’+
‚<span class=“glyphicon glyphicon-info-sign infoicon“></span></span>‘
: “)+
card.innerHTML+'</div>‘);

Und schon hatte ich die App, die ich haben wollte. Den fertigen Code haben ich dann über die Entwickler-Tools (https://learningapps.org/develop) in ein neues Projekt importiert, so dass ich danach auf Grundlage dieses Codes neue Apps erstellen kann.
Hier zeigt sich, welche große Stärke die Offenheit von Learningapps ist. Ich kann nicht nur jede App inhaltlich an meinen Unterricht anpassen, sondern auch (mit ein paar Programmierkenntnissen) funktionale Veränderungen vornehmen. Ich bin begeistert!

Anmerkungen: Die Bilder aus den Apps sind von Frau Locke. Hier können die Lizenzbedingungen zur Verwendung der Bilder nachgelesen werden!

Nur kurz: Braucht jemand Grundschrifthefte für 1,56€?

Ich versinke zwar aktuell noch in Bergen von Mia-Heften, aber nachdem mich die Qualität des Druckes derart begeistert hat, will ich nun auch „mein“ Grundschriftheft (http://emrich.in/die-grundschrift-ueben-von-anfang-an/) in gedruckter Form haben. Das Ganze hätte ich natürlich gerne zu einem guten Preis, den ich aber erst ab einer bestimmten Menge bekomme. Ich rede hier NUR vom Grundschriftheft und NUR in der vorliegenden Fassung. Eine Änderung der Buchstabenreihung ist nicht möglich.

Das „Problem“ ist, dass die Druckerei das gut beschreibbare Papier nur im A4-Querformat für Offsetdruck anbietet. Dann kostet (bei 1000er Abnahme) ein Heft 1,56€ + Versandkosten.

Das wären die Bedingungen: Ich würde höchstens 1000 Hefte ordern und auch nur Bestellungen mit mindestens 20 Heften in die Sammelbestellung aufnehmen. Das Packen der kleinen Pakete ist keine große Freude und bringt bei der Sammelbestellung nicht viel. Ordern würde ich am Montag, Lieferung wäre dann vermutlich in ca. 2 Wochen. Versandkosten wären 5€ pro 25 Hefte, da ich dann ggf. mit Hermes verschicken würde. Kartons sollte ich noch genug über haben nach der Mia-Nummer.

Update: Die Sammelbestellung ist zustande gekommen – der Aufruf ist damit geschlossen.

Die Grundschrift üben – von Anfang an

Da ich in den kommenden Wochen wieder mit einem ersten Schuljahr beginne, durfte ich mich in den Ferien auch ein wenig mit der Grundschrift beschäftigen. Meine Schule hat sie schon vor drei Jahren eingeführt, nun bin ich der letzt Jahrgang, der auch von Druckschrift + VA zur Grundschrift wechselt. Vielleicht bin ich sogar der letzte Jahrgang. Nachdem Baden-Württemberg schon ein Verbot umgesetzt hat, man in S-H auch öffentlichkeitswirksam über die Grundschrift diskutiert und sie in Bayern nie eingeführt wurde, erwarte ich von der neuen schwarz-gelben Landesregierung in NRW eigentlich auch noch einige Äußerungen zur Grundschrift. Immerhin hatte man schon im Jahr 2015 schon eine Diskussion über die Handschrift in den Schulausschuss des Landes gebracht.

Von der aktuellen politischen Diskussion unberührt bleibt natürlich erst mal die Vorbereitung auf das neue Schuljahr. Ein „gefühltes Faktum“ ist es für mich, dass die motorischen Fähigkeiten der Schulneulinge von Jahr zu Jahr abnehmen (gefühlt, weil mir hierzu keine aktuellen Langzeitstudien bekannt sind). Hier müssen natürlich Mittel und Wege gefunden werden, wie man die Kinder mit entsprechendem Förderbedarf adäquat unterstützen kann, um die Ausbildung einer lesbaren Handschrift zu unterstützen. Meine Fummelkiste hat mir da schon vor vier Jahren treue Dienste geleistet. Darüber hinaus arbeite ich sehr gerne mit dem Buch „Den Stift im Griff“ von Achim Rix (kein Werbelink!), wollte aber in diesem Jahr auch mit einem „erweiterten“ Buchstabenlehrgang arbeiten. Unsere Fibel mit dem dazugehörigen Arbeitsheft hat hierzu zu jedem Buchstaben exakt eine halbe Seite, auf der der Buchstabe motorisch geübt werden kann. Da möchte ich doch etwas ausführlich üben können.

Die Arbeitshefte aus den verschiedenen Verlagen haben aus meiner Sicht immer an irgendeiner Stelle Mängel: mal sind in dem Heft auch Übungen zur phonologischen Bewusstheit und zum lautorientierten Schreiben, mal ist der Übungsanteil zu gering, mal gefällt mir der Aufbau der Übungen nicht … Bei Übungen zur Phonolgie werden leider in der Regel für die Anlaute andere Anlautbilder verwendet, was für die schwächeren Kinder eher verwirrend als hilfreich ist. Mir schwebte da eher ein rein motorischer Schreiblehrgang vor. Diesen gibt es eher für die Verbindungen in der Grundschrift und natürlich für das Erlernen der Schreibschrift(en), nicht aber für das erste erlernen einer Druckschrift. Also habe ich mich kurzerhand hingesetzt und ein eigenes Arbeitsheft zusammengestellt.

Buchstabenheft GS - Teil 1

Durch das gesamte Heft ziehen sich nicht nur Übungsseiten für jeden Buchstaben, sondern auch allgemeine Übungen zur Graphomotorik. Diese beziehen sich sowohl auf das Ziehen von geraden Strichen in allen Richtung, als auch von Rundungen. Die Reihung der Übung wurde dabei an die Reihung der Buchstaben angepasst. Die Reihenfolge der Buchstaben entspricht (natürlich) der Reihenfolge in unserer Fibel (Löwenzahn und Pusteblume). Neben reinen Buchstaben muss auch immer wieder Wortmaterial aufgeschrieben werden. Dieses besteht jedoch immer nur aus den Buchstaben, die bereits eingeführt und geübt wurden und ferner (fast) ausschließlich aus lautorientiert zu verschriftenden Wörtern. Die Wörter müssen fast immer nur abgeschrieben werden, damit eine Konzentration auf die motorische Komponente des Schreibens gelingen kann. Lediglich ganz am Ende gibt es drei Seiten, bei denen Wörter (lautorientiert) auf Grundlage mehrerer Bilder verschriftet werden müssen.

Die verschiedenen Seiten mit den dazugehörenden Übungstypen wurden farblich unterschiedlich markiert. Auf diese Weise heben sich auch die Lineaturen optisch vom Blatthintergrund ab. Es gibt jedoch auch jeweils eine Variante ohne farbige Hintergründe zum Download, um preisbewusstes Drucken zu ermöglichen. Auf Erläuterungen und Arbeitsanweisungen wurde weitgehend verzichtet.

Unschlüssig bin ich mir noch bei der Wahl des Druckformates. Einzelblätter lassen sich ja sehr gut auch im Querformat drucken und verwenden. Sollte man dieses Heft aber jemals professionell drucken lassen wollen (ab einer gewissen Auflage schon ab 1,50€ pro Heft möglich), könnte das Querformat schnell zu Platzproblemen im Klassenraum führen. Ein aufgeklapptes Heft wären dann 60cm breit. Zwei arbeitenden Schüler füllen dann schnell den gesamten Tisch aus und könnten sich in die Quere kommen. Ein Heft im Hochformat gebunden mit querformatigen Seiten erscheint mir aber auch wenig praktikabel, oder?

Natürlich stelle ich die Hefte hier kostenlos zum Download bereit. Leider dieses mal nicht als echtes OER, da ich in dem Heft Schriften verwende, die eine kommerzielle Verwendung nicht erlauben (bzw. nur gegen Aufpreis). Daher kann ich das Heft nur als cc-by-nc-sa anbieten. Auch die Quelldatei könnt ihr gerne herunterladen. Ihr benötigt jedoch zur Bearbeitung die Schriften von Will-Software. Die PDF-Dateien lassen sich nur drucken, jedoch nicht bearbeiten.

Download “Arbeitsheft Grundschrift” Buchstabenheft-GS-Teil-1.pdf – 2614-mal heruntergeladen – 6 MB

Download “Arbeitsheft Grundschrift ohne Farbe” Buchstabenheft-GS-oHGF-Teil-1.pdf – 956-mal heruntergeladen – 6 MB

Download “Arbeitsheft Grundschrift - Quelldatei” Buchstabenheft-GS-Teil-1.pub – 436-mal heruntergeladen – 8 MB

Download “Arbeitsheft Grundschrift - Kopiervorlagen” Buchstabenheft-GS-KV-Teil-1-1.pdf – 739-mal heruntergeladen – 6 MB

Download “Arbeitsheft Druckschrift” Buchstabenheft-DR-Teil-1.pdf – 773-mal heruntergeladen – 6 MB

Download “Arbeitsheft Druckschrift ohne Farbe” Buchstabenheft-DR-oHGF-Teil-1.pdf – 543-mal heruntergeladen – 6 MB

Download “Arbeitsheft Druckschrift - Quelldatei” Buchstabenheft-DR-Teil-1.pub – 326-mal heruntergeladen – 8 MB

Feedback und Anregungen sind gerne willkommen!

Florians Fummelkiste

Ich hatte es bereits in einem der letzten Kommentare erwähnt: Derzeit treibt mich die Förderung der Grafomotorik um. An Fördermaterial zu diesem Zwecke findet man vor allem Kopiervorlagen. Dies ist durchaus verständlich, denn es geht dabei ja ums Schreiben. Dennoch habe ich bei weiterem Suchen auch einige Übungen gefunden, da man ohne Papier machen kann und einen ebenso guten Effekt haben könnten. Diese Übungen habe ich in einer Förderkiste gesammelt, die meine Frau dann auch direkt in „Florians Fummelkiste“ umgetauft hat. Ich stelle die Übungen hier kurz vor, vielleicht möchte sich ja jemand eine ähnliche Kiste zusammenstellen. Alles in allem hat mich das Material etwa 50€ gekostet, wobei die Laminierfolien das Teuerste waren.

Der Schraubenwickler

DSCF4178Insgesamt viermal gibt es einen kurzen Rundstab von 30cm, an dem ein 60cm langer Faden befestigt ist. Am anderen Ende des Fadens ist eine Mutter verknotet. Die Aufgabe besteht darin, den Stab (um die Wette) aufzudrehen bzw. wieder abzudrehen.

Bügelperlen sortieren

DSCF4174In eine kleine Sortimentsbox müssen Bügelperlen nach Farben sortiert werden. Hierzu können entweder die Finger verwendet werden oder aber auch eine Pinzette. Beides ist nicht einfach und erfordert Fingerfertigkeit und Geduld 🙂

Muttern finden

DSCF4176Eine Auswahl von Schrauben und Muttern muss sortiert werden und auf jeden Schraube muss die passende Mutter aufgedreht werden.

Perlenkette

DSCF4175Auf einen Faden müssen verschiedenen Perlen aufgefädelt werden. Die Perlen und deren Bohrlöcher haben dabei verschiedene Durchmesser. Mit einem ausgefransten Faden wird dies besonders tricky.

Schleife

DSCF4177Einem Holzschuh muss eine Schleife gebunden werden. Ein Klassiker.

Lochbrett

DSCF4173Durch ein Lochbrett müssen mehrere Schnürsenkel durch Löcher mit verschiedenen Durchmessern gefädelt werden.

Prickeln

DSCF4171Hier stehen verschiedene Vorlagen bereit, die die Kinder auf ein Stück Tonpapier übertragen müssen und dann ausprickeln.

Schreiben auf dem Tuch

DSCF4180Einige schreiben ja sehr verkrampft, da sie seinen enormen Schreibdruck aufbauen. Zu diesem Zwecke habe ich einige ABs mit Buchstaben kopiert, die die Kinder auf einem Baumwolltuch bearbeiten sollen, OHNE dabei das Blatt zu zerreißen oder zerlöchern. Dazu muss der Bleistift natürlich gut gespitzt sein. Je mehr Lagen vom Tuch man übereinander legt, desto schwieriger wird das Ganze natürlich.

Den Stift im Griff

DSCF4172Den letzten Teil bilden die Arbeitsblätter aus dem Heft „Den Stift im Griff“. Das Heft finde ich wirklich gut und die Arbeitsblätter sehr gut differenziert. Damit man sie häufiger verwenden kann, habe ich sie in matte Laminierfolien gepackt. Sie lassen sich so mit Bleistift beschreiben und das Schreibfeeling ist dem eines Blattes Papier sehr ähnlich.

Sammelbestellung abgeschlossen

Ich habe heute morgen die Liste für Mitbestellwünsche geschlossen. Allen Interessent*innen habe ich die Daten zur weiteren Abwicklung heute per Mail geschickt. Bitte prüft auch eure Spam-Ordner, denn dort sind wohl einige der Mails leider gelandet.

Durch die hohe Zahl von knapp 10.000 Heftwünschen konnte der Preis der Hefte auf 0,41€ gesenkt werden. Wahnsinn!

Sammelbestellung: Mia-Knobelheft für 0,50€/Stück abgreifen

Nachdem die letzte Sammelbestellung des Mia-Knobelheftes mit 2500 Exemplaren ein voller Erfolg war, hat es sich nun in der Facebookgruppe des Zaubereinmaleins ergeben, dass eine neue Bestellrunde gestartet wird. Nach einer ersten Abfrage sieht es so aus, als ob dieses Mal die 2500er-Marke deutlich gebrochen wird. Dadurch kostet das Heft auf jeden Fall wieder höchstens 0,50€, ggf. sogar weniger. Alle Infos zur Sammelbestellung (auch wie man sich beteiligt) findet ihr hier:

Worum geht es

Eine Vorschau auf das Heft gibt es ebenfalls:

MiaKnobelheftKlasse1.Druck

Meilenstein: Die Knobelkartei wird 100

Am heutigen Tag ist die 100. Aufgabe von Mias Knobelkartei für die Klasse 3-4 online gegangen. Damit hat die Kartei einen wichtigen Zwischenschritt erreicht, denn mit 100 Aufgaben kann man gute 2 Jahre lang eine „Knobelei der Woche“ veranstalten, ohne dass sich Aufgaben wiederholen müssen. Neue Aufgaben kommen jetzt nur noch, wenn Besuchern oder mir neue Aufgaben einfallen. Ab Spätsommer/Herbst ist dann erst einmal die Klasse 1/2 dran.

Hier gibt es alle Aufgaben im großen Format in einer Datei (Link ist am Ende des Artikels): Klick mich.

Hier gibt es alle Aufgaben im Format A7 (z.B. für Etiketten): Klick mich.

Ich werde nicht müde zu betonen, dass die Kartei OER ist. Ihr dürft sie herunterladen, verändern, ergänzen oder beschneiden und weiterverteilen (bei Facebook, in der Dropbox, an die Schüler), sofern ihr die Quelle und die Lizenz der Kartei nennt (cc-by-sa 4.0).

Bedanken möchte ich mich bei all den fleißigen LeserInnen, die mich stets mit Ideen, Quellen und Überarbeitungshinweisen versorgt haben. Danke!