Knobelkartei + Youtube = Erklärvideolösung

Die Knobelkartei von Mia wächst immer weiter. Gestern erschien schon die 67. Aufgabe. Mein Ziel ist es, bis zu den Sommerferien 100 Aufgaben für Klasse 3 und 4 zu schaffen. Nach den Sommerferien möchte ich mich dann an Klasse 1 und 2 setzen. Mit 100 Aufgaben kann man ja schonmal (mindestens) zwei Schuljahre lang eine Knobelei der Woche gestalten.

In Kommentaren und E-Mail-Anfragen wurde schon einmal nach einer Lösung zur Selbstkontrolle für die Schüler gefragt. Ich bin ehrlich: daran hatte ich bisher gar nicht gedacht, weil ich die Kartei als Knobelei der Woche einsetzen wollte und dort ja die Lehrkraft kontrolliert. Dafür sind dann auch die Lösungshinweise gedacht, die ich mit jeder Aufgabe veröffentliche. Für die Schülerhand möchte ich derzeit keine Lösungen erstellen.

Da ich mir aber derzeit ja ein paar Gedanken zu Youtube und Erklärvideos mache, habe ich mich heute morgen schnell hingesetzt mit Adobe Spark ein kurzes Erklärvideo zur aktuellen Knobelei der Woche erstellt. Sowas könnte ich mir schon eher vorstellen. Die Videos könnte man via QR-Code auf der Rückseite der Kartei verlinken.

Das Video war mit Adobe Spark in der Tat schnell erstellt. In einer Dreiviertelstunde war es „im Kasten“. Ich kann dieses Tool sehr empfehlen. Es ist kostenloses und bietet einige Grundfunktionen, um schnell aus Bildern, Videoschnipseln und Texteinblendungen ein Video zusammenzustellen. Ein kleines Musikarchiv bietet die Möglichkeit, das Video mit Musik zu unterlegen, zudem kann Text über ein Mikrofon eingesprochen werden. Das ganze wird über den Browser aufgerufen, so dass es sich plattformunabhängig nutzen lässt. Man kann es also mit Sicherheit auch sehr gut in schulischen Kontexten nutzen! Vielleicht erstelle ich dazu ja auch einmal ein Erklärvideo  😉

Youtubende Grundschullehrer*innen

Vor einiger Zeit habe ich mal in irgendeiner Facebookgruppe nachgefragt, ob es denn noch keine youtubenden Grundschullehrer*innen gäbe. Blogger*innen und Instragrammer*innen gibt es ja nun jede Menge, die ja auch eine Menge Fans um sich versammelt haben. Und ihre Blogs/Facebookseiten haben auch einen teils enormen Zuspruch. Veränderungen im Downloadsystem oder Ausfälle bei der Technik sorgen da schon einmal für beachtliche Reaktionsketten (um es vorsichtig auszudrücken).

Aber Youtube ist unter (Grundschul-)Lehrern irgendwie unbeliebt. Natürlich denke ich jetzt nicht daran, dass Valessa ihre neuesten dm-Einkäufe vorstellt oder Gille uns zu einer Roomtour einlädt, sondern eine grundschulbezogene Nutzung. Das Medium böte ja durchaus die Möglichkeit, Ideen, Methoden, Abläufe und Vorgehensweisen in Bild und Ton zu erklären. Manche Sachen lassen sich ja einfach besser zeigen, als es umständlich in vielen Worten zu erklären. Aber so richtig rangetraut hat sich daran noch niemand. Dachte ich. Dann habe ich den (gut versteckten) Kanal von Alexandra Wendler entdeckt, die sich an das Thema herangewagt hat. Vielleicht wollt ihr ja mal reinschauen …

Meine Frage: Gibt es da noch mehr? Sind solche Formate – oder auch Erklärvideos für Lehrer*innen – etwas, was ihr euch ansehen würdet? Oder sind Grundschulblogbesucher zu 95% nur an Material interessiert?

QR-Codes im Unterricht nutzen

Gestern Anfang Mai besuchte ich als Teilgeber das erste Grundschulbarcamp zu digitalen Medien, welches im krzn in Kamp-Lintfort veranstaltet wurde. Vorbereitet hatte ich sogar drei Sessions, allerdings habe ich dort „nur“ etwas zu BYOD in der Grundschule und zur Knobelkartei erzählt. Damit ich die PowerPoint zum Workshop nicht ganz umsonst erstellt habe, schreibe ich nun hier noch ein paar Zeilen dazu, wie man QR-Codes im Unterricht nutzen kann. Die hier skizzierten Ideen stammen nicht von mir, ich habe sie lediglich gesammelt und zusammengefasst. Weitere (gute) Artikel zu QR-Codes finden sich bei den Möwenleaks oder bei Alicia Bankhofer.

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KollegIn gesucht!

Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Unsere Schule hat eine feste Stelle ausgeschrieben. Früher, als ich „damals“ mein Referendariat beendet hatte, waren solche Stellen heiß begehrt. Es gab zig (bis teilweise über 100) Bewerbungen pro Stelle, man war ein echter Glückspilz, wenn man schließlich eine Einstellung bekam und verbeamtet wurde.

Heute ist die Lage genau umgekehrt: es gibt hunderte Stellen und eine Schule muss froh sein, wenn sich überhaupt jemand (mit abgeschlossener Ausbildung für die Primartstufe) auf eine solche Stelle bewirbt. Ansonsten findet sich vielleicht ein Seiteneinsteiger für Kunst, Sport oder Musik oder ein Kollege einer weiterführenden Schule. Oder die Stelle wird eben nicht besetzt.

Wie bereits erwähnt, auch unsere Schule darf nun ausschreiben. In ganz NRW sind auf diese Weise aktuell 428 Schulen auf der Suche, allein im RegBez Köln sind es 137 Schulen. Wir würden uns natürlich freuen, wenn wir ab Sommer eine Kollegin oder einen Kollegen finden, der sich auf diese Stelle bewirbt. Da die Stellenausschreibung jedoch bei LEO recht trocken rüberkommt, möchte ich die Bekanntheit meines Blogs schamlos ausnutzen, um für diese Stelle Werbung zu machen:

Wir sind eine 3-zügige Schule zwischen Köln und Bonn mit einem tollen Einzugsgebiet. Das Kollegium ist jung, dynamisch und pflegt eine ausgesprochen gute Teamstruktur, wie uns erst vor wenigen Wochen von der Qualitätsanalyse bestätigt wurde. Genau, denn unsere Schule hat die QA gerade erst hinter sich gebracht. Man muss also nicht befürchten, in den nächsten Jahren hierfür mit besonders viel Arbeit rechnen zu müssen. Es ist (fast) alles fertig und wartet darauf, von der neuen Kollegin umgesetzt zu werden. Materialmäßig ist unsere Schule recht gut ausgestattet – und es gibt kein Kopierbudget ;). Es herrschen wirklich gute Arbeitsbedingungen.

Wir können leider keinen Dienstwagen oder irgendwelche Boni anbieten, kein größeres Gehalt als A12 und keine persönliche Assistentin, aber zumindest an jedem Morgen eine freundliche Begrüßung durch den Konrektor!

Wenn Dich diese Stelle interessiert, du schon immer an einer sehr gut durchstrukturierten Schule arbeiten wolltest, an der du in einem guten Arbeitsklima arbeiten kannst, dann bewirb dich doch bitte. Zur Ausschreibung geht es hier entlang: Die Ausschreibung hat die Nummer 3-G-5281.

Wortwolken im Lesetagebuch

Heute stelle ich noch einmal eine kleine Möglichkeit vor, wie sich das Lernen mit digitalen Medien einfach, unkompliziert und mit (fast) jeder technischen Ausstattung in den Unterricht integrieren lässt: Wortwolken für das Lesetagebuch. Eine Wortwolke (oder auch Wordcloud) ist eine grafisch aufbereitete Darstellung eines Textes bzw. einer Wortsammlung. Die Wörter sind in einer Wortwolke in verschiedenen Ausrichtungen und Größen dargestellt, wobei die Größe der Wörter in der Grundeinstellung aus der Häufigkeit resultiert, mit der ein Wort in einem Text vorkommt. Dieses Beispiel ist eine Wortwolke, die aus diesem Blogpost entstanden ist:

Für Wortwolken gibt es zahlreiche Generatoren im Netz, die in der Regel kostenlos und einfach zu bedienen sind. Aus einer Publikation der Stadtbücherei Frankfurt (die ich sehr empfehlen kann) stammt die Idee, diese Wortwolken für die kreative Auseinandersetzung mit Kinder- und Jugendliteratur zu nutzen. Diese Idee habe ich für die Lesetagebuchkartei adaptiert, die ich vor 6 Jahren begonnen habe.

Die Schüler*innen sollen auf wortwolken.com eine Wortliste zu ihrem gelesenen Buch anlegen. Dabei können sie jedem Wort noch zusätzlich noch eine „Gewichtung“ geben, wodurch das Wort dann größer dargestellt wird. Zudem kann der Wortwolke eine bestimmte Form gegeben werden, die im besten Fall auch gut zu dem Buch passt. Die fertig ausgedruckte Wolke kann dann in das Lesetagebuch eingeklebt werden.

Ich habe diese Methode bereits erprobt. Nach einer kurzen Einführung kamen die Kinder sehr gut mit der Bedienoberfläche klar. Ich habe jedoch auch ein Erklärvideo angelegt (und via QR-Code auf der Kartei verlinkt), damit sich in offeneren Unterrichtsszenarien selbstständig eine Erklärung der Methode ansehen können. Das Video eignet sich auch sehr gut, um als Lehrkraft einen Überblick über diese Methode zu bekommen. Daher habe ich mich hier jetzt (vergleichsweise) kurz gefasst.

Das Video und die Kartei stehen unter offener cc-by-sa-Lizenz, dürfen als in allen Kontexten genutzt und auch überarbeitet werden. Anmerkungen und Fragen zur Methode dürfen gerne in den Kommentaren Platz nehmen.

Knobelheft zur schriftlichen Division

Zuallererst bedanke ich mich ganz artig für die Kommentare, Hinweise und Mails zum ersten Heft zur schriftlichen Division. Die Änderungen kommen in den Osterferien dran. Das Knobelheft habe ich am Wochenende beendet (für die Kinder, denen die bloße schriftliche Division noch nicht knobelig genug ist).

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Wie immer findet sich alles im Wiki der ZUM.

An dieser Stelle noch einmal der Hinweis auf Mias Knobelkartei, die inzwischen 33 Aufgaben für Klasse 3-4 umfasst und verschiedene Einsatzmöglichkeiten bietet!

Mia dividiert schriftlich

Ein großer schwarzer Fleck in der Liste der Mia-Hefte war bisher die schriftliche Division. In meinem letzten Durchgang hatte mich damals ein wenig die Lust verlassen. Danach lag dieses Thema 4 Jahre lang brach. Nun habe ich mich wieder einmal drangesetzt und bin noch immer nicht sonderlich zufrieden. Der Algorithmus der schriftlichen Division ist ein echter Kracher: viele Schritte müssen bedacht werden, die Notation der Einzelschritte springt von links nach rechts, die Aufgaben des kleinen Einmaleins müssen gut beherrscht werden, es gibt viele Sonderfälle zu bedenken … und dann verbraucht die Notation auch noch wahnsinnig viel Platz. Das macht es natürlich nicht besonders leicht, ein adäquates Mia-Heft zu erstellen. Herausgekommen ist folgendes Heft, was ich hier ganz explizit zur Diskussion stelle. Es ist auch als PDF- oder Publisher-Datei bei der ZUM erhältlich. Es überzeugt mich noch nicht. Ich werde es auf jeden Fall einmal praktisch erproben um zu sehen, ob es überhaupt eine Hilfe ist. Ich bitte aber auch hier um kritische Kommentare. Für ein Knobelheft zur schriftlichen Division habe ich noch einige Ideen .. das wird im Laufe des Wochenendes entstehen.

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Influencer – nun auch in deinem Grundschulblog

Ich gestehe, dass ich vor einem Jahr den Begriff „Influencer“ noch nicht gehört hatte. Nun sind die ersten Influencer in der Grundschulblogger-Szene angekommen, weswegen ich gerne über dieses „Phänomen“ aufklären möchte. Zur Begriffserklärung zitiere ich den Einleitungssatz des Wikipedia-Artikels:

Influencer (von engl. to influence: beeinflussen) ist ein um 2007 entstandener Begriff für eine Person, die aufgrund ihrer starken Präsenz und hohen Ansehens in einem oder mehreren sozialen Netzwerken eines kommerzialisierten Internets für Werbung und Vermarktung in Frage kommt (Influencer-Marketing).

Klassische Beispiele für Influencer sind Youtubegrößen wie BibisBeautypalace, die in ihren Videos gerne einmal Markenprodukte platzieren/anpreisen und dafür Geld einstreichen. Dabei wird der Hinweis, dass es dabei eigentlich um Werbung handelt, im Rahmen der (leider sehr laschen) Gesetze eher im Kleingedruckten versteckt. Dies ist auf jeden Fall ein Thema für die Grundschule (Stichwort: Medienkompetenz), aber darum soll es jetzt eigentlich nicht gehen. Denn: Solche Influencer gibt es inzwischen auch in den Grundschulblogs.

Es ist nicht neu, dass Grundschulblogger versuchen, ihre (teils immensen) Ausgaben für Illustrationen und andere „Rohstoffe“ auf verschiedenen Wegen kompensieren wollen: Mitgliedschaften, Spendenbuttons und AmazonPartnerlinks kennen wir schon (wobei die Partnerlinks nicht immer transparent als solche kenntlich gemacht werden – was aber eigentlich zwingend erforderlich ist).

Nun liegt mir aber die Mail eines Grundschulbloggers vor, welcher gezielt Verlage anschreibt und „Werbeplätze“ im Blog und auf den dazugehörenden Social-Media-Kanälen anbietet (ab 100€ pro Woche). Die Werbung wird dann im Rahmen eines herkömmlichen Posts „versteckt“ und nicht als solche kenntlich gemacht. Mal davon abgesehen, dass man hierfür durchaus auch mal abgemahnt werden kann, finde ich es unfair der Leserschaft gegenüber. Grundschulblogs, denen ja (noch?) das Image anhaftet, aus großer Gutmütigkeit und Nächstenliebe geschaffen worden zu sein, werden hier gezielt – aber versteckt – kommerziell genutzt. Mit Gewinnspielen und ähnlichem werden (aggressiv) Likes generiert, um anschließend bei den Werbekunden aufgrund der hohen Frequenz auf den Seiten einen höheren Werbepreis erzielen zu können.

Ich habe ja schon mein Problem mit Rezensionen, zu denen Verlage kostenlose Prüfmuster bereitstellen. Einen objektiven Eindruck kann man hier in der Regel nicht erwarten. Wer beißt schon in die Hand, die einen mit teurem Material füttert?? Aber diese Werbungs-Influencer-Nummer hinter der Fassade eines jungen, dynamischen, großzügigen Grundschulbloggers zu verstecken finde ich da noch deutlich unverfrorener (zumal es ggf. sogar die Grenzen des rechtlich Erlaubten überschreiten könnte).

Also: Augen auf, wenn euch im freundlichen Blog von nebenan Material empfohlen wird. Es könnte sein, dass der Verlag für diese Empfehlung bezahlt hat.

Anmerkung: Ich bitte schon vorab von Namensnennungen und Verlinkungen in den Kommentaren abzusehen. Ich habe den Artikel bewusst so verfasst, dass keine Rückschlüsse auf den angesprochenen Grundschulblogger gezogen werden können. Die männliche Form wurde aus purem Chauvinismus gewählt :).

Knobelei der Woche auf der eigenen Schulhomepage

Inzwischen ist das von mir angedachte Knobelkartei-Projekt schon ein Stückchen gewachsen: aktuelle gibt es schon 17 Knobelaufgaben (für Klasse 3 und 4), verschiedenen Ausführungen der Kartei (samt Quelldateien) und eine Idee für die Nutzung im Unterricht. Nun bin ich heute eine weitere Idee angegangen: die Knobelei der Woche auf einer/unserer Schulhomepage. Ich werde dies noch einmal ausführlich dokumentieren, wollte aber hier schon einen ersten Eindruck geben (den man auch leicht auf die eigene Schulhomepage integrieren kann). Weiterlesen

Pimp your IWB – Whiteboards sinnvoller nutzen

Interaktive Whiteboards (im Volksmund oft Smartboards genannt, was falsch ist, denn man sagt ja auch nicht zu jedem Auto Mercedes) haben es nicht leicht in der Schule. So haben noch nicht einmal so richtig zur Verbreitung gefunden, da gibt es schon den Abgesang auf sie: zu teuer, zu anfällig, zu nutzlos. Ja, teuer sind sie. Vielleicht auch anfällig für Defekte, wobei ich dies von unseren Boards nicht behaupten kann. Aber nutzlos? Es kommt drauf an.

IWBs in der Grundschule

Um über die Frage des Nutzens reden zu können, muss man sich wohl die Alternative ansehen, über die im Allgemeinen geredet wird: ein Beamer und ein klassische Weißwandtafel. Damit habe ich immerhin ebenfalls keine Kreide mehr in der Tafel, ich kann Filme ansehen oder Internetseiten aufrufen, wann immer mir danach ist, ich kann über eine Doc-Cam Schülerergebnisse oder Druckvorlagen auf die Tafel projezieren und ich kann zu Hause vorbereitete Präsentationen oder Tafelbilder zeigen. Warum also ein IWB für viel Geld anschaffen?

Meine Antwort: Weil man mit einem IWB echte interaktive Elemente in den Unterricht integrieren kann. Und das muss man in der Grundschule deutlich häufiger, als an weiterführenden Schulen. Ein gutes Beispiel ist der Mathematikunterricht, wo ich in der Schuleingangsphase Mathematikaufgaben mit Rechenplättchen visualisiere, um sie behutsam von der enaktiven auf die symbolische Ebene zu bekommen. Mit interaktiven Übungen kann ich dies leicht bewerkstelligen, viel einfacher als mit herkömmlichen (und auch nicht billigen) Magnetplättchen für die Tafel. Ich kann gemeinsam mit den Schülern eine Mindmap entwerfen und diese einfach ein wenig verkleinern, wenn ich merke, dass der Platz nicht reicht. Und ich kann die Mindmap abspeichern und Stück für Stück den Lernzuwachs eintragen, der im Rahmen des Sachunterrichts entstanden ist. Einen Schülertext, den wir gemeinsam besprochen und Schreibtipps im Text des Schülers gemeinsam eingetragen haben, drucke ich einfach schnell aus, so dass der Schüler seinen ursprünglichen Text dann auf Grundlage der Tipps überarbeiten kann – auch wenn die Tafel schon ausgeschaltet ist. In einer Teilreflexion am Ende der Stunde können Schüler ihren Wissenszuwachs mit Hilfe einer interaktiven Übung selbst Überprüfen – das Feedback kommt nicht von der Lehrkraft, sondern vom Programm – und den Mitschülern. Und dank des großen Bildschirms können alle gleichermaßen gut sehen.

Gerade diese interaktiven Elemente sind es, die den Nutzen des IWB für mich ausmachen. Wenn ich es jedoch nur als digitale Variante des Kreidemonsters nutze (und ich befürchte, dass es KollegInnen gibt, die das tun), dann entsteht nur ein geringer Mehrwert: es staubt nicht mehr so – und ist schneller gewischt.

Interaktive Übungen erstellen – nur wie?

Unsere Schule arbeitet mit Boards der Firma Promethean, von daher kann ich nur über deren Software ActivInspire schreiben. Ich vermute aber mal, dass die Software der Konkurrenten ähnliche Features besitzt – oder eben auch nicht. Interaktion heißt dort nämlich vor allem, dass man Dinge auf dem Tafelbild verschieben kann. Auf diese Weise kann man z.B. einen Lückentext erstellen, bei dem man Wörter in die vorbereiteten Lücken schieben kann (schon das geht auf der Kreidetafel nicht). Nur leider erfolgt keine Rückmeldung durch das Programm. Es muss also entweder der Lehrer neben der Tafel stehen, der sagt: „Ja, das stimmt“ oder man baut (umständlich) Möglichkeiten zur Selbstkontrolle ein (z.B. indem die richtige Lösung auf einer zweiten Seit des Tafelbilds steht). Ich kann Tafelbilder erstellen, bei dem eine Auswahl an Wörtern nach bestimmten Kriterien sortiert werden muss (z.B. nach der Wortart), aber das Feedback dazu erfolgt nicht automatisch. Irgendwie ist da Interaktion nur halbherzig gedacht worden.

In einem gewissen Rahmen erlaubt ActivInspire die „Programmierung“ von Interaktionen der Art „Wenn du das Rechteck anklickst, dann verstecke den Text“, aber die Dauer für die Erstellung solcher „Spielereien“ und der Nutzen im Unterricht stehen für mich in keinem guten Verhältnis.

Zu vielen Lehrwerken gibt es inzwischen vorgefertigte interaktive Tafelbilder. Sie gehen schon einen Schritt weiter und greifen dabei natürlich auch immer die Darstellungsformen des Lehrwerks auf (was auch nicht unwichtig ist), aber überzeugt haben mich diese Programme bisher auch noch nicht.

Eine kostenlose und ertragreiche Lösung habe ich für mich in (inzwischen) zwei Diensten gefunden. Learningapps und H5P. Zu Learningapps habe ich schon einen umfassenden Artikel auf wirksame.schule geschrieben, in dem ich alle Übungsformate vorgestellt habe, die man dort (kostenlos und intuitiv) erstellen kann. Auf der Seite des Projekts H5P kann man sich ebenfalls kleine Lernapps erstellen (wenn auch noch nicht ganz so viele). In den kommenden Tagen will ich dazu noch mehr schreiben.

Der eigentlich Punkt ist: diese Übungen/Apps kann man vollständig in der Tafelsoftware ActivInspire integrieren. Sowohl bei Learningapps, als auch bei Übungen der Seite H5P wird ein Code unter der jeweiligen App angezeigt, mit dem man die App in bestehende Internetseiten einbetten kann. Der Clou: diesen Code kann man auch in ActivInspire verwenden. Hierzu geht man auf „Einfügen“ -> „Verknüpfung“ -> „Eingebettetes HTML“. Dann öffnet sich ein kleines Fenster, in das man den kopierten Code von Learningapps oder H5P einträgt. Und schon wird die Lern-App innerhalb der Tafelsoftware angezeigt. Sie ist also in mein sonstiges Tafelbild integriert. Durch die Vielzahl an Übungen kann ich so auf die Schnelle sehr viele interaktive Tafelbilder erzeugen, die immer auch ein automatisiertes Feedback an die Schüler geben, auch wenn der Lehrer nicht daneben steht.

Aus meiner Sicht gewinnt das IWB damit (in der Grundschule) noch einmal deutlich dazu.

Update: Hier nun ein kleines Tutorial zum Einfügen der Apps

Vielleicht möchten sich ja Nutzer anderer Boardhersteller dazu äußern, ob es in ihrer Boardsoftware eine ähnliche Funktion zum Einbetten von Apps gibt.