Wequests und Lernpfade an einem MedienMontag

Heute war wieder MedienMittwoch an unserer Schule, der aufgrund von Terminengpässen auf einen Montag gelegt wurde. Nachdem wir uns schon mit unserer schulischen IT-Ausstattung, Filmen im Unterricht und Learningapps beschäftigt hatten, ging es heute dann um Webquests, Lernpfade und die Wissensforscherhefte.

Bei der Vorbereitung geriet ich ins Stocken: Sind Webquests noch zeitgemäß? Macht überhaupt noch irgendwer Webquests? Immerhin erfand Bernie Dodge die Methode vor 21 Jahren, was in IT-Jahren eine halbe Ewigkeit ist. Im Jahr 1995 gab es keine Tablets oder Smartphones und die meisten Grundschulen kannten Internet nur vom Hörensagen. Dinge, die damals „voll im Trend lagen„, nutzt heute kein Mensch mehr. Warum also Webquests?

Gleichwohl könnte man aber fragen: Wer hat eigentlich überhaupt schon Webquests in der (Grund-)schule eingesetzt, eine Arbeitsform, bei der es darum geht, dass die Informationen und Materialien, die das Internet bietet, und die Möglichkeiten zur Bearbeitung von digitalen Informationen, die durch Computer eröffnet werden, für problem- und handlungsorientiertes Lernen genutzt werden? An welcher Schule spielen das Internet und digitale Medien überhaupt eine einigermaßen wichtige Rolle (sieht man Antolin und der Lernwerkstatt ab)? Oder sind wir in der Schule vielleicht doch noch eher im Jahr 1995 zu Hause? Findet Internet und Digitalisierung noch immer nur als Randnotiz statt? Laufen bei uns nicht noch immer etliche PCs mit Windows 95? Gilt an Grundschulen nicht noch immer: keine Tablets, keine Smartphones und Internet nur vom Hörensagen?

Ich selbst habe in den letzten Wochen zwei Webquests zu erneuerbaren Energien angeboten und die Schüler daran arbeiten lassen und gemerkt, wie wichtig das ist. Recherchieren will eben auch gelernt sein, vor allem wenn man ganz gezielt Informationen braucht. Eine Internetseite (Hypertext) zu lesen und zu verstehen ist etwas ganz anderes, als einen Sachtext zu lesen und zu verstehen. Einen Filmclip zu sehen, Informationen aus dem Gesehenen zu extrahieren und dann weiterzuverarbeiten muss gelernt werden. Die Kinder verbringen zwar immer mehr Zeit vor Youtube & Co, das sorgt aber scheinbar noch lange nicht dafür, dass Filme besser verstanden werden. Konsum und Lernen sind zwei recht verschiedene Dinge. Am Ende gab es Zweifelsohne viele Ergebnisse dabei, die zeigten, dass bei der Arbeit mit Webquests tolle Lernerfolge erzielt werden können. Aber für einige Gruppen war es auch ein Aha-Erlebnis, zu sehen, dass Internet und Computer auch Arbeit und Anstrengen bedeuten kann.

Letztlich kam ich zu dem Schluss, dass Webquests auch im Jahr 2016 noch einen wichtigen Beitrag zur Medienkompetenz leisten können. Daher wollte ich sie im MedienMittwoch anbieten, zumal man inzwischen zahlreiche fertige Webquests im Netz findet. Den MedienMittwoch wollte ich allerdings nicht als schnöden Vortrag gestalten, sondern in Form eines Wissensforscherheft. Auf diese Weise konnten sich die Kollegen auch direkt mit den neuen Tablets vertraut machen. Mit (mehr oder weniger offener) Recherche sollten sich die Kollegen mit Hintergrundinformationen beschäftigen, aber auch selbst Webquests und Lernpfade ansehen und bewerten. Daraus entstand am Ende eine angeregte Diskussion, die direkt im Thema für den nächsten MedienMittwoch endete: Webquests und Lernpfade in WordPress erstellen. Ich freue mich schon drauf.

Für alle Interessierten biete ich das kleine Heft zum Download an. Dort sind auch zahlreiche Links zu dem Thema verzeichnet. Es taugt auch für Lehrkräfte außerhalb unserer Schule zum Selbststudium:

Download “Webquest.pdf” – 141-mal heruntergeladen –

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr interessant!
    Vielen Dank für diese Infos, ich taste mich sehr langsam und alleine ans Thema Internet und Neue Medien im Klassenzimmer heran … Da finde ich Ihre Infos und Gedanken sehr hilfreich und motivierend!
    LG Katrin

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