Ungewollte Hospitation im Unterricht

Die Bundesnetzagentur geht aktuell  gegen  Kinder-Smartwatches mit Abhörfunktion vor. In der Pressemitteilung werden auch ausdrücklich Schulen erwähnt (und da wohl vor alle Grundschulen) und gebeten, gezielt auf diese Uhren zu achten. Lehrer (und alle anderen Personen auch) können Besitzer dieser Uhren an die Bundesnetzagentur melden. Diese wendet sich dann an die Besitzer und fordert sie zur Vernichtung der Uhren  auf. Die Vernichtung muss nachgewiesen werden.

Doch was können diese Uhren eigentlich? Kurz gesagt können die Eltern damit die Umgebung des Kindes abhören, ohne dass das Kinder oder die Umgebung es bemerken würden. In der Uhr ist eine SIM-Karte verbaut, die es ermöglicht, dass die Uhr über eine App auf dem Smartphone der Eltern angerufen werden kann. Die Eltern können dann hören, was in der Umgebung gesprochen wird (und dies natürlich ggf. auch Aufzeichnen). Die Uhren haben noch weitere Funktionen (man kann z.B. den Kindern Anweisungen auf die Uhr schicken, die die Uhr dann den KIndern ad hoc vorliest – der Traum aller Helikoptereltern). Auf diese Weise hat man dann direkt eine ungewollte Hospitation im Unterricht. Diese Abhörfunktion ist natürlich in Deutschland verboten. Doch gerade aus den sogenannten „China-Shops“ im Unterricht sind solche Uhren noch immer für weniger als 40€ zu bekommen (ich verlinke hier bewusst keine Angebote, man findet jedoch über Google und die Suchbegriffe „Smartwatch Kinder SIM“ oder ähnliche Begriffe schnell entsprechende Offerten). Ich bezweifle, dass solche Angebote aus ausländischen Onlineshops wirksam verhindert werden können. Daher müssen wir wohl in der Tat die Augen offen halten.

Solltet ihr feststellen, dass Kinder in euren Klassen eine Smartwatch tragen, würde ich erstmal schauen, welches Fabrikat und Modell sich dort am Handgelenk befindet. Über eine Googlerecherche  kann man dann schnell herausfinden, welche Funktionen die Uhr bietet. Sollte es eine solche „Abhör-Uhr“ sein, kann man dann weitere Schritte einleiten. Ich gehe davon aus, dass Meldungen an die Bundesnetzagentur anonym behandelt werden.

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3 Antworten

  1. Katha sagt:

    Lieber Florian,
    da bin ich gestern auch hellhörig geworden und habe mich arg erschreckt. Es ist doch wirklich unglaublich, was so alles auf dem Markt zu finden ist und wirklich nicht nachvollziehbar, wie bewusst oder unbewusst blöd Eltern sowas einsetzen…
    Ich werde in den nächsten Tagen mit sehr viel offeneren Augen auf die Handgelenke meiner Schüler schauen und auch die Kollegen durchaus mal drauf ansprechen.
    LG – und danke fürs Verbreiten des Problems –
    Katha

  2. Tarik sagt:

    So ein Quatsch. Ich habe meinen Unterricht schon vor 38 Jahren mitgeschnitten, ohne dass es bemerkt wurde. Warum diese Panikmache jetzt? Technische Geräte dafür gibt es seit Jahren in Unmengen.

    • Valessa sagt:

      Es geht ja kaum drum dass DU DEINEN Unterricht mitschneidest, sondern darum, dass jmd anders das heimlich bei dir macht.
      Mal davon ab – auch diese Unterrichtsmitschnitte sind nicht unbedingt einfach so ohne Weiteres erlaubt.
      Zumindest laut Info unseres Schulamts.

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