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In den Kommentaren zur Buchvorstellung „Die Grundlagen der effektiven Schreibdidaktik“ fragte eine Leserin an, welche Förderansätze denn vorgestellt werden. Ich möchte darauf einmal kurz eingehen. Philipp stellt verschiedene Maßnahmen vor, zu denen er auch aus verschiedenen Untersuchungen Effektstärken auflistet. Diese werde natürlich hier nicht wiedergeben, aber ich denke die reinen Maßnahmen sollte ich benennen können.

  1. Schreibstrategien vermitteln (dazu später mehr)
  2. Kooperatives Schreiben (siehe z.B. das Tandemschreiben)
  3. Feedback durch Erwachsene
  4. Textproduktziele setzen (Stichwort Schreibkriterien)
  5. Textstrukturwissen vermitteln (auch dies lässt sich später in Schreibkriterien abbilden)
  6. Inhalte diktieren lassen bzw. reine Übungen zum „Handwerk Schreiben“
  7. Texte planen üben
  8. Schreiben am PC
  9. Satzbauübungen
  10. Feedback durch Schüler
  11. Modellhafte Texte untersuchen

Das mag für einige KollegInnen auf den ersten Blick alles trivial und lapidar klingen, vielleicht denkt man sich auch ein „mach ich doch“, aber so ganz eindeutig sehe ich das nicht. Wenn ich mir so manches didaktisches Material in Schulbüchern, Unterrichtsmaterial oder im Internet ansehe, kann ich von diesen Förderansätzen wenig wiederfinden. Dabei sollten zumindest einige der 11 genannten Punkte Bestandteile jedes sinnvoll strukturierten Lernarrangements mit dem Schwerpunkt „Schreiben“ sein. Doch was man allzu oft findet sind Aufgaben des Typs: „Schreib doch mal zu diesem Bild“. Oder es werden 5 Zutaten vorgegeben und die Kinder sollen ein Fantasierezept dazu schreiben. Das mag bei starken Schülern u.U. zu erfreulichen Ergebnissen führen, aber den übrigen Schülern wohl eher nicht.

Zu den Schreibstrategien führt Philipp auch einiges aus. Darunter versteht er ein ganzes Bündel von Strategien:

  • Gestalten der Schreibumgebung
  • Studieren von Textmodellen (sowohl inhaltlich/strukturell, wie auch sprachlich)
  • Zeitplanung
  • Schreibziele setzen
  • Selbstüberwachung der Textqualität
  • Kognitive Strategien anwenden (planen – schreiben – revidieren)
  • bilden mentaler Bilder
  • Verbalisieren des Inhalts beim Schreiben

Die Maßnahmen und Strategien erläutert Philipp allesamt mit Beispielen und weiteren Forschungsbefunden, allerdings nicht in der Weise, dass man es danach sofort im Unterricht einsetzen könnte (das ist ja auch gar nicht der Anspruch des Buchs!). Aber dennoch wird beispielsweise ein Planungsraster vorgestellt, mit dem man narrative Texte in der Grundschule planen kann.

Ich denke, dass ich in den nächsten Wochen einmal versuche, eine (fiktive) Reihe zu einem Schreibthema aufzuschreiben, in der ich dann versuche einige der genannten Ansätze umzusetzen. Vielleicht hilft das dann noch ein bisschen mehr.

 

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  1. Pingback: Vom Planen einer Geschichte | Herrn Emrich schreibt

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