Über das Scheitern schreiben – #EDUFuckUpNight

Bei der heutigen regionalen Bildungskonferenz des Rhein-Sieg-Kreises zum Thema „Digitale Lebenswelt – Chance und Herausforderung für die Bildung“ in Troisdorf statt (#biko17rs). Insbesondere der Impulsvortrag von André Panné war äußerst spannend. Er betrachtete Digitalisierung in erster Linie aus unternehmerischer Sicht (und warum Deutschland hier im Vergleich zu den USA deutlich hinterherläuft), leitete hieraus aber auch Konsequenzen für die Zukunft der Schule ab. Im Laufe des Vortrags kam er auch auf FuckUp-Nights zu sprechen. Ich kannte den Begriff und das dahinterstehende Konzept bisher noch nicht. Bei FuckUp-Nights geht es darum, dass gescheiterte Existenzgründer ihre Geschichten erzählen, gewissermaßen unter dem Motto: „Wenn du verlierst, verliere nie die Lektion.“ Ursprünglich kommt die Idee aus Mexiko, wo befreundete Unternehmer merkten, wie wertvoll und nachhaltig der Austausch über unternehmerische Fehler ist.

Mir kam spontan die Idee: Warum gibt es so etwas nicht auch im Bildungsbereich. Wenn man bei Twitter und in den angeschlossenen Blogs von schulischen Projekten oder Unterrichtsideen liest (sei es digital oder analog), dann sind es in der Regel gut funktionierende Erfolgsmeldungen, teils sogar richtige Leuchtturmprojekte. Natürlich sind solche Berichte auch wichtig. Wo sind aber die Berichte von BYOD-Versuchen, bei denen etwas gründlich schief gelaufen ist? Wo ist der Bericht von Ideen digital-unterstützten Lernens, bei dem sich im Nachhinein herausgestellt hat: analog ist besser. Wir alle haben doch bestimmt schonmal eine Stunde an die Wand gefahren, oder?

Es erfordert bestimmt Mut (sehr viel Mut), um darüber öffentlich zu berichten und zu reflektieren. Auf der anderen Seite steht jedoch auch der Lerneffekt, den man für sich selbst, aber auch für andere erreichen kann und vielleicht sogar eine gewinnbringende Diskussion, wie man es in Zukunft besser gestalten kann.

Ich werfe den Hashtag hiermit einfach mal in die Runde. Ich bin gespannt, ob er aufgenommen wird und vielleicht (schon bald?) erste Berichte Diskussionen bei der #EDUFuckUpNight kommen.

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1 Antwort

  1. Katha sagt:

    Lieber Florian, wieder einmal eine gute Anregung. Ich werde #EDUFuckUpNight gern aufnehmen und in den nächsten Tagen mal von meiner letztjährigen Animationsfilm-AG bloggen. Der ENtwurf steht schon und dürfte gut in das Profil von „gegen die Wand gefahren“ passen… 🙂
    LG, Katha

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