Kurz vorgestellt: tutory.de

Gestern ist ein neuer Onlinedienst ans Netz gegangen, der die Arbeit von Lehrer*innen ein wenig erleichtern möchte. Hinter tutory.de verbirgt sich ein Online-Editor für Arbeitsblätter, die dort gezielt als OER (open educational ressources) erstellt und veröffentlicht werden können.

Aus meiner Sicht war ein derartiges Tool überfällig. Erklärtes Ziel von OER-Materialien ist es, diese unter freien Lizenzen zugänglich und bearbeitbar zu machen. Doch gerade die Möglichkeit zur Bearbeitung stellt eine relativ hohe Hürde dar. Ich selbst erstelle meine Arbeitsmittel gerne mit Publisher. Damit stehe ich jedoch relativ einsam da. Die Mieze-Mia-Hefte beispielsweise veröffentliche ich immer auch als Publisher-Datei, jedoch werden diese kaum genutzt. Deutlich höheren Zulauf haben die PDF-Dateien, die sich aber nicht mehr (bzw. kaum) bearbeiten lassen. Zeitweise bin ich aus diesem Grund auf LibreOffice umgestiegen, welches kostenlos verfügbar ist. Die Arbeit mit diesem Programm war jedoch für mich eine Qual und die Quelldateien wurden auch hier kaum genutzt. Daher habe ich diesen Exkurs schnell wieder abgebrochen. Auch wenn ich meine Dateien also bisher unter freier CC-Lizenz veröffentlicht habe, war bei Bearbeitbarkeit nicht zufriedenstellend gesichert.

Mit Tutory nun habe ich die Möglichkeit alle Arbeitsblätter auch immer automatisch in einer bearbeitbaren Version anzubieten. Jedes Arbeitsblatt kann dort wahlweise als PDF heruntergeladen werden oder als Vorlage für ein neues Arbeitsblatt dienen. Kleine Tippfehler lassen sich auf diese Weise ebenso schnell ausbessern, wie auch eine größere Veränderung als Anpassung an die Lerngruppe.

Der Arbeitsblatteditor ist schon erstaunlich weit gediehen. Textfelder lassen sich einfügen und (fast) frei platzieren, Grafiken und Lineaturen lassen sich auch einbinden. Die Bedienung ist wirklich intuitiv und einfach. Ich möchte an dieser Stelle gar keine großartigen Erklärvideos oder Screenshots anbieten, sondern einfach dazu einladen, es einmal zu testen. Die Registrierung ist kostenlos und einfach. Die ersten vorzeigbaren Ergebnisse hat man schnell zusammen. Bei mir ist es ein kleines AB mit einem Lesestrategietraining geworden.

Bei aller Euphorie wird Tutory aber (noch) nicht meinen Publisher ablösen. So besteht bisher noch keine Möglichkeit die Schriftgröße- oder Schriftart bzw. den Zeilenabstand anzupassen. Diese Funktion halte ich jedoch für elementar wichtig, wenn es um Arbeitsmaterial für Grundschüler geht. Auch lassen sich noch keine Tabellen einfügen. Dies sind jedoch alles Funktionen, die wohl bereits in Arbeit sind und nach und nach ergänzt werden. Von daher bin ich sehr gespannt, welchen Weg Tutory gehen wird. ich werde es mit Sicherheit regelmäßig nutzen und damit erstelltes Material hier und anderswo nutzen.

#Krimi zum Zweiten: Krimis untersuchen

Neben der Arbeit im Lesetagebuch verwende ich parallel ein Werkzeug, dass ich bereits im März einmal ausführlich vorgestellt und begründet hatte: den Geschichtenplaner. Diesen habe ich nun ein wenig modifiziert und habe dabei die spezifischen Charakteristika einer Krimigeschichte integriert.

page1-530px-Krimiplaner.pdf

Die Kinder untersuchen mit Hilfe des Krimiplaners den Krimi im Anschluss an des Lesen der Lektüre in Bezug auf folgende Fragestellungen:

  • Welche Orte spielen in der Geschichte eine Rolle? Welche Tatorte gibt es?
  • Wer sind die Protagonisten (das Ermittlerteam)?
  • Wer ist der Täter? Welche weiteren Verdächtigen gibt es?
  • Wie beginnt der Krimi? Welches Verbrechen wird verübt?
  • Wie laufen die Ermittlungen ab? Welche Schritte unternimmt das Ermittlerteam auf dem Weg zur Lösung?
  • Wie wird der Täter überführt? Welche Lösung hat die Geschichte/der Fall?

Diese Untersuchungsschwerpunkte lassen sich in vielen, aber mit Sicherheit nicht in allen Kriminalromanen für Kinder wiederfinden. Die Geschichten von Lasse und Maja, dich ich im letzten Beitrag kurz vorgestellt hatte, passend jedoch hervorragend in dieses Raster.

Mit der Verwendung dieses Planers möchte ich jedoch nicht nur das Verständnis des gelesenen Buches unterstützen, sondern auch die Entwicklung eigener Kriminalgeschichten anbahnen. Der Krimiplaner soll nämlich auch als Planungsraster für die Textproduktion der Kinder dienen. Dazu folgen eine Gedanken am Wochenende.

#Krimi zum Ersten: Das Lesetagebuch

Da ich die Weihnachtszeit derzeit dazu verwende mit meiner Lerngruppe rund um das Thema „Krimi“ zu arbeiten, möchte ich an dieser Stelle ein paar meiner Gedanken zu diesem Themenkomplex vorstellen.

Grundlage der Reihe war die Lektüre „Das Schulgeheimnis“ aus der LasseMaja-Reihe von Martin Widmark (die ich wirklich sehr empfehlen kann). Hierzu haben wir Teile des Lesebegleitheftes aus dem Beltz-Verlag bearbeitet, aber auch im Lesetagebuch gearbeitet. Der Vorteil des Lesetagebuchs liegt insbesondere darin, dass hier jedes Kind recht individuell nach seinen Lernvoraussetzungen arbeiten kann. Dies setzt natürlich voraus, man sich einerseits darüber bewusst ist, auf welchem Lesekompetenzniveau sich die Schüler*innen befinden, und man andererseits auch Aufgabenstellungen anbietet, die diese Niveaustufen berücksichtigen.

Ich arbeite daher schon seit einigen Jahren mit einer kleinen Kartei aus inzwischen 25 Aufgaben, die ich jedoch je nach Anwendungsfall (deutlich) reduziert anbiete. Hierbei werden sowohl verschiedene Arbeitsformen, als auch verschiedene Anforderungsniveaus angeboten.

Dieses Lesetagebuch ist von den Aufgabenstellungen her recht allgemein gehalten, so dass es sich auf eine große Bandbreite narrativer Texte übertragen lässt. Allerdings erscheint es mir durchaus sinnvoll auch ganz bewusst solche Aufgaben anzubieten, die die spezifischen Elemente einer Textsorte in den Blick nehmen, auch weil diese Elemente eine große Rolle spielen, wenn Schüler eigene Kriminalgeschichten produzieren sollen. So können die Schüler*innen direkt am Modell erfahren, welche Möglichkeiten der Umsetzung textsortenspezifischer Merkmales es gibt.

Daher habe ich für die Arbeit mit den Krimis einige wenige Aufgabenstellungen erarbeitet und in einer separaten Datei in das Grundschullernportal gestellt. Hier dürfen sich die Kinder nun mit der Frage nach Verdächtigen und deren Motiven auseinandersetzen, Bilder von Tatorten und Beweismitteln anfertigen, den Kriminalfall in einem Zeitungsbericht aufarbeiten oder das Ermittlerteam genauer vorstellen.

Weitere Elemente und Gedanken zur Reihe rund um den Krimi folgen im Laufer der Woche.

 

Klassenregeln

Nein, dies ist kein Beitrag rund um das Classroom-Management (was aber ein spannendes und lohnendes Thema ist) und auch keine Auseinandersetzung mit Klassenregeln (worüber man auch viel Schreiben könnte). Es soll lediglich um eine (freie) Grafikdatei gehen, aus der man sich mit wenigen Klicks kostenlos ein Klassenregel-Plakat machen kann.

Via Twitter bin ich auf einen englischen Anbieter eines Klassenregel-Plakates gestoßen. Es gefiel mir auf den ersten Blick von der Gestaltung und der Idee. Für den deutschsprachigen Raum habe ich bisher nicht etwas entsprechendes entdeckt. Daher habe ich mich drangesetzt und etwas ähnliches erstellt. Die Grafiken habe ich mit ein bisschen Suchen bei openclipart gefunden, die Schriftart ist eine Weiterentwicklung einer Schriftart aus der openfontlibrary. Erstellt habe ich die Grafik mit Inkscape, einem quelloffenen Vektorzeichenprogramm. Das entstandene Regelplakat, das man sich nun hier herunterladen kann, ist also vollkommen frei anpassbar: Die Farben können verändert werden, Formulierungen können ausgetauscht und geändert werden.

Regelplakat Schema3

Edith sagt: Sorry, nachdem ich gerade erst bemerkt habe, dass OneDrive eine Registrierungspflicht hat, biete ich nun die Dateien auch vollkommen registrierungsfrei an: https://www.kgscloud.de/index.php/s/vRi2hBNEXnAYYIF

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GruSchuLi mit kleinem Update

In der Vergangenheit haben ich ein paar kleinere Schriftarten erstellt, die es hier oder auch hier zum kostenlosen Download gibt. Der Linienschriftart „GruSchuLi“ habe ich nun ein kleines Update zuteilwerden lassen, welches Linkshändern unterstützen soll. Das Zeilenhäuschen kann man nun auch mit den Tasten „u“, „j“, „m“ oder „7“ am rechten Ende der Zeile einfügen. Bei der Platzierung links wird dies ja oft von der Schreibhand verdeckt.

Bitte prüft doch einmal, ob das Update auch auf allen Betriebssystem läuft, denn ich kann es hier nur auf dem PC, jedoch nicht auf Linux oder Mac testen.

https://www.kgscloud.de/public.php?service=files&t=0c50098074aa7bd45692c825941ada74

Mieze Mia – (k)eine OER-Erfolgsgeschichte ??

In 14 Tagen findet in Köln das OER-Camp zu freien Bildungsmaterialien statt. Ich werde in diesem Jahr (hoffentlich) zum ersten Mal live dabei sein und möchte vorab, als kleines Warm-Up, über meinen eigenen OER-Erfahrungen reflektieren.

Worum es geht

Vor ziemlich genau 4 Jahren begann ich mit der Arbeit an einer kleinen Arbeitsheft-Serie für den Mathematikunterricht der Grundschule. Unter dem Label „Mathe mit Mieze Mia“ erstellte ich Mini-Arbeitshefte für meine Klasse. In jedem Heft wurde ein kleiner Teilaspekt zum vertiefenden Üben thematisiert, so dass die Hefte bei mir vor allem zur individuellen Förderung eingesetzt wurden.

Da ich zu dieser Zeit auch von der Diskussion um OER-Materialien Wind bekam, entschloss ich mich dazu, die Hefte als OER-Material anzubieten. Ich habe also zur Erstellung ausschließlich freie Quellen für Schriften und Grafiken genutzt (insbesondere die openclipartlibrary und die openfontlibrary) und zu allen Heften neben der fertig gerenderten PDF-Datei auch die Quelldatei angeboten. Anfangs war dies noch MS-Publisher, später dann noch OER-konformer die ODG-Dateien von LibreOffice.

Über die Jahre entstanden so über 50 Hefte, die inzwischen zwar nicht mehr in meinem Blog zu finden sind, dafür aber im ZUM-Wiki. Dort, so meine Hoffnung, wäre es dann für interessierte LehrerInnen noch einfacher, Überarbeitungen an den Heften vorzunehmen und diese zu veröffentlichen.

Eine Erfolgsgeschichte!

Durch die häufigen Umzüge der Hefte und die Verfügbarkeit in mehreren Quellen kann ich nur mit geschätzten Zahlen dienen. Insgesamt dürfte (im Schnitt) jedes Heft etwa 2000 mal heruntergeladen worden sein. Es natürlich zu bezweifeln, dass sie auch in dieser Menge im Unterricht eingesetzt wurden, aber ich selbst war doch einigermaßen erstaunt über die schnelle Verbreitung der Hefte.

Ob die Hefte auch einen (positiven) Effekt auf den Lernfortschritt der Schüler hatten, was ja nicht unerheblich ist wenn es um „Erfolg“ geht, kann ich höchstens aus meinem Unterricht schätzen. Es gibt durchaus Indizien dafür, da die Kinder sehr gerne damit gearbeitet haben und nicht immer gemerkt haben, dass sie jetzt besonderes Fördermaterial hatten, während andere Kinder zur gleichen Zeit an einem Knobelheft saßen. Man macht halt „Mieze Mia“.

Auch die Rückmeldung von Kollegen waren eher positiver Natur, aber auch dies will erstmal nichts heißen, denn kostenlose Sachen kommen immer gut an. Da wird dann (leider) selten mit kritischem Auge drangegangen.

Eine Erfolgsgeschichte?

Dennoch bin ich ernüchtert nach nunmehr 4 Jahren. Es gab von außen keine einzige Überarbeitung der Hefte, die nachher neu veröffentlicht wurde. Und eben dies soll doch das besondere an OER sein, das, was mit OER erst möglich gemacht werden soll. Materialien rechtssicher überarbeiten, Neues erstellen und dann wieder den Kollegen anbieten können.

Dabei musste noch nicht einmal unbedingt ein neues Heft erstellt werden, denn die Hefte hatten (leider/natürlich) den ein oder anderen Fehler intus. Eine ODG-Datei kann jeder überarbeiten, denn das passende LibreOffice gibt es für alle Plattformen kostenlos im Netz und ist auch nicht viel schwerer zu verstehen, als Word oder Powerpoint. Die Mühe gemacht hat sich – (vermutlich) niemand. Oder aber es wurde sich die Mühe gemacht, aber die Überarbeitung fand nicht den Weg ins Netz.

Woran hapert es?

Hier habe ich einige lose Ideen:

  • Es mag für KollegInnen ungewohnt sein, Dateien verändern zu dürfen und das Ergebnis dann auch noch veröffentlichen zu dürfen. Dies widerspricht dem, was mit herkömmlichen Materialien erlaubt war. Vielleicht ist man daher hier (zu) vorsichtig,
  • Die Programm mögen ungewohnt und sperrig sein. LibreOffice ist zwar den bekannten MS-Programmen sehr ähnlich, aber nicht identisch. Das mag abschrecken. Zudem ist es leider so, dass sich nicht alle ODG-Dateien mit jeder Programmversion öffnen lassen. Libreoffice hat da noch den Zwillingsbruder OpenOffice. Letzteres kann aber bspw. keine eingebetteten SVG-Grafiken anzeigen. Hier herrschen also noch Defizite im Handling der offenen Datei-Formate, was vielleicht auch abschreckend wirkt.
  • Vielleicht mangelt es auch an Zeit oder Lust, die Dateien zu bearbeiten. Kolleginnen stoßen ggf. zufällig bei der Recherche nach schnell einsetzbarem Unterrichtsmaterial auf die Arbeitshefte und haben gar kein Interesse daran, etwas Neues zu gestalten.

Mein Fazit

Einen Teil meines Fazits habe ich schon vor einiger Zeit gezogen: Ich verwende nicht mehr (ausschließlich) quelloffene Software zur Erstellung der Materialien. Dann mag es zwar kein OER-Material mehr im engeren Sinne sein, aber wieso soll ich mich verbiegen (müssen), um Möglichkeiten zu schaffen, die eh keiner nutzt. Aus meiner Sicht sind Publisher&Co ihren Opensource-Kollegen noch deutlich überlegen. Zudem lassen sich ja auch Dateien in geschlossenen Formaten bearbeiten und wiederveröffentlichen, auch wenn die entsprechenden Programme weniger verbreitet sind.

Die Erstellung von OER-Material für die Grundschule kann schnell zum Krampf werden, da hier oftmals unterstützendes Bildmaterial nötig ist, welches es nur sehr begrenzt unter OER-tauglichen Lizenzen gibt. Hier muss man dann noch zu oft auf Notlösungen und Kompromisse zurückgreifen, was die Erstellung dann etwas schwierig macht.

Mein Fazit bezieht sich vor allem auf den Grundschulbereich, denn hier unterrichte ich nun einmal. Hier sehe ich noch viel … nennen wir es Entwicklungspotential. Es scheint, als sei vielen KollegInnen OER noch nicht bekannt, so dass die sich ergebenden Möglichkeiten und Chancen ungenutzt bleiben. Auch die Benutzung der Werkzeuge zur Bearbeitung, Erstellung und Wiederveröffentlichung scheint ungewohnt, was ein zusätzliches Steinchen im OER-Getriebe sein könnte. Hier muss wohl noch Aufklärungsarbeit in vielen Ebenen geleistet werden.

Mach es dir selbst!

In dieser kleinen Episode möchte ich kurz vorstellen, welches „kleine“ Projekt ich in den letzten Wochen realisiert habe, wie OER/offenes Material auch funktionieren kann … und warum mein Postbote seit gestern Rückenschmerzen hat.

Arbeitsheft – Förderheft – Forderheft

Früher hatten es die Schulbuchverlage noch leicht. Da gab es ein Lehrwerk und dazu ein Arbeitsheft. Eventuell gab es für den engagierten Lehrer noch ein Handbuch und Kopiervorlagen, aber dann war auch wirklich gut. Doch in den letzten Jahren macht sich die Erkenntnis breit, dass – oh Graus – die Lerngruppen heterogen sind, wenn nicht gar inklusiv. Da musste natürlich was geschehen. Der Lehrer braucht dafür dringend das passende Handwerkszeug. Und die Kinder erst. Die müssen doch mit individuell angepassten … naja, auf jeden Fall mit Material versorgt werden. Da braucht so ein Lehrwerk doch bitte ein Förderheft, ein Forderheft, eine Förderkartei, eine Forderkartei und natürlich (ganz wichtig!) ein Inklusionsheft. Auf letzterem wird dann ganz dick hingewiesen mit „Für inklusiven Untterricht geeignet“. Das dieses Heft meistens nur eine Kopie des Förderheftes ist, welches seinerseits nur weniger Aufgaben mit größerer Schrift beinhaltet und sonst dem herkömmlichen Lehrwerk sehr ähnlich ist, soll hier keine Rolle spielen, denn darum geht es mir nicht.

Wer soll das bezahlen, wer hat so viel Geld??

Gegen die Hefte an sich ist nichts zu sagen. Sie sind ja teilweise wirklich brauchbar und bieten einem erste Möglichkeiten zu differenzieren. Besonders für starke Schüler schätze ich es sehr, wenn diese an produktiven Aufgaben selbstständig arbeiten können und dabei nicht nur ein „Mehr“ an Arbeitsblättern abarbeiten müssen, sondern an sinnvollen Knobelaufgaben ihr Denken trainieren können. Wenn da nicht das liebe Geld wäre. So ein Knobelheft kostet schnell mal 6€. Zumindest in NRW haben Eltern eigentlich mit dem Elternanteil ihre Schuldigkeit getan. Auf freiwilliger Basis kann natürlich mehr angeschafft werden, aber verpflichtet können Eltern dazu nicht. Manche können auch einfach nicht mehr. Nicht selten machen ja die Arbeitsheftwünsche der Lehrer am Anfang des Schuljahres 20€ aus.

Vor einem ähnlichen Problem stand ich auch: Ich hätte gern ein Knobelheft gehabt für meine Einser und hatte auch eine Idee, wie es aussehen sollte. Allerdings wollte ich nicht für 30 Seiten 6€ zahlen bzw. dies meinen Eltern zumuten. Ich hätte es ja selbst gemacht und kopiert, doch das schulische Kopierbudget freut sich nicht unbedingt über so hohe Kopieraufträge. Zudem hat ein farbiges Arbeitsheft ja durchaus seinen Reiz …

Mach es dir selbst

Also habe ich das Heft selbst erstellt und bei der Druckerei meiner Wahl (mehr aus Spaß) einen Probedruck bestellt. Von der Qualität war ich mehr als begeistert. Für 30 Hefte hätte ich 90€ gezahlt, also 3€ pro Heft. Das war schon einmal billiger als das Heft vom Verlag, zudem konnte ich das Heft frei nach meinen Wünschen gestalten, was ein klarer Vorteil ist. Mehr aus Spaß habe ich dann bei Kollegen nachgefragt, ob diese auch so ein Heft haben wollten. Denn mit höherer Auflage sinkt natürlich der Preis pro Heft.

Ich bekam „ein paar“ Nachfragen. Einige Kollegen boten sich als Korrekturleser an, andere steuerten sogar noch eigene Seiten mit Aufgaben bei. Auf diese Weise entstand ein 64-seitiges Knobelheft im Format A5-quer, welches ich im Vollfarbdruck herstellen ließ. An der Sammelbestellung beteiligten sich nachher sagenhafte 60 Lehrkräfte, diie insgesamt 2500 Hefte bestellt haben. Dadurch sank der Preis pro Heft auf 50 Cent. Zu diesem Preis hätte ich das Heft noch nicht einmal schwarz-weiß kopieren lassen können. Und dann hätte ich es noch selbst tackern und schneiden müssen.

Der kleine Haken: Packarbeit

Der kleine Haken an der Sache war natürlich, dass ich die Hefte an alle Kollegen weiterschicken musste. Da mussten etliche Pakete gepackt zur Packstation gebracht werden. Und mein Postbote musste erst einmal getröstet werden, also er 11 Pakete von der Druckerei mit einem Gesamtgewicht von 300 Kilo in meine Garage stellen musste. Es bestellt halt nicht jeder nur Schuhe bei Zalando 🙂

Insgesamt hat sich das Experiment aber gelohnt. Ich habe für meine Klasse ein Arbeitsheft zu einem echten Schnapperpreis bekommen und konnte 2475 andere Erstklässler mit einem weiteren Mia-Heft beglücken. Ein Forderheft muss eben keine 6€ kosten …

Wie geht es weiter??

Ob das Projekt Zukunft hat? Nun ja … mal schauen. Vielleicht kann man das gemeinschaftliche Sammelbestellen von Arbeitsheften irgendwie als Teilaufgabe eines Vereins entstehen lassen. Gemeinsam Hefte erstellen und dann zu Sammelbestellung anbieten. Profitieren würde man davon auf vielen Ebenen: Die Lehrer entscheiden selbst, wie die Arbeitshefte ihres Unterrichts aussehen; die Eltern sparen sich die Anschaffung teurer Arbeitshefte und die Kinder erhalten (hoffentlich) sinnvoll gestaltetes Material. Das wär doch mal was …

Erster Versuch im ZUM-Wiki: Ein Feuerwerksbild

Bei den Grundschulnews erwähnte ich seinerzeit einmal das ZUM-Wiki, also das Wiki der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet e.V. Ich habe dort gestern meinen ersten „echten“ Beitrag geleistet, da mir aufgefallen ist, das der Grundschulbereich dort doch arg verwaist ist.

Da ich für meinen Kunstunterricht sowieso ein Bild zum Thema „Sylvester“ vorbereiten musste, habe ich diese Vorbereitung direkt mal im Wiki dokumentiert. Vielleicht ist es ja für einige Blogleser interessant: http://wikis.zum.de/zum/Feuerwerk_%C3%BCber_der_Stadt_(Grundschule_Kunst)