Momo als Stop-Motion-Film

In dieser Woche stand bei uns eine Lese-Projektwoche an, die sich rund um die Werke von Michael Ende drehte. Bei der Planung stellte sich heraus, dass die Kinder gerne zum Buch „Momo“ ein Theaterstück oder einen Film machen wollten. Da kam mir recht schnell die Erstellung von Stop-Motion-Filmen in den Sinn, die ich auch schon in der Vergangenheit in Angriff genommen hatte (und mir dafür extra eine Trickbox gebaut hatte).

„Leider“ war unser Medienraum während der Projektwoche durch eine Michael-Ende-Ausstellung belegt, so dass die dortigen PCs nicht für Schnitt und Vertonung genutzt werden konnten. Da kam mir die Idee, doch auf den gleichen Kniff zurückzugreifen, wie auch schon bei den Vorgangsbeschreibungen: BYOD (bring your own device) Auf Anhieb erklärten sich 12 Kinder (und deren Eltern) bereit, ihre Tablets mitzubringen (am Ende hatten wir sogar 14 Stück in der Klasse). Somit stand der Erstellung von Stop-Motion-Filmen nichts mehr im Wege.

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Lernpfade und Webquests in WordPress gestalten

Seit etwa einem halben Jahr bin ich nach etlichen Vorüberlegungen dabei, eine Kinderseite für unsere Schule aufzubauen und zu gestalten. Die Seite soll eine Art „Lernplattform light“ werden. Schon seit Jahren arbeite ich immer wieder am Thema Lernplattformen (die Älteren werden sich ggf. an das Mäuselabor erinnern, welches mir sogar einen Preis einbrachte). Leider hat sich mein „Vorzeige-Projekt“ aus verschiedenen Gründen nicht etablieren können, so dass ich immer wieder mit Alternativen experimentiere. Inzwischen denke ich, dass ein (WordPress-)Blog und ein Klassenraum bei Learningapps an der Grundschule viele Aufgaben einer großen Lernplattform übernehmen kann, dabei aber wesentlich einfacher zu administrieren und nutzen ist (und dazu noch fast kostenlos).

Auf diese Weise gibt es auf „unserer“ Kinderseite schon diverse Lernspielergänzungen zum Unterricht, Berichte aus den Klassen und eine Wunschecke für die Schulbücherei. Bei Learningapps tauschen sich die Kinder in ihrem Klassenbereich in Chats, Notizbüchern und Pinnwänden aus oder halten wichtige Termine fest. Auf diese Weise erwerben sie (ganz nebenbei) schon einige Kompetenzen aus dem MedienpassNRW.

Nun aber zum eigentliche Thema dieses Beitrags. Ich wollte nun neben „einfachen“ Lernspiele auch „komplexere“ Lernpfade in die Seite integrieren, also ein digitales Stationenlernen. Diese gibt es bereits fertig zu verschiedenen Themen an verschiedenen Stellen im Internet. Ich wollte jedoch einen eigenen, individuell gestalten Pfad erstellen und diesen direkt in die Kinderseite integrieren. Dazu habe ich mir ein WordPress-Plugin gesucht, dass Inhalte einer Seite in Tabs darstellen kann. Fündig wurde ich bei Tabby Responsive Tabs. Mit Hilfe dieses Plugins kann der Abschnitt einer Seite mit Hilfe von recht einfachem Code in Tabs aufgeteilt werden. Diese Tabs werden auf einem großen Bildschirm horizontal dargestellt, auf Smartphones oder kleinen Tablets vertikal. Mobile Geräte werden also (anders als bei anderen Lösungen) nicht benachteiligt. Dies war exakt das, was ich mir erhofft hatte.

Schritt 1

So sieht ein Beispiel aus. Das kannst du auch ganz einfach selbst einrichten!

Schritt 1

Lade das Plugin herunter.

Schritt 2

Lade es hoch und installiere es.

Schritt 3

Aktiviere es.

Die genaue Funktionsweise ist auf der oben verlinkten Informationsseite zum Plugin sehr gut erklärt. Es muss nur ganz wenig Shortcode in die Seite integriert werden, den Inhalt der Tabs kann man ganz normal im Editor erstellen. Dabei kann man auch Bilder, Videos oder Iframes in die Tabs integrieren.

Auf diese Weise lassen sich nicht nur Lernpfade, sondern auch Webquests sehr einfach und elegant in WordPress erstellen und integrieren. Auch für fertige Webquests gibt es im Internet diverse Quellen.

Für etwa 25€ bietet der Hersteller noch ein Addon an, mit dem sich die Tabs einfacher (und schöner) gestalten lassen. Ich habe dieses Geld investiert, grundsätzlich könnte man das Plugin aber auch so nutzen.

Ein erstes, mehr oder weniger fertiges Beispiel für einen Lernpfade habe ich hier verlinkt.

Bei der Erstellung des Webquests habe ich übrigens einen tollen Fundus für Rechtschreibübungen auf der Seite Learningapps entdeckt: die Apps aus dem Projekt Iderblog.

Wissensforscher – Lernen mit digitalen Medien ritualisieren

Vor wenigen Tagen habe ich im Blog der Tigerklasse das Heftchen zu EM entdeckt. Das Gute daran war, dass Gabi es nicht als Download angeboten hat. Denn auf diese Weise musste ich mich selbst an die Erstellung eines solchen Heftchens machen und konnte es direkt ein wenig verändern. Keine Sorge: Ich habe das OK der Urheberin eingeholt.

WissensforscherWenn ich die Arbeit mit dem Heft, wie im Titel geschehen, als Lernen mit digitalen Medien deklariere, dann werden sich einige Hardliner und Vorkämpfer aus diesem Bereich müde lächelnd abwinken. Dort heißt Lernen mit digitalen Medien: Ebook-Erstellung, Dinge in Minecraft nachbauen, Blogs führen, Podcasts aufnahmen usw. usf. Ja, das würde ich auch gerne machen, keine Frage. Ich habe auch lange mit mir gerungen, ob ich das Heftchen wirklich als „Lernen mit digitalen Medien“ anpreisen möchte. Aber ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es doch zur Thematik passt. Denn mit Hilfe des Heftes kann ich immerhin drei Kompetenzen aus dem Medienpass NRW anbahnen:

  • Schülerinnen und Schüler wenden Basisfunktionen des Internets an (Angabe der vollständigen URL, Nutzung von Links, Suchmaschinen).
  • Schülerinnen und Schüler recherchieren unter Anleitung in altersgemäßen Lexika, Kindersuchmaschinen und Bibliotheksangeboten.
  • Schülerinnen und Schüler entnehmen Medien gezielt Informationen und geben sie wieder.

Natürlich nutzen die Kinder die digitalen Medien nur im begrenzten Umfang, nämlich um ein Arbeitsblatt mit den vom Lehrer gewünschten Informationen zu füttern (wie oldschool!), aber auch dabei können die Schüler schon etwas über den Umgang mit dem Medium Internet und den nötigen Endgeräten lernen. Jeder fängt mal klein an.

Das Heft selbst ist bewusst so angelegt, dass es sowohl offenere Rechercheaufgaben, als auch geschlossenere Aufgaben gibt, bei denen mögliche Quellen explizit benannt werden. Bei den offeneren Aufgabenstellungen ist es die Aufgabe der Schüler eine geeignete Quelle im Internet oder in Printmedien zu finden. Es wird also nicht per se ein bestimmtes Quellmedium eingefordert.

WissensforscherLinks werden in dem Heft als QR-Codes dargestellt. Auf diese Weise sollen die Schüler dazu angeregt werden, die Recherche mit ihren eigenen digitalen Endgeräten (Smartphone oder Tablet) durchzuführen. Auf diese Weise erfahren sie diese nicht nur als Spielgerät oder reines Unterhaltungsmedium, sondern auch als Hilfsmittel des Lernens.

In meinen Überlegungen dachte ich bereits darüber nach, ob man nicht zu einer gewissen Bandbreite an Themen solche Hefte gestalten kann und sich die Schüler dann nach persönlichen Vorlieben ihr Heft auswählen können, an dem sie im Rahmen der Freiarbeit/Wochenplanarbeit arbeiten möchten. Auf diese Weise ließen sich dann auch die Medieninseln in den Unterricht einbinden, die mancherorts ja ein eher staubiges Dasein fristen. Mal sehen wie sich die Arbeit mit dem Heft so bewährt und wer ggf. mithelfen möchte. Ich habe nämlich nicht nur eine PDF-Datei veröffentlicht, sondern auch die Quelldatei, die sich mit Publisher nach Herzenslust bearbeiten lässt.

Gespannt bin ich auch und vor allem auf kritische Rückmeldung … so ganz überzeugt bin ich von der Idee nämlich noch nicht.

Die Datei und alles weitere ist hier zu finden: Grundschullernportal

PS: Noch einmal ein dickes Danke an Gabi!!!

BYOD in der Grundschule

Heute war ich mal mutig. Also ein bisschen. Aber es hat sich gelohnt. Ich habe einmal gewagt, dass Konzept BYOD auch in der Grundschule zu testen. Wer sich den verlinkten Wikipedia-Artikel nicht durchlesen möchte: unter BYOD versteht man den Ansatz, dass Schüler eigene mobile Endgeräte mit in die Schule bringen, um sie dann für das Lernen zu nutzen.

Im Medienkurs erarbeite ich mit den vierten Schuljahren (einige) Kompetenzen des Medienpass NRW. Neben den Vorschlägen aus dem umfangreichen (und guten !!) Begleitmaterial, versuch ich aber auch immer wieder eigene Ideen umzusetzen und probiere vieles auch einfach mal aus. Die formulierten Kompetenzen bieten ja einen breiten Spielraum für kreative Ideen: Trickfilme, Präsentationen, Hörspiele, Filme … da kann man sich als technikaffiner Lehrer so richtig austoben.

Bei meinen Planungen bin ich zuletzt über folgende Kompetenz gestolpert:

  • Schülerinnen und Schüler wenden Basisfunktionen digitaler Medien (z.B. Computer, digitaler Fotoapparat) an.

Natürlich lernen die Kinder bei mir, einen Computer zu bedienen. Aber weitere digitale Medien kamen bisher aufgrund fehlenden Vorhandenseins nicht zum Einsatz. Dabei kommt der PC in der digitalen Realität der Kinder gar nicht mehr so häufig zum Einsatz. Mehr und mehr wird er von Smartphone und Tablet abgelöst, denn für Youtube, Spiele und Social Media reichen diese Geräte ja auch vollkommen aus. Eine formlose Abfrage im Unterricht ergab, dass weit über 50% der Kinder inzwischen ein Smartphone besitzen. Wieso sollte man das also nicht einfach mal im Unterricht nutzen und den Kindern dabei zeigen, dass man diese Geräte auch für das Lernen sinnvoll nutzen kann?

Aus diesen Vorüberlegungen entstand die Idee, einen kleinen „Imagefilm“ über die Schule zu erstellen. Die Kinder sollten die (für sie) wichtigsten Orte der Schule in einem kleine Film vorstellen. Zur Erstellung der Fotos sollten die Smartphones herhalten, der Filmschnitt dann aber am PC geschehen. In unserem „Medienraum“ stehen immerhin 12 PCs bereit, so dass die Kinder bei der Filmproduktion alle auf die gleiche Plattform zurückgreifen können (das macht die Erklärung wesentlich einfacher).

Heute brachten die Kinder ihre Geräte mit, planten grob die Inhalte des Films und machten anschließend die Fotos, die wir anschließend auf die PCs übertragen haben. Letzteres war zwar etwas wuselig und erforderte Geduld, hat aber gut funktioniert. Das Schießen und Bewerten der Bilder war überhaupt kein Problem: Bilder, die nicht den Vorstellungen entsprachen, wurden nach einem kurzen Check neu erstellt. Der Umgang mit den Geräten überhaupt kein Thema. Und: die Geräte wurden sehr zielorientiert genutzt. Man hätte durchaus erwarten können, dass die Kinder die für sie völlig neue Situation auch ausnutzen würden und erstmal eifrig whatsappen oder Videos austauschen. Dies geschah aber zum Glück erst nach Unterrichtsende. Auch die Persönlichkeitsrechte der Kinder wurden gewahrt: Mache keine Fotos, auf dem eine andere Person zu sehen ist (außer die Person ist damit einverstanden). Hier haben die letzten Unterrichtseinheiten zum sicheren Umgang mit digitalen Medien scheinbar gefruchtet.

In der nächsten Woche dann werden die Bilder und Filmschnipsel mit dem Movie Maker zu einem Film verarbeitet, um folgende Kompetenz aus dem Medienpass anzubahnen:

  • Schülerinnen und Schüler erstellen unter Anleitung ein einfaches Medienprodukt (z.B. Plakat, Bildschirmpräsentation, Audiobeitrag, Handy-Clip).

Ich bin gespannt, wie gut das klappt. Der Movie Maker bietet den Vorteil, dass er kostenlos verfügbar, auf (fast) allen Windowsversionen läuft und die Kinder somit die Chance haben, die erlernten Kompetenzen auch zu Hause anzuwenden.

Ein letzter Hinweis für Nachahmer: Klärt im Vorfeld ab, ob die Geräte über die schulische Sachversicherung mit abgedeckt sind und weist die Eltern vorab darauf hin, wenn kein Versicherungsschutz besteht. Dies kann im Falle eines Falles dabei helfen, Ärger zu vermeiden. So ganz billig sind die Smartphones ja nicht.