All the small things: das alltägliche, digitale Lernen

Bei der gestrigen Wochenplanung stolperte ich über folgenden Tweet einer sehr geschätzten Grundschulkollegin.

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Der MedienMittwoch

Vor knapp einem Jahr hatte ich die Möglichkeit, am LernLabSchule der Bertelsmannstiftung in Berlin teilzunehmen, einer Tagung rund um Schule und digitale Medien. Dort kam in der abschließenden Fishbowl-Runde die Frage auf, wie nachhaltige Lehrerfortbildung in Bezug auf digitale Medien aussehen könnte. Schon damals kam mir die Idee in den Sinn, wieso man nicht (einfach?) das Konzept der Barcamps auf regionaler Ebene installiert und regelmäßig durchführt:

Diesen Gedanken trug ich dann einige Zeit mit mir herum, habe ihn aber immer wieder vor mir hergeschoben, weil beruflich und privat einige Änderungen anstanden. Nun habe ich die Idee in abgewandelter Form umgesetzt und möchte kurz von den Erfahrungen berichten. Weiterlesen

Filme ansehen – mit Strategie?

Bei der Arbeit an den Lernportfolios zu den Römern durften die Schüler*innen von Herrn Emrich auch im Netz recherchieren. Dabei wurden auch diverse Sachfilmbeiträge entdeckt und schnell kam die Frage auf, ob man die denn auch anschauen dürfe. Dies wurde nicht verneint, denn ein (guter) Sachfilm bietet mit Sicherheit ebenso gute Informationen wie ein Sachtext. Gebannt schaute man sich daher dann verschiedene Filmbeiträge an, wie zum Beispiel diesen hier. Im Anschluss daran fiel es den Kindern jedoch gar nicht leicht, die Informationen des Films für die Gestaltung der Portfolios zu nutzen. Und eigentlich ist das auch nicht verwunderlich, oder? Weiterlesen

Internetgeräte in der Grundschule

Ich möchte hier kurz ein paar Gedanken der letzten Tage zusammentragen, die ich rund um das Thema „Medienausstattung an Grundschulen“ hatte. Zum einen hat @niklater bei Twitter nach einem Schlüssel gefragt, der eine Empfehlung zur Relation Schüler:Computer an Grundschulen angibt. Mit ein wenig Suchen stieß ich auf eine Empfehlung der EU aus dem Jahre 2004, die von 5-15 Schülern pro PC spricht. Bei einer Schule mit 300 Kindern läge die Spannbreite zwischen 20 und 60 Computern. Wir reden hier natürlich von aktuellen und funktionierenden Rechnern und nicht von überalteten, ausrangierten Geräten aus dem letzten Jahrtausend, die schon mit Windows XP überlastet sind.

Interessant wären in diesem Zusammenhang auch Empfehlungen bzgl. der Integration der Rechner in die Schule. Ist der Medienraum der Einrichtung von Medienecken in den Klassen vorzuziehen? Unsere Schule verfügt (dem Förderverein sei Dank) über beides und ich weiß beides zu schätzen, finde den Medienraum jedoch effektiver.

Zum anderen hat medien+bildung.com Anfang des Monats eine Broschüre veröffentlicht, die Einsatzmöglichkeiten von Tablets im Grundschulunterricht vorstellen. Zum Glück wird dabei nicht nur angebissenes Obst berücksichtigt, sondern auch Tablets mit Android.

Da kam mir dann der Gedanke, ob a) ein Tablet schon einen Computer an der Schule ersetzen kann oder b) ein Tablet sogar der Anschaffung von PCs vorzuziehen ist. Hierzu ein paar lose Gedanken von mir:

  • Tablets sind inzwischen erschwinglich, insbesondere solche mit Android. Hier wird man schon ab 100€ fündig, für Geräte mit Windows 8 oder iOS geht es ab 250€ los. Für das Geld bekomme ich kaum einen PC mit Bildschirm.
  • Tablets sind schnell einsatzbereit und bieten in vielen Anwendungsfällen einfach zu bedienende Apps, die es in der Form nicht unbedingt auf dem PC gibt. Beispiele finden sich in genannter Broschüre.
  • Es gibt noch immer viele Webseiten, die nicht für Tablets optimiert sind, allen voran Antolin. Auf einem 7-Zoll-Gerät ist dies nicht wirklich schön zu nutzen.
  • Auch viele Lernprogramme/Begleitprogramme werden von den Schulbuchverlagen nur für Windows und mit etwas Glück für Mac angeboten. Apps sind hier noch die Ausnahme.
  • Für den Einsatz von Tablets ist ein gutes WLAN zwingend erforderlich, was jedoch nur an wenigen Grundschulen zu finden ist. Und ob Kommunen hier „Hurra“ schreien, wenn sie dies jetzt auch noch einrichten dürfen, wage ich mal zu bezweifeln.
  • Produktives Arbeiten in Bezug auf die Erstellung von Texten ist mit dem Tablet ohne externe Eingabegeräte aus meiner Sicht eine Qual. Tweets oder Statusmitteilung mag man ja dort gut schreiben können, aber längere Texte lassen sich doch wesentlich ergonomischer an PC oder Notebook schreiben. Auch lassen sich Drucker wesentlich leichter an einem PC einrichten, als an einem Tablet. Ehrlich gesagt habe ich dies aber auch noch nie probiert.
  • Was passiert mit dem Tablet, wenn der Akku nach 2-3 Jahren hinüber ist? Austauschen kann man die in aller Regel nicht. Wenn die Lebensdauer der Tablets nur 4 Jahre betragen sollte, dann wäre das zu wenig und in der Finanzierung wohl nur von wenigen Schulen zu realisieren.
  • Auch technische Defekte jeglicher Art können eigentlich nicht von den Lehrkräften selbst behoben werden. Defekte Geräte müssen in der Regel eingeschickt werden. Bei einem klassischen Desktop-PC gibt es hier doch wesentlich bessere Möglichkeiten (wenngleich diese auch immer zu Lasten der armen Lehrkraft gehen, die sich mit PCs gut auskennt und das dann in ihrer Freizeit machen darf).
  • Bei PCs ist inzwischen ein Level erreicht, dass ein angeschafftes Gerät recht lange „up to date“ ist und nicht so schnell ersetzen werden muss. Bei Tablets ist dieser Stand noch lange nicht erreicht, so dass man immer damit rechnen muss, dass das angeschaffte Tablet in einigen Jahren überaltet ist, weil es zum Beispiel nicht mehr mit dem neuesten Update des Betriebssystems versorgt wird, was aber bestimmte Apps ggf. voraussetzen.

Wenn ich mir die Liste so anschaue (die bestimmt nicht vollständig ist), dann komme ich eigentlich zu dem Schluss, dass Tablets wohl eine sinnvolle, wenn auch teure Ergänzung sein können, den PC aber eigentlich noch nicht ersetzen.

Derzeit gibt es ja einige Initiativen, die Schulen immer mal wieder mit kostenlosen oder stark subventionierten Geräten versorgen, um Möglichkeiten im Einsatz aufzuzeigen. Auch die genannte Broschüre basiert wohl auf so einer Initiative. Gibt es hier Leser, deren Schulen sich bewusst für die Anschaffung von Tablets entschieden haben und diese auch voll zahlen mussten? Sonst Meinungen oder Ideen zu diesem Thema?