Das leidige Thema Stifthaltung

Vorab: Dieser Artikel soll in erster Linie dazu dienen, ein neues Format zu testen. Es sollen dabei in erster Linie gefundene Tipps und Kniffe aus dem Netz aufgegriffen und minimal kommentiert werden.

Aus aktuellem Anlass habe ich mich heute mit dem Thema „Stifthaltung“ befasst. Mein subjektiver Eindruck in meinem nunmehr dritten Durchgang ist, dass die Stifthaltung und die graphomotorischen Fähigkeiten bei den Kindern immer weiter nachlassen. Hierfür mag es mit Sicherheit vielfältige Gründe geben, an denen ich aber kurz- und mittelfristig nichts ändern kann. Daher muss ich nun Wege suchen, wie ich die Stifthaltung mit einfachen Mitteln verbessern kann.

Die großen Bereich „Graphomotorische Übungen“, „Stärkung der Grob- und Feinmotorik“ etc spare ich in diesem Artikel erst einmal aus (aber natürlich nicht in meiner Förderung). Hier soll es nur darum gehen, was die Finger am Stift bzw. nicht am Stift machen sollen.

Merksätze

Bei facebook fand ich einen netten Hinweis auf einen Merksatz, mit dem die Kinder sich die richtigen Plätze der Finger am Stift merken können:

Eine Ergotherapeutin macht es so: Vorne im Auto sitzen Max und Moritz (2 Finger) und hinten sitzt die Oma – um es dem Kind verständlich zu machen, wie es die Stifte halten soll.Manuela Bielak

Auch der Kinderarzt vom Bodensee zeigt in seinem Video einen kurzen Merksatz, über den sich die Kinder die richtige Stifthaltung herleiten können:

Hilfsmittel am Stift

Eine weitere Möglichkeit sind verschiedenste Aufsätze für den Stift:

Das kommt ganz auf das Kind an. Ich benutze in meiner Ergopraxis am liebsten die von kum, weil ich die an dicke und auch dünne Stifte stecken kann. Aber manche Kinder finden sie zu weich und möchten gerne andere…. Man kann aber auch aus altem Stromkabel oder aus Pfeifenputzern, die man fest um die Stifte wickelt, die Stifte dicker machen. Man hat dann nur keine Fingerkuhlen….Petra Zerfas

Im Onlineshop von LaFüLiKi gibt es eine große Auswahl verschiedenster Aufsätze in allerlei Farben und Formen. Diese werden auch in Sets angeboten, so dass die Kinder dann den Aufsatz auswählen können, der am besten zu ihnen passt.

Hilfsmittel in der Hand

Manchen Kinder versuchen trotz der bereits genannten Hinweise immer wieder, mit vier oder sogar allen fünf Fingern nach dem Stift zu greifen. Hier kann es helfen, wenn man die zwei überflüssigen Finger mit einer „Zusatzaufgabe“ beschäftigt, wie es in den folgenden beiden Videos gemacht wird.

Externe Hilfe

Zuletzt noch ein weiteres Zitat aus einer Facebookgruppe. Natürlich kann/sollte man in besonders gravierenden Fällen auch auf externe Experten zurückgreifen:

Wenn ein Kind eine verkrampfte Stifthaltung hat, kann das viele verschiedene Gründe haben. Natürlich kann man die o.g. Tricks anwenden, aber ich würde auch einen dafür ausgebildete Ergotherapeutin drauf schauen lassen. Es kann sein, dass das Kind die gesamte Schreibbewegung aus dem Arm oder dem Handgelenk macht. Das führt dazu, dass es sich enorm anstrengt, wenig schreibt und dann die Buchstaben nicht automatisieren kann. Das hat zur Folge dass Kinder während eines Diktates z.b. nicht mehr wissen, wie denn jetzt ein B, ein R o.ä. geschrieben wird. Stiftverdicker oder eine Murmel helfen da nicht unbedingt…. Vielleicht können auch noch frühkindliche Reflexe vorhanden sein etc…..Petra Zerfas

 


So, nun erhoffe ich doppeltes Feedback:

  1. Ist das Format sinnvoll/brauchbar?
  2. Hast du noch weitere Hinweise zur Stifthaltung?

Buchstabensuppe

Ich brauche einmal eure Hilfe. Ich habe alleine heute wieder zwei Beiträge im Internet gefunden, wo engagierte Lehrerinnen ihre Methodik der Buchstabeneinführung im Anfangsunterricht vorstellen. Dort, wie auch an anderen Stellen im Netz, werden immer „motorische Übungen“ zum Buchstaben angeboten. Übungen dieser Art:

  • Buchstaben in die Sandwanne schreiben.
  • Buchstaben aus Knete kneten
  • Buchstaben aus Konfetti aufkleben
  • Buchstaben stempeln
  • Buchstaben prickeln
  • Buchstaben sticken
  • Buchstaben aus Faden auf den Boden legen und den Faden ablaufen

Die Liste könnte man vermutlich noch fortsetzen, denn die Kreativität kennt hier keine Grenzen. Meine Frage hierzu lautet: Warum? Wo steht geschrieben, dass dies sinnvoll/nötig ist? Ich suche ganz ernsthaft nach einer Quelle, die die Sinnhaftigkeit und Effektivität dieser Methoden in Bezug auf Schriftspracherwerb diskutiert. Dass derartige Übungen einen positiven Effekt auf die u.U. schlecht entwickelte Fein- und Grobmotorik haben ist mir klar. Aber warum laufe ich einen Buchstaben nach oder warum knete ich ihn mir zurecht? Welche Ziele in Bezug auf Schriftspracherwerb verfolge ich mit diesen Übungen?

Von Marek habe ich schon vor einigen Wochen diesen Text erhalten, in dem es in Kapitel 5.1.3.2 zumindest um das Kneten geht.