Referenzrahmen Schulqualität NRW

Durch einen Tweet von Niklas bin ich auf ein sehr interessantes Dokument meines Dienstherrn gestoßen. Unter dem Titel „Referenzrahmen Schulqualität NRW“ ist dort zusammengefasst, was man in Wissenschaft und Forschung unter gutem Unterricht und guter Schule verstehen kann. Ich zitiere hierzu einmal aus dem Bildungsportal:

Der Referenzrahmen Schulqualität NRW bündelt in einem zentralen Dokument die vielfältigen Vorstellungen und Ansprüche an ‚gute Schule‘ und ‚guten Unterricht‘ aus der Sicht der Bildungs- und Lernforschung sowie der aktuellen bildungspolitischen Diskussion. Anhand von Kriterien und aufschließenden Aussagen zeigt er auf, was in wesentlichen Inhaltsbereichen und Dimensionen unter Schulqualität verstanden wird. Darüber hinaus führt der Referenzrahmen die Qualitätsvorstellungen von Projekten und Initiativen zur Qualitätsentwicklung des Landes NRW zusammen.

Ich will mir gar nicht die Mühe machen, das Dokument großartig zusammenzufassen, denn es ist erfreulich kompakt gehalten. Im Kern werden vor allem zu drei wichtigen Inhaltsbereichen Aussagen getroffen, was Qualtität an Schule ausmacht: Unterricht, Schulkultur und Leitung.

Besonders interessant aus Sicht der einzelnen Lehrkraft ist natürlich der Bereich Unterricht. Schulkultur wird vom gesamten Kollegium und der Leitung getragen, Schulleitung liegt nicht in unserer Hand.

Zu dem, was guten Unterricht ausmacht, entfaltet der Referenzrahmen 27 Kriterien, die sich über 163 (!!!) aufschließende Aussagen näher differenzieren lassen. Das klingt nicht nur nach viel Stoff, sondern erstreckt sich im Dokument dann auch über beinahe 30 Seiten. Durch diese enorme Breite an Beobachtungspunkten wir natürlich so ziemlich alles abgedeckt, was Unterricht bieten kann und soll. Ich empfehle die Lektüre diesen Seiten (S. 27 bis S. 55), schon alleine um einmal für sich selbst zu klären, ob und wie man dies im eigenen Unterricht berücksichtigt.

Äußerst positiv ist mir ins Auge gefallen, dass die aufschließenden Aussagen so formuliert sind, dass sie auf alle Schulformen passen und nicht, wie es sonst schon einmal der Fall ist, besonders SI und SII im Blick haben. Überrascht hat mich, dass auch der (offene) Ganztag mit in die Kriterien aufgenommen ist.

Der Referenzrahmen bietet nur ein „was“ an, jedoch kein „wie“. Es werden also keine Aussagen dazu getroffen, wie die Kriterien umgesetzt werden sollen. Zu einigen Punkten würden mich mögliche Anregungen durchaus interessieren, z.B. zu „In der Schule werden vorhandenes Wissen, Erfahrungen und Planungen sowohl informell
als auch formell kommuniziert und systematisch weitergegeben.“  Wäre durchaus wünschenswert, wenn der DIenstherr hierzu eine kostenfreie, elektronische Lösung anbieten würde, die nicht durch die Lehrkräfte der Schule eingerichtet und gewartet werden müsste.

Langer Rede, kurzer Sinn: Lest es euch mal durch. Aus meiner Sicht lohnt es sich durchaus: http://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de/referenzrahmen/upload/download/Referenzrahmen_final.pdf

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