Rechtschreibung: Und was machst du so?

In den letzten Wochen habe ich viel über Rechtschreibung gelesen und auch schon einige wenige Artikel hier in diesem Blog geschrieben bzw. im Forum des Zaubereinmaleins:

Anlass meiner Beschäftigung mit dem Thema Rechtschreibung ist unter anderem, dass wir in den kommenden Wochen unser schulisches Rechtschreibkonzept überarbeiten wollen. Zudem ist der Rechtschreibunterricht der Grundschulen ja seit Wochen Monaten in der Presse:

Daher möchte ich jetzt einfach mal grob umreißen, wie Rechtschreibunterricht an  unserer Schule abläuft. Es soll dabei nicht um einen Königsweg gehen, denn der ist es mit Sicherheit nicht, sondern um eine Möglichkeit, mit der erfolgreich Rechtschreibung vermittelt werden kann.

Wann geht es los?

Im Anfangsunterricht der ersten Klasse arbeiten nach „Löwenzahn und Pusteblume“. Dort werden systematisch Buchstaben in einer vorgegeben Reihenfolge thematisiert und bestimmte Wörter nach der analytisch-synthetischen Methode eingeführt. Parallel/ergänzend dürfen die Kinder natürlich zu regelmäßig wiederkehrenden Schreibanlässen mit dem Anlautkreis „frei“ verschriften, wobei die Kinder schon hier Rückmeldung zum Geschriebenen erhalten: die Modellwörter sollten schreibrichtig verschriftet werden, alle anderen Wörter lautgetreu.

In der Mitte des zweiten Halbjahres beginnen wir dann schon mit der Lernwörterboxarbeit: die eingeführten Modellwörter des Fibellehrganges üben die Kinder mit 4 Übungsschritten (hierzu später mehr). Hierdurch lernen die Kinder u.a. auch schon die Arbeit mit der Lernwörterbox kenne und verinnerlichen die Abläufe.

Wann geht es richtig los?

Der „richtige Rechtschreibunterricht beginnt dann in Klasse 2. Hier arbeiten wir, wie auch in den folgenden Jahrgängen, mit dem Lehrwerk Lollipop. Dort gibt es zu jedem Kapitel einen Lernwörtertext. Und hier beginnt unsere Arbeit an der Rechtschreibung.

Der Lernwörtertext

Folgende Darstellung ist natürlich keine Erfindung unserer Schule, sondern aus dem Konzept des Lehrwerks Lollipop entnommen, nachzulesen im Lehrerhandbuch des Lehrwerks.

Der besagte Lernwörtertext wird den Kindern an der Tafel präsentiert und gemeinsam gelesen. Unbekannte Wörter werden geklärt und durch einige Quizfragen kann das Textverständnis geklärt. Anschließend wird der Text nach Stolperstellen untersucht. Eine Stolperstelle ist der Teil eines Wortes, der nicht lautorientiert verschriftet wurde, welcher also nicht entlang der alphabetischen Strategie notiert wurde. Die Kinder benennen solche Stellen und kreisen sie im Text ein. Dabei wird (vor allem bei späteren Texten) versucht zu erklären, warum das Wort so geschrieben wurde. In der Regel finden die Kinder im Plenum gemeinsam alle Stolperstellen, auch wenn natürlich gerade im zweiten Schuljahr noch nicht alle Stolperstellen begründet werden können.

Im Anschluss schreiben die Kinder den Text in ihr Heft ab und markieren auch dort Stolperstellen. Zudem werden die Lernwörter des Textes unterstrichen, denn diese sind dann Inhalt der nächsten Stunden.

Die Lernwörter

Lernwörter kategorisieren wir in unserem System mit vier Zeichen. Diese Markierung basiert in Teilen auf dem Konzept des Lehrwerks „Sprachreise“, welches wir vor Lollipop eingesetzt haben. Auch dort werden Wörter in vier Kategorien eingeteilt:

  • Mitsprechwörter (Dreieck): Wörter, die entlang der alphabetisch Strategie verschriftet werden können
  • Wörter mit Kürzezeichen (Kreis): Wörter, die ein Kürzezeichen, also einen Doppelkonsonanten haben
  • Nachdenkwörter (Viereck): Wörter, bei den die morphematisch Strategie angewendet wird
  • Merkwörter (Stern): Wörter, bei denen es orthografische Merkstellen gemäß der orthografischen Strategie gibt.

Zu Beginn geben wir den Kindern vor, in welche Kategorie ein Lernwort einsortiert wird. Dabei kann es durchaus sein, dass ein Lernwort in mehrere Kategorien passt (z.B. gehört „vermissen“ zum „Kreis“ und zum „Viereck“, denn es hat den Wortbaustein „ver“ und ein Kürzezeichen). Später sollen die Kinder selbst überlegen, zu welchem Zeichen ein Lernwort gehört. Der Lehrer gibt dabei dann nur noch Hilfestellung und gibt Hinweise zur richtigen Zuordnung.

Aus der Zuordnung erwächst die erste Übung mit der Lernwörterkarte. Das Wort wird auf die Lernwörterkarte aufgeschrieben. Mitsprechwörter werden dabei in Silben gegliedert. Bei Wörtern mit Kürzezeichen wird der kurze Vokal mit einem Punkt markiert und der Doppelkonsonant eingekreist. Bei Nachdenkwörtern wird das Wort notiert, das bei der Herleitung der Stolperstelle hilft (Bäume -> Baum). Zudem wir die Stolperstelle markiert. Bei Merkwörtern wird die Merkstelle markiert.

Danach kommt die Lernwörterkarte in eine Lernwörterbox mit vier Fächern und die Kinder durchlaufen dann mehrer Übungen: Wort dreimal ins Heft abschreiben, Mäppchendiktat, Partnerdiktat, einen Satz mit dem Wort schreiben. Die Karten wandern bei richtiger Schreibung in das nächste Fach, ansonsten bleiben sie im alten Fach und müssen erneut geübt werden.

Wichtig ist dabei, dass die Übung nicht in einem Rutsch stattfindet, sondern auf mehrere Tage verteilt stattfindet, damit die richtige Schreibweise langfristig im Gehirn verankert werden kann. (vgl. Leßmann,Beate: Kranke Wörter kommen in die Klinik. In: deutsch-differenziert 4-2014, S. 30-35)

Hin und wieder schließt ein 2-Phasen-Diktat die Übungsphase ab: Die Kinder schreiben zu einem auf den Lernwörtern basierenden Text ein Diktat. Ab einer gewissen Fehlerzahl erhalten die Kinder die Möglichkeit, ihre Fehlerwörter noch einmal mit den bekannten Techniken zu üben und das Diktat ein zweites Mal zu schreiben und damit die Leistung zu verbessern.

Die Fehlerwörter

Den eigentlichen, wichtigeren Teil des Rechtschreibunterrichts machen aber die eigentlichen Fehlerschwerpunkte der Kinder aus: Welche Fehler und welche Fehlerschwerpunkte macht das Kind in seinen eigenen Texten.

Wird ein Schreibprodukt eines Schülers in Bezug auf die Rechtschreibung analysiert, so kommen auch hier Lernwörterzeichen zum Einsatz. Das falsch geschriebene Wort wird also nicht einfach bloß unterstrichen, sondern es erhält das jeweilige Fehlerzeichen. Das Kind weiß so zum Beispiel, dass es hier ein Wort mit Kürzezeichen geschrieben hat, aber keinen Doppelkonsonanten verwendet hat. Bei der Korrektur verbessert es dann das Wort entsprechend. Zudem wird das Wort auf einer Lernwörterkarte notiert und mit den entsprechenden Übungen (s.o.) geübt. Diese Fehlerwörter können die Kinder dann in individualisierten Unterrichtsphasen üben.

Bzgl. der Bewertung der Rechtschreibleistung in einem eigenen Text befinden wir uns derzeit noch in der Entwicklung. Einen sehr guten Ansatz liefert hierzu jedoch Günther Thomé, indem er mit OLFA 3-9 ein Konzept zur Fehleranalyse veröffentlicht hat. Hierzu hat sich auch Marek bei skolnet.de Gedanken gemacht.

Und sonst so?

Die wichtigsten Komponenten des Rechtschreibunterrichts sind mit dem bisher Geschriebenen eigentlich dargelegt. Dies zieht sich konzeptionell bis ins vierte Schuljahr durch: Übung mit einem Modellwörterschatz, basierend auf dem Sprachthema; Analyse eines Lernwörtertextes; Strategieorientierte Rückmeldung eigenen Fehlerwörtern und Übung mit der Lernwörterbox.

Natürlich wird dies durch weitere Übungen ergänzt. Übungen zum Abhören der Vokallänge; Übungen zu Wortbausteinen oder Wortfamilien; …. jedoch in Maßen und nicht in Massen und nur dort, wo es passt.

Lernstandsdiagnose

Ich habe diesen Punkt mit Absicht NICHT Leistungsbewertung genannt, sondern Lernstandsdiagnose, denn darum geht es im Grunde. Die Kinder erhalten an unserer Schule schon am Ende von Klasse 2 auch Noten in der Rechtschreibung. Diese Note basiert auf der Rechtschreibung in eigenen Texten, auf der genannten Diktatform, auf Abschreibtexten und auf allen weiteren Formen der Lernstandskontrolle.

Durch die strategieorientierte Rückmeldung in den eigenen Texte erhält man jedoch auch automatisch eine Rückmeldung, welche Fehlerschwerpunkte das Kind noch zu Bearbeiten hat. Man muss einfach nur schauen, welche Zeichen man besonders oft unter die Wörter geschrieben hat. Danach kann dann noch bzgl. der Zeichen eine genauere Fehlerdifferenzierung stattfinden, da ja z,B. bei den Merkwörtern mehrere orthografische Phänomene zusammengefasst sind. Ferner überprüfen wir den individuellen Lernstand regelmäßig mit der standardisierten Hamburger Schreibprobe.

Aktuell stehen noch Überlegungen an, ob einer differenzierte Fehlerschwerpunktsanalyse nach dem System von Naumann zu erproben. Hierzu gab es anlässlich des diesjährigen VERA-Tests eine Veröffentlichung des Landes NRW.

 

Ich hoffe, dass diese Darstellung verständlich genug war, damit ein erster Einblick in meine/unsere Rechtschreibarbeit möglich gewesen ist. Wir haben uns bewusst für einen „Mix“ aus verschiedenen Ansätzen entschieden, da jedes Konzept/Sprachbuch seine Vor- und HinterNachteile hat. Sollten noch Fragen offen sein, Ergänzugen gewünscht werden oder Kritik werden müssen, dann nutzt doch bitte die Kommentarfunktion.

Abschließend noch ein paar Hinweise zu guter Literatur zu diesem Thema.

Literatur/Links:

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14 Antworten

  1. Marek sagt:

    Welch ein ausführlicher Beitrag zur Rechtschreibung! Sehr interessant, Florian! 🙂

    Einige Aspekt möchte ich zu bedenken geben:

    A) Du beschreibst sehr ausführlich das Methodische, also WIE werden Wörter geübt. Ich denke, dass die meisten Kolleginnen, die deinen Text lesen, sagen werden: „Ah ja, das mach ich auch so!“ Das geht mir in Teilen ja auch so. 🙂

    Die zentrale Frage sollte aber zunächst nicht die nach der/den Methoden sein, sondern eigentlich eine andere:

    Gibt es eine Logik innerhalb der Wörter und der gesprochenen Sprache, aus der heraus didaktische Konsequenzen gezogen werden müssen?

    Glücklicherweise findet sich ein solcher Zusammenhang, der vielen aber nur ansatzweise bekannt ist! 🙁 Bekannt ist, dass es lautgetreue Wörter gibt und solche, die eben nicht lautgetreu sind. Aber das ist nur die halbe Wahrheit! Lautgetreue Wörter können und müssen genauer betrachtet, werden denn viele sog. lautgetreue Wörter führen in eine Rechtschreib-Sackgasse, so wie das Wort „Igel“. Das Wort „Wiese“ ist lautgetreu.

    Dieser Zusammenhang MUSS MUSS MUSS MUSS aber berücksichtigt werden, wenn man eine gute Rechtschreibung systematisch aufbauen möchte. Eigentlich müsste das Wort „Igel“ aus jeder Fibel in Klasse 1/2 SOFORT getilgt werden, weil es den Kindern einfach FALSCHES beibringt! Näheres dazu: http://skolnet.de/basisgrapheme-und-orthographeme/ Es gibt zahlreiche Werke, die darauf hinweisen, aber bis das in den Grundschulen ankommt, vergehen Jaaahre!

    B) Ich denke, dass insgesamt zu früh mit dem „richtigen“ Rechtschreibunterricht begonnen wird, wobei man sicherlich auch hier differenzieren könnte. Denn Rechtschreibunterricht ohne eine gut entwickelte „phonologische Bewusstheit“, wie man es nennt, ist brotlose Kunst und langfristig die Mühe nicht wert. Aber diese „phonolog. Bewusstheit“ aufrecht zu erhalten(!) UND zu entwickeln(!!), dauert manchmal viel länger als einem lieb ist – und sollte nebenbei bemerkt auch in den Kindergärten gefördert werden. Es sollte jedem klar sein, dass alle Laut-Übungen IMMER auch „richtiger“ Rechtschreibunterricht sind. Das Eine funktioniert nicht ohne das Andere!! Rechtschreibung sollte daher – ich sage mal ganz grob – in Klasse 1/2 nur zu einem ganz kleinen(!) Teil aus dem Auswendiglernen von Wörtern bestehen, z.B. von häufig genutzten Wörtern wie „von“, „viel“, „und“ …

    C) Rechtschreibstarke Kinder lernen die Rechtschreibung egal nach welcher Methode. Die rechtschreibschwachen Schüler brauchen aber die Unterstützung von kompetenten Lehrern mit einem guten Wissen über die Logik der deutschen Schrift.

    D) Eine Ergänzung zu der von dir erwähnten analytisch-synthetischen Methode, d.h. wie sieht das ganz konkret aus: http://skolnet.de/ablauf-der-direkten-hinfuhrung-zur-buchstabenschrift/

    E) Interessant finde ich die Frage, ob ein möglicher Zusammenhang zwischen lateinischer Ausgangsschrift und Rechtschreibung existiert. Weitergehendes dazu: http://www.youtube.com/channel/UC_LZ7rKrIVl3V9cfJ036tWA

    • emrich emrich sagt:

      Danke für den ebenso langen Kommentar 🙂

      Zu A) Eine tiefergehende theoretische Fundierung habe ich mir hier erspart. Die angegebene Literatur sollte hierzu erste Anhaltspunkte liefern. Ich wollte u.a. Wege aufzeigen, wie man methodisch und sachlich sinnvoll mit Lernwörterboxen arbeiten kann, ohne mit dem Rollbrett durch die Klasse zu fahren oder Wörter aus Zeitungen auszuschneiden 🙂

      Zu B) Der Zeitpunkt des Starts sollte natürlich in erster Linie unter Berücksichtigung des Lernstandes des jeweiligen Schülers bzw. der Klasse gewählt werden. Hier spielen dann viele Faktoren eine Rolle, eben auch, was im Kindergarten geleistet wurde oder was in Klasse 1 erreicht werden konnte. Ein Schüler, der die grundlegende Phonem-Graphem-Beziehung nicht verinnerlicht hat und Basisgrapheme nicht zuordnen kann, dem muss man mit Sicherheit nicht die Orthographeme um die Ohren hauen 🙂
      Zudem führen wir die Lernwörterzeichen und damit die Rechtschreibstrategien in Klasse 2 natürlich Schritt für Schritt ein. Zu Beginn werden dabei auch die lautgetreuen Wörter besonders betrachtet, um hier Besonderheiten/Aufpassstellen zu analysieren (z.B. Auslaut -er).

      Zu C) Vermutlich ja. Neben den starken Schülern und den Schwachen gibt es jedoch auch das Mittelfeld. Und hier denke ich, dass man mit der richtigen Methode durchaus mehr Schüler für dem „Abrutschen nach unten“ bewahren kann und eher an die Starken heranführen kann. Mein Eindruck ist leider, dass (aus verschiedenen Gründen) vielerorts recht unstrukturiert und wenig fundiert an der RS gearbeitet wird. Da sollen es dann Rechtschreiben 2-4 aus dem Jandorf-Verlag richten. Ist ja ein Selbstlernheft, da kann der Schüler dann selbst schauen, dass er sich Strategien aneignet.

      • Marek sagt:

        Hallo Florian,

        zu A) Ich habe mir das schon gedacht, dass es dir hier mehr um die „Rollbretter“- und andere ähnlich gelagerte Übungen ging als um eine „theoretische Fundierung“, wie du es nennst, ging. Ein Dank an dich für den Hinweis in das entsprechende Forum vom Ritter Hausten.

        zu B) Was das Auslaut -er betrifft, zählen wir das zu den Basisgraphemen. (Kurzes ‚a‘ am Ende schreibt man mit „-er“)

        Und du sagst es zurecht, dass es wenig bringt, Kindern die Orthographeme „um die Ohren zu hauen“, wenn die Basisgrapheme noch nicht sicher sitzen. Übrigens, ein verständlicherer Begriff für Basis-/Orthographeme lautet „Hauptschriftzeichen“ und „Nebenschriftzeichen“. 😉 Hauptschriftzeichen sind die häufig genutzten Zeichen und die Nebenschriftzeichen die seltener verwendeten.

        zu C) Du schreibst: „Mein Eindruck ist leider, dass (aus verschiedenen Gründen) vielerorts recht unstrukturiert und wenig fundiert an der RS gearbeitet wird. Da sollen es dann Rechtschreiben 2-4 aus dem Jandorf-Verlag richten. Ist ja ein Selbstlernheft, da kann der Schüler dann selbst schauen, dass er sich Strategien aneignet.“

        Das sehe ich ganz genau wie du! Und das Motiv, was dahinter steckt, ist oft eines der Verantwortung, auf das ich hoffentlich in näherer Zeit endlich einmal in einem ausführlichen Artikel eingehen werde.

        • emrich emrich sagt:

          Bist du dir sicher, dass das kurze /a/ am Wortende als Basisgraphem einzustufen ist? Weil die Zuordnung von /a/ zu [er] ja an eine Sonderbedingung (Stellung im Wort) geknüpft ist. Die normale Zuordnung wäre ja /a/ = [a], wie z.B. in Apfel.

  2. Marek sagt:

    Ein Kollege, der mit dem Ehepaar Thomé in Kontakt steht/stand, schlug vor, das sog. a-schwa in die Lauttabelle mit aufzunehmen. Ob die Häufigkeit des a-schwa allerdings statistisch ausgewertet wurde, weiß ich aber nicht. Ich denke mir aber, dass das hinkommen dürfte.

    siehe auch „schwa-Laute“:
    http://clasfaculty.ucdenver.edu/tphillips/fonetix/3_schwas_examples.pdf
    http://de.wikipedia.org/wiki/Schwa

  3. Marek sagt:

    Aber du hast natürlich schon in gewisser Weise Recht: durch die Bedingung als Lautstellung kann man das a-schwa als eine Art „Sonderfall“ einstufen. Ähnlich verhält es sich sich ja auch mit dem gesprochenen „schp“ und „scht“, die beide kein eigenständiges Basisgraphem abbilden (sp/st), sondern ganz exakt(!) für sich genommen je ein Phonem und Graphem sind.

    Siehe auch in kursiv: http://skolnet.de/basisgrapheme-und-orthographeme/

  4. Gabi sagt:

    Ich habe eure Diskussion mit Interesse verfolgt 😉
    Interessieren würde mich jetzt noch, worauf die Lernwörtertexte und damit die Auswahl der Lernwörter von Lollipop aufbauen, denn das Lehrerhandbuch liegt mir leider nicht vor. Und würdest du das Lehrwerk „Lollipop“ insgesamt empfehlen?

    • emrich emrich sagt:

      Gut, dass du fragst, dazu wollte ich eigentlich noch etwas schreiben. Hier passt LolliPop nicht so ganz zu „unserem“ System, zumindest nicht in Klasse 2. Eigentlich wäre es aus meiner Sicht sinnvoll, die Lernwörterzeichen (und damit die Strategien) nach und nach einzuführen. Also erst die Mitsprechwörter, dann Wörter mit Kürzezeichen, dann Nachdenkwörter und schließlich Merkwörter. Bei LolliPop finden sich jedoch schon im ersten Text Lernwörter aus allen vier Bereichen. Zudem werden die Lernwörter nicht explizit mit Zeichen oder ähnlichen Mitteln kategorisiert, sondern es sind einfach immer nur Lernwörter. Zu den Lernwörtern gibt es dann meist Übungen. Im aktuellen Kapitel war bspw. „fliegen“ ein Lernwort und die Kinder sollten dann weitere Wörter mit „ieg“ bilden und üben. Ähnliches gab es schon zum Wort „Klasse“, wo es dann um „ass“ ging oder bei Katze eben Wörter mit „atz“. Dabei wird dann wenigstens auch immer verlangt, den kurzen Selbstlaut zu finden, so dass es zumindest eine Herleitung der „Aufälligkeit“ gibt.
      Als „perfekt“ sehe ich LolliPop daher keinesfalls an, aber es war/ist eines der wenigen Werke auf dem Markt, mit einem recht durchdachten Rechtschreibkurs, der nicht auf Fresch aufbaut.

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    […] (erste) kleine Ergänzung zum von mir praktizierten Rechtschreibunterricht: Seit dieser Woche arbeite ich mit dem dicken Brocken des […]

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  3. 6. November 2016

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