Rechtschreibung in den Texten der Kinder bewerten

Seit etlichen Monaten treibe ich mich schon mit der Frage herum, wie ich folgende Vorgabe des Lehrplans Deutsch (NRW) im Bereich Leistung fördern und bewerten angemessen umsetzen kann:

Fachbezogene Bewertungskriterien sind insbesondere: Richtig schreiben: die Feststellung, an welcher Stelle auf dem Weg zur normgerechten Schreibung die Schülerinnen und Schüler stehen; Grundlage sind die eigenen Texte.

Ich soll also auf Grundlage der eigenen Texte der Kinder feststellen, an welcher Stelle auf dem Weg zur normgerechten Schreibung des Kind steht. Dies ist mit geeigneten Beobachtungsbögen machbar. Standardisierte Tests wie die HSP können diesen Prozess unterstützen. Wie aber bewertet/benotet man dies? Kann man dies überhaupt in einer Ziffer wiedergeben? Oder versuche ich damit etwas auszurechnen, was man eigentlich nicht ausrechnen kann? Vor einigen Tagen entdeckte ich auf einer Internetseite folgende Frage: Wie viele Päpste leben im Vatikan pro Quadratkilometer? Meine Antwort lautete sofort: 1. Es gibt nur einen Papst. Aus mathematischer Sicht ist diese Antwort aber falsch. Denn rechnerisch sind es 2,27 Päpste, da der Vatikanstadt nur 0,44km² groß ist. Natürlich ist es Blödsinn hier zu rechnen, denn auch wenn der Vatikanstadt deutlich größer wäre, würde auch weiterhin nur ein Papst dort leben. Ist es nicht genauso großer Blödsinn, den aktuellen Stand der Rechtschreibentwicklung aufwändig eine eine (1!!) einzige Ziffer umzurechnen, mit der am Ende niemand was anfängt. Auf der anderen Seite: Ich muss Noten geben und ich muss dabei (auch/insbesondere) die Rechtschreibleistung in den eigenen Texten als Maßstab nehmen. Also brauche ich hier ein Instrument, dass mich beim Prozess der Notenfindung unterstützt.

Natürlich Leider gibt einem das Land keine Hilfen an die Hand. Es gibt zwar eine (ganz nette) PDF zum Umgang mit den Fehlern der Kinder, aber zur Bewertung finden wir da nix. Die Kompetenzstufen zum Rechtschreiben in Vera sind auch nur wenig hilfreich, weil die Beschreibung der Stufen zu sehr Bezug auf die konkreten Aufgaben des damaligen Tests nehmen. Von Günther Thomé gibt es mit OLFA 3-9 ein sehr gutes Diagnostik-Instrument, welches als Grundlage die Texte der Kinder hat. Allerdings sind in der Zielgruppe dieses Tests Kinder mit massiven Schwierigkeiten im Erlernen der Rechtschreibung. Kinder mit relativ normaler Entwicklung der Rechtschreibung erhalten in diesem Test optimale Kompetenzwerte, so dass die Ergebnisse zur Notenfindung wenig hilfreich sind. Dafür wurde der Test natürlich auch nicht gemacht.

Fündig wurde ich bei Rüdiger Urbanek, der im Jahr 2002 einen Aufsatz mit dem Titel Rechtschreibung beurteilen ohne Diktate veröffentlicht hat. Hier stellt er ein System vor, mit dessen Hilfe er die Rechtschreibleistung von Kindern eines dritten Schuljahres benoten möchte. Er selbst beendete seinen Aufsatz mit den Worten:

Wenn viele Grundschullehrerinnen und -lehrer das Verfahren aber einmal ausprobierten und mir dann von ihren Ergebnissen berichteten, könnte dies nach der entsprechenden Modifizierung ein anerkanntes, mit folgenden Vorteilen behaftetes Instrument der Leistungsbewertung werden:

Da es zu dieser Thematik keine weitere Veröffentlichung von Herrn Urbanek gab, vermute ich, dass dieses Projekt eingestellt wurde. Seine Idee in Kurzform: Es werden bei einem Schülertext 100 Wörter überprüft. 50 lautgetreue Wörter und 50 Wörter mit Rechtschreibbesonderheiten (je 10 aus 5 Kategorien). Daraus ergibt sich ein Prozentsatz der richtigen Schreibungen (bei 10 Fehlern insgesamt liegt dieser bei 90%), woraus sich dann eine Note ermitteln lassen soll (bei 90% wäre es ein gut).

Leider bildet er in seinen Auswertungsbögen bei Weitem nicht alle Rechtschreibphänomene ab. Ich habe mich daher hingesetzt und versucht, dieses System zu erweitern bzw. an die Begebenheiten unserer Schule anzupassen. Herausgekommen ist folgender Bogen:
diagrs01

Bei der Auswertung eines Textes kategorisiere ich die Fehler des Schülers in 21 Kategorien. Dabei nimmt die Einteilung direkt Bezug zu unserem schulischen RS-System. Die Symbole auf der linken Seite zeichnen wir ohnehin unter die jeweilige Falsch-Schreibung der Schüler. Auf Grundlage des Symbols überarbeiten diese dann ihre Rechtschreibfehler selbständig. Die Mehrarbeit besteht also für mich „nur“ darin, den Fehler noch feiner einzugrenzen und in die jeweilige Zeile einzutragen. Am Ende habe ich so schon eine sehr schöne Diagnostik, die mir anzeigt, welches die Fehler- und damit Entwicklungsschwerpunkte der weiteren Förderung sind.

Weiterhin berechnet die Tabelle automatisch einen Fehlerquotienten für jeden Teilbereich. Bei der Notenfindung möchte ich nun hingehen, und die einzelnen Bereiche verschieden stark gewichten: in Klasse 4 wiegt für mich ein Fehler in der alphabetischen Strategie deutlich schwerer als ein falsch notiertes Fremdwort. Ich bin in meinen Überlegungen jedoch noch nicht so weit, als dass ich eine Formel hätte, die mir nachher eine Note ausspucken würde. Hier müsste vermutlich jeder Lehrer individuell vorgehen: wenn ich bereits seit Klasse 2 an der Konsonantenverdopplung nach kurzem Vokal arbeite, dann müsste ich erwarten können, dass dies in Klasse 4 einigermaßen automatisiert ist und einen Fehler in diesem Bereich höher gewichten.

Warum ich das alles hier schreibe? Ich erhoffe mir Feedback. Noten ist in Bezug auf Grundschule immer ein heiß diskutiertes Thema und Rechtschreibung noch viel mehr. Es so zu handhaben wie einige Kollegen an den weiterführenden Schulen, die einen seit Jahrzehnten in Beton gemeißelten Quotientenschlüssel an die Texte der Kinder anlegen, halte ich eigentlich nicht für der Sache angemessen. Ich hoffe, dass ich die Idee „meines“ System ausreichend verständlich dargestellt habe. Die einzelnen Fehlertypen kann ich bei Bedarf gerne ausführlicher erläutern. Ich beziehe mich dabei vor allem auf Veröffentlichtungen von Naumann, Thomé und May. Die fertige Exceltabelle stelle ich auch gerne bereit. Aber zuerst hoffe ich auf eine lebhafte Diskussion 😉

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13 Antworten

  1. Jule sagt:

    Lieber Florian,

    deine Idee klingt wahnsinnig spannend und auch sehr schlüssig. Ich habe das Gefühl, das den Kindern mit deiner Auswertungsmethode sehr gerecht wird. Wenn du das noch ein klein wenig optimierst, kannst du vermutlich sehr reich werden! Ich bin jedenfalls total gespannt, wie’s denn letztendlich weitergeht und lese gespannt mit. Momentan unterrichte ich in einer ersten Klasse, da ist Notengebung ZUM GLÜCK noch Nebensache!!!
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag wünscht dir
    Jule

  2. Christina Wendel sagt:

    Lieber Florian,
    ich lese immer gerne deine Beiträge, da sie gut recherchiert sind.
    Bestimmt lässt sich deine Tabelle auch auf den bayerischen Lehrplan der 4. Klasse übertragen.
    Deine Überlegungen zur letztendlichen Notenfestlegung kann ich nur unterstützen, hier muss jeder individuell für sich und nach behandelten Schwerpunkte die Gewichtung der verschiedenen Fehler festlegen.
    Ich probiere mal aus und bemühe mich zu berichten 🙂

    Liebe Grüße
    Christina

  3. Katja sagt:

    Kompliziertes Thema aber spannend…. ich habe das zum Anlass genommen mal in den nagelneuen RLP Berlin zu schauen, der nun Niveaustufen für die verschiedenen Kompetenzen festlegt. Ich gebe einfach mal wieder, was da zum Thema Rechtschreibung steht. A , B ,C und D bezeichen dabei die Niveaustufen. Für Schüler der Schulanfangsphasen sind die Stufen A, B,C und in Teilen C relevant, für Kl.3/4 ist es Niveaustufe C, in Teilen D

    Kompetenz: Wörter, Sätze und Texte richtig schreiben
    Die Sch. können….
    A: Laute und Buchstaben einander zuordnen
    B: Wörter unter Beachtung einer vorgegebenen Schrittfolge abschreiben
    C: geübte. rechtschreibwichtige Wörter normgerecht schreiben
    D: individuelle Fehlerschwerpunkte identifizieren

    Kompetenz: Rechtschreibstrategien nutzen
    Die Sch. können
    A: Wörter deutlich sprechen, Laute benennen, gleiche Schreibstellen (Schreibweisen) kennzeichen, Groß und Kleinbuchstaben unterscheiden
    B: Wörter lautorientiert schreiben, verwandte Wörter für Ableitungen nutzen,
    Merkstellen benennen, Satzanfänge und Nomen großschreiben, Doppelkonsonannten über die Vokallänge erschließen
    C: den Wortstamm für Ableitungen nutzen, Wörter nach Rechtschreibmustern ordnen, Nomenproben nutzen
    D: s-Laute über Vokallänge erschließen, Wortbausteine nutzen, Nominalisierung erschließen

    Ob eigene Texte der Schüler dabei zur Bewertung mit herangezogen werden sollen/dürfen (oder gar die Grundlage sind!) ist nirgends festgeschrieben . Zu denken gibt mir diesbezüglich aber die im RLP formulierte Fähigkeit: “ Die Sch. können die Regeln der Rechtschreibung anwenden.“ Das wäre dann schon Niveaustufe G,H und erst Ziel der 10.Klasse! Kinder der Klasse 3 sollen laut RLP also nur geübte Wörter richtig schreiben können. Die genannten Rechtschreibregeln sollen sie zwar kennen und nutzen , das heißt aber m.E. noch nicht, dass sie diese in eigenen Texten (also beliebigem Wortmaterial) schon anwenden können müssen.
    Nun steht aber in eurem RLP explizit, dass die eigenen Texte Grundlage der Bewertung sind, insofern nutzen mein Gedankengänge dir da vielleicht auch nur bedingt, ich denke aber, sie helfen vielleicht doch, wenn es darum geht die Maßstäbe zu relativieren.
    Um festszustellen „an welcher Stelle auf dem Weg“ die Kinder sind, müsste man ja diesen Weg erstmal genau beschreiben. Und wenn dann daraus Noten abegeleitet werden sollen, müsste man klar definieren an welcher Stelle des Weges das Normkind, wann zu sein hat…
    Aber wer macht das? Und was hat das ganze dann mit Objektivität zu tun?
    Deinen Bogen finde ich als diagnostisches Mittel wirklich sehr hilfreich, aber daraus eine Note berechnen zu wollen, erscheint mir schwierig (wobei dann ja die Frage bleibt: wie dann sonst!). Wie eingangs schon geschrieben:
    kompliziertes Thema , ich denke mal noch weiter darauf herum….

    • Herrn Emrich Herrn Emrich sagt:

      Danke für deinen ausführlichen Kommentar. Ich bin erstaunt, wie niedrig die Anforderung in Berlin scheinbar sind. In NRW wird folgendes am Ende von Klasse 4 erwartet:
      – verwenden Rechtschreibstrategien zum normgerechten Schreiben (z. B. Mitsprechen, Ableiten und Einprägen)
      – kennen grundlegende Regelungen der Rechtschreibung und nutzen sie (s. nachfolgende Tabelle)

      In der Tabelle steht dann aber im Grunde fast alles drin, was es an Rechtschreibregelungen gibt bzw. folglich auch in meinem Bogen enthalten ist. Man könnte nun fragen was „nutzen“ heißt. Es steht ja immerhin nicht „nutzen sicher“ dort.

      • Katja sagt:

        Ja genau, aber genau das müsste man mal klarer definieren: was genau bedeutet das? Es steht auch bei euch nur „kennen“, „verwenden“ und „nutzen“, (es steht da nicht „beherrschen“!) Aber wofür nutzen? In welcher Form verwenden?
        Ich mache das jetzt mal an meiner Tochter fest, die ist zur Zeit in der 4.Klasse. Die kennt die Regeln definitiv und kann sie in Übungen und Klassenarbeiten zu Rechtschreibproblemen ziemlich sicher anwenden. Sie kann sie auch nutzen, wenn sie z.B. Fehler korrigiert oder gezielt über Rechtschreibung nachdenkt. Dementsprechend steht sie in Rechtschreibung 2. Aber: in ihren eigenen Texten schreibt sie nach wie vor extrem lautorientiert und die wimmeln vor Fehlern. Was sagt das jetzt über ihre Rechtschreibfähigkeiten aus?

  4. Cubi sagt:

    Danke, Katja, diese gleichen Gedanken hab ich mir bzgl unseres neuen Rlp auch gemacht, der ja für Brb auch gilt. Hochinteressant aber unglaublich schwierig und schwammig. Wie so oft wird auch nicht fest deklariert, welche Wörter die wichtigen sind. Und es ist eben nicht klar, zu welchem Grad/Prozentrang etc. die Kompetenzen ausgeprägt sein müssen, um dem Kind die Niveaustufe zu bescheinigen. (Wobei ich mich ja eh frage, wo die mal zum tragen kommen, wenn wir ja doch weiter Notwn geben müssen)…. Alles sehr unausgegoren
    Liebe Grüße

  5. Katja sagt:

    So, nach einer kurzen Kaffeepause habe ich jetzt selbst nochmal nachgeschaut was im Berliner RLP genau steht: wirklich „können“ sollen die Sch. danach eigentlich nur: lautorientiert schreiben und Satzanfänge und Nomen großschreiben, alle anderen Rechtschreistrategien sollen sie „nutzen“. Das wären in der Tat auch genau die Punkte, die ich bei der Berücksichtigung von eigenen Texten in die Notengebung mit einbeziehen würde. Aber selbst da wird es schon schwer mit dem reinen „Ausrechnen“ bei eigenen Texten. Eine Schwierigkeit sehe ich grundsätzlich darin, dass die Kinder ja in ihren eigenen Texten auf einen sehr unterschiedlichen Wortschatz zurückgreifen und auch in den Satzkonstruktionen bestehen erhebliche Unterschiede. Nehmen wir jetzt mal an, wir hätten zwei Kinder die beide genau dieselben Schwierigkeiten bei der Groß-und Kleinschreibung haben: sie haben dieselben Schwierigkeiten beim Erkennen von Satzgrenzen und haben beide die Tendenz Nomen klein zu schreiben. Das eine Kind verfügt nun aber nur über einen geringen Wortschatz, und bildet ausschließlich einfache Hauptsätze. Das andere Kind verfasst hingegen lange, komplexe Satzgefüge und schmückt diese mit einer Vielzahl von Adjektiven aus. Das Kind mit den einfachen kurzen Sätzen kann diese dadurch besser erkennen und macht daher weniger Fehler bei der Großschreibung von Satzanfängen, das andere Kind verliert bei seine langen Sätzen leicht mal den Überblick und hat dadurch mehr Fehler. Der Text von Kind 2 enthält dafür anteilig weniger Nomen, weil es mehr andere Wortarten verwendet, dadurch hat es gemessen an der Gesamtzahl von Wörtern weniger Fehler durch die Kleinschreibung von Nomen…
    Wie soll ich nun anhand dessen objektiv ein Note „berechnen“?

  6. Jörg sagt:

    Ich hatte mir auch eine Excel-Tabelle gemacht, allerdings in erster Linie um Fördergruppen innerhalb der Klasse zu erkennen und die Förderung zielgerichteter zu gestalten.
    Habe mich dabei an HSP, SLRT-II & Co orientiert, aber keine Quotienten gebildet.
    Finde ich eine gute Idee.

    • Jörg Tully sagt:

      Nachdem ich jetzt einige Schüler mal in die Tabelle eingepflegt habe:
      – bietet eine schnelle Übersicht über Fehlerschwerpunkte
      – Notenbildung: bin an schulische Absprachen gebunden, von daher kann ich die Quotienten nicht umsetzen; aber für die Förderung/Förderschwerpunkte ein sehr interessantes Konzept!
      – mir geht zwecks U-Planung/Förderung etwas die Übersicht verloren, welche konkreten Übungen ich welchen Schülern zukommen lassen sollte. Spezifische Fehler „verschwinden“ letztlich in einer Gruppe, was die differenzierte Förderplanung erschwert; allerdings ist das vllt. auch zuviel verlangt von einer Tabelle, die der Notenfindung dient. Bin noch am Überlegen, wie man hier eine doppelte Buchführung vermeidet.

      – manche Felder könnte man noch verknüpfen, um Schreibarbeit zu sparen (Text 1 > muss sonst bei allen SuS eingegeben werden, ebenso Wortanzahl).
      – ich nutze in solchen Excel-Tabellen oft die bedingte Formatierung, um einen schnelleren Überblick zu bekommen; das bietet sich ggf. in der Klassenübersicht an. Soweit bin ich aber noch nicht, habe noch nicht alle eingepflegt und werde damit bei Gelegenheit nochmals rumspielen. Falls was Sinnvolles dabei herauskommt, maile ich es noch.

      Vielen Dank für das laute Denken im Blog, ich hoffe, ich konnte etwas zurückgeben.

      • Herrn Emrich Herrn Emrich sagt:

        Hallo Jörg,
        vielen Dank für die ausführliche Rückmeldung. Das ist sehr hilfreich für weitere Überlegungen.
        Bei der Gruppierung/Zusammenfassung der Fehler habe ich einen Kompromiss aus Handhabbarkeit und Genauigkeit versucht. Thomé unterscheidet bei OLFA 37 Fehlerarten. Da ist mir persönlich das Einsortieren bei der Auswertung zu aufwändig. Auf diese Weise sind natürlich jetzt „Gruppen“ entstanden, die man weiter differenzieren müsste (z.B. Vor- und Nachsilbe) für die konkrete Förderung. Hier könnte man mit ein wenig Erfahrung noch weiter nachjustieren.

        Meine Idee ist/war es ja, eine Tabelle zu schaffen, die beides verbinden kann: Fehleranalyse zur Förderplanung und eine Einschätzung zu einer möglichen Benotung. Da ich die Tabelle für freie Texte der Kinder verwende habe ich die Wortanzahl nicht verknüpft, da ja jedes Kind unterschiedlich viele Wörter produziert.

        An die bedingte Formatierung hatte ich auch schon einmal gedacht. Ich bin aber noch unschlüssig, nach welchen Kriterien ich ein Feld hervorheben sollte. Wenn ein Kind bspw. 300 Wörter geschrieben hat, sind 4 Fehler im morphematischen Bereich vielleicht in Bezug auf die anderen Bereiche das Maximum, wenn das Kind aber in der Summe nur 9 Fehler hat jedoch eigentlich vernachlässigbar. Hier sind Erfahrungswerte aus verschiedenen Bedingungsfeldern hilfreich.

        Verwendest Du die Tabelle für Diktate mit vorgegebener Wortzahl? Das böte natürlich eine noch genauere Auswertung der Texte an. Bei einem Diktat weiß ich ja vorher, wie viele Wörter mit Vokalkürze oder Vorsilben im Text vorkommen. Bei der qualitativen Auswertung könnte ich dann als „Basisrate“ für die Berechnung der Quotienten dann diese Werte nehmen und hätte dann eine aufschlussreichere Aussage, ob eine Fehlerzahl bezogen auf das Vorkommen der Rechtschreibschwierigkeit „bedenklich“ ist. Ich verwende ja zur Zeit für die Quotienten die Gesamtwörterzahl, was in der qualitativen Auswertung streng genommen keine besonders brauchbaren Resultate liefert.

        Viele Grüße
        Florian

        • Jörg sagt:

          Ich habe die Excel-Tabelle „damals“ in erster Linie zur qualitativen Analyse gebaut, um Fehlerarten herauszufinden.
          Die Texte waren mehr oder weniger repräsentativ bei wechselnder Wortzahl. Wobei sich die Fehlerschwerpunkte der einzelnen SuS wenig verschoben haben zwischen den Texten.

          Ich finde es fast zu viel Aufwand, jedes Diktat nach allen möglichen Fehlertypen abzugrasen, um dann darauf aufbauend eine Bewertung vorzunehmen.
          Zudem bin in der Sekundarstufe eines Förderzentrums gewesen, von daher waren die RS-Fälle alle behandelt, geübt und deutlich ab von der Norm in RS-Tests. Da ging es mir eher um qualitative Auswertung und gezielter Förderung.
          Insgesamt aber ein mühsam unterfangen.

          Die 37 Kategorien des genannten Tests halte ich auch für zuviel.
          Andererseits gärt der Gedanke der Excel wieder neu – wenn ich auf eine Idee komme, gebe ich Bescheid.

          Liebe Grüße
          Jörg

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