QR-Codes im Unterricht nutzen

Gestern Anfang Mai besuchte ich als Teilgeber das erste Grundschulbarcamp zu digitalen Medien, welches im krzn in Kamp-Lintfort veranstaltet wurde. Vorbereitet hatte ich sogar drei Sessions, allerdings habe ich dort „nur“ etwas zu BYOD in der Grundschule und zur Knobelkartei erzählt. Damit ich die PowerPoint zum Workshop nicht ganz umsonst erstellt habe, schreibe ich nun hier noch ein paar Zeilen dazu, wie man QR-Codes im Unterricht nutzen kann. Die hier skizzierten Ideen stammen nicht von mir, ich habe sie lediglich gesammelt und zusammengefasst. Weitere (gute) Artikel zu QR-Codes finden sich bei den Möwenleaks oder bei Alicia Bankhofer.

Was ist ein QR-Code?

QR-Codes kommen, nachdem sie schon vor 23 Jahren erfunden wurden, inzwischen an zahlreichen Orten des öffentlichen Lebens vor. Dabei handelt es sich um einen 2-dimensionalen Barcode, der durch die zweite Dimension wesentlich mehr Zeichen enthalten kann. In aller Regel verbirgt sich hinter einem QR-Code ein Link zu einer Webseite, den man mit dem Handy/Tablet abscannen kann, um ohne Eintippen der Adresse eine bestimmte Webseite besuchen zu können. Grundsätzlich kann aber jeder Text (mit bis zu 4000 Zeichen) als QR-Code gespeichert werden.

Wie erstelle ich einen QR-Code?

Zur Erstellung von QR-Codes gibt es unzählige Apps und Generatoren im Netz. Ich verwende in der Regel die Seite goqr.me, da sie kosten- und werbefrei ist. In die dortige Eingabemaske wird einfach der zu codierende Text/Link eingesetzt. Der Code auf der rechten Seite wird dann automatisch erzeugt und kann als jpg oder svg-Datei heruntergeladen werden.

Wie lese ich einen QR-Code

Zum Lesen eines QR-Codes benötigt man ein Smartphone/Tablet mit (rückwärtiger) Kamera, mit dem der Code „abfotografiert“ werden kann. In den Appstores gibt es zig kostenlose Apps, die QR-Codes rückübersetzen können. Viele sind jedoch mit (unverschämt viel) Werbung durchsetzt. Für Android kann ich die App Barcode Scanner empfehlen. Sie läuft auch auf älteren, ggf. ausgemusterten Smartphones und Tablets, die man ggf. den Kindern zur Verfügung stellen kann.

Nutzungsidee #1: ergänzende Hinweise auf Arbeitsblättern

Mit einem QR-Code kann ich zum Beispiel auf einem Arbeitsblatt auf ein Lernspiel verweisen, dass ich zu einem Thema erstellt habe. Bei der Bearbeitung von Lernwörtern erstelle ich beispielsweise auch immer parallel begleitende Übungen in Learningapps, mit denen die Kinder dann im Unterricht/zu Hause vertiefend an den Lernwörtern arbeiten können. Diese Lernapps verlinke ich dann mit einem QR-Code. Auf diese Weise entfällt dann das (fehleranfällige) Abtippen der Adressen.

Nutzungsidee #1,5: individuelle Förderung mit QR-Codes

Eine Fortführung dieser Idee stammt vom Twitter-Nutzer Björn Nölte, der gemeinsam mit weitere LehrerInnen ein inzwischen großes Archiv an an Online-Übungen zu verschiedensten Themenschwerpunkten zusammengetragen hat. Fällt mir als Lehrkraft bei der Korrektur einer Schülerarbeit nun ein förderungsbedürftiger Fehlerschwerpunkt auf, so kann ich aus diesem Archiv (oder meiner privaten Sammlung) eine passende Übung heraussuchen, den passenden QR-Code ausdrucken und unter/neben den Korrekturhinweis kleben. Zugegebenermaßen nicht ganz unaufwändig, aber natürlich sehr individualisiert.

Nutzungsidee #2: Lösungshinweise als QR-Code verstecken

Zwar werden QR-Codes in der Regel nur zur Codierung von Text verwendet, sie bieten aber natürlich auch die Möglichkeit, reinen Text zu „verstecken“. Dies kann man sich zunutze machen, wenn man mit soetwas wie Tippkarten im Unterricht arbeiten will. Während meines Referendariats war diese Form der Differenzierung quasi ein Pflichtprogramm: an einer Stelle in der Klasse lagen Umschläge oder dergleichen aus, in denen sich Hinweise versteckten, wie die Aufgabe gelöst werden kann (ohne die Lösung selbst zu verraten). Schwächere Kinder konnten sich so Anregungen suchen, während die stärkeren Lerner ihr Glück alleine versuchen durften. Dies ist natürlich in der Vorbereitung sehr aufwändig und wird daher wohl eher selten integriert. Mit QR-Codes kann man dies jedoch wesentlich leichter umsetzen. Der Text mit dem Tipp kann als QR-Code verschlüsselt werden und so mit auf das Blatt gedruckt werden. Ein hilfsbedürftiges Kind kann dann zum Tablet/Smartphone greifen und sich so ansehen, welche Schritte bei der Lösung helfen können.

Nutzungsidee #3: Pimp your book

Mit QR-Codes lassen sich aber auch alte (Sach-)Bücher mit neuem Leben versehen. Gibt es zu einem Thema vielleicht ergänzende oder aktuellere Informationen im Internet? Gibt es vielleicht sogar ein Video bei Youtube? Dann kann ich den Link dazu einfach als QR-Code mit in das (alte) Buch kleben. Die Schüler können sich dann mit Smartphone/Tablet einfach und schnell weitere Informationen holen.

Nutzungsidee #4: Buchempfehlungen in der Schulbücherei verlinken

Damian Duchamps beschreibt in seinem Blog sehr schön, dass sich mit Hilfe von QR-Codes auch Hinweise auf gesprochene Buchempfehlungen in der Schulbücherei verstecken lassen. Dies erfordert natürlich einige Voraussetzungen in der Bücherei (u.a. WLAN), ich finde diese Idee aber durchaus interessant und reizvoll.

Nutzungsidee #5: Schnitzeljagd

Nina Toller beschreibt in ihrem Blog eine Möglichkeit, wie Schnitzeljagden (durchs Schulgebäude) mit Hilfe von QR-Codes realisiert werden können. Da ich dies selbst noch nicht ausprobiert habe, verweise ich an dieser Stelle nur auf ihren Blogartikel

Ideen, Fragen Anregungen?

Hast du noch weitere Ideen, was man mit QR-Codes anstellen kann? Gibt es noch Fragen? Dann freue ich mich sehr über Kommentare.

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1 Antwort

  1. Angela sagt:

    Lieber Kollege, danke für die vielen interessanten Anregungen zum QR-Code 🙂
    Da ich die bisher „nur“ zum Suchen von Vokabeln oder Rechenaufgaben (in der Zeit vor Ostern) genutzt hatte, „kribbelt es mich schon in den Fingern“, die neuen Ideen auszuprobieren….

    Leider können Eltern damit scheinbar wenig anfangen: Für einen Elternabend zu einem Medienprojekt hatte ich die die Botschaft „Guten Abend, schön dass Sie das sind“ ,per QR-Code verschlüsselt, auf die Materialtüten (Flyer von Internet-ABC usw.) geklebt – und war enttäuscht, denn nur ein einziger Vater konnte damit etwas anfangen … (Er hatte dann aber für alle „übersetzt“)

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