Nachhilfe für Kindergartenkinder

Ich werde mein Tätigkeitsfeld erweitern. Ich habe nämlich eine neues Geschäftsidee. Gut, neu ist sie nicht und von mir kommt sie auch nicht, aber Geld, ja Geld werde ich damit viel verdienen, denn in meiner Idee geht es um die Förderung der kleinen Prinzen und Prinzessinnen. Und von denen gibt es sehr viele. Nicht erst durch das durchaus lesenswerte Buch „Helikoptereltern“ von Josef Kraus wissen wir ja, dass es die verrücktesten Förderangebote für Kinder die kleinen Goldstücke gibt. Helen Doron bietet Englischkurse für Babys an. Teilnehmen kann man ab 3 Monaten (!!). Im genannten Buch finden sich noch weitere, teils skurrile und stets hochpreisige Beispiele.

Ich bin dann heute morgen über einen Beitrag des Kumon-Instituts gestolpert, der Nachhilfekurse für Kindergartenkinder anbietet, um diese optimal auf die Grundschule vorzubereiten. Mal davon abgesehen, dass der Text vermuten lässt, dass es im „Förderkurs“ überwiegend um die Bearbeitung von Arbeitsblättern geht, ist so ein Kurs aus meiner Sicht reichlich überflüssig. Kinder müssen nicht bis 20 zählen können, wenn sie in die Schule kommen und selbst wenn sie die Zahlreihe auswendig können, können sie nachher trotzdem Schwierigkeiten in Mathematik bekommen.

Ich möchte daher einen Förderkurs anbieten, der WIRKLICH auf die Grundschule vorbereitet. Ich denke in 8 Sitzungen á 45 Minuten zu je 30€ werde ich folgende Inhalte anbieten:

  • Naseputzen und Niesen
  • Rechtzeitig zur Toilette gehen bei kleinem Geschäft
  • Rechtzeitig zur Toilette gehen bei großem Geschäft
  • Der richtige Umgang mit Klopapier, Wasser und Seife
  • Schuhe – Kampf dem Schnürsenkelmonster
  • Wie finde ich meine Jacke zu Beginn der Pause wieder
  • Zurechtfinden im eigenen Schulranzen
  • Mit Kindern kommunizieren ohne Schimpfwörter

Ggf. biete ich dann noch für besonder hochbegabte Kinder einen Aufbaukurs an, muss ich mal sehen. Obwohl … laut Herrn Hüther sind ja alle Kinder Prinzessinnen und Prinzen hochbegabt. Na, dann gibt es den Aufbaukurs auf jeden Fall. Die Inhalte sind ja im Grunde zweitrangig. Man muss nur ausreichend an die Angst der Eltern appellieren.

Kommentare (6) Schreibe einen Kommentar

  1. Sollte der Andrang so groß sein, dass du die Hilfe brauchen solltest, kannst du dich gerne melden! Ggfs. kannst du deinen Kindergarten als Franchise-Konzept anbieten. Ich bin dann dein erster Abnehmer!

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  2. Sehr amüsant! Da schmeckt der Morgenkaffee erst recht!

    Wobei ich die Dauer der Fördereinheit zu lang und den Preis viel zu niedrig betrachte. 20 Minuten á 50 € wären in Ordnung.
    Schließlich ist das für nicht erbrachte Erziehungsleistung – da kann man schon investieren…

    Übernehme dann gerne den Bereich Ostbayern, falls ein Franchise-Unternehmen zustande kommt… 😉

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  3. :-)). Warum ist da vorher wohl noch keiner drauf gekommen.
    Sehr gute Idee. Und sicherlich erweiterungsfähig.
    Spontan fällt mir ein: Schultasche alleine tragen, Hand vor den Mund beim Gähnen….
    Und für die Zukunft: richtiger Umgang mit Handy, Internet undCo.

    Viele Grüße

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    • Hab mir gerade auch mal die Werbung auf der Kumon Seite angeschaut. Ist ja unglaublich bis schmerzhaft. Ein besonderes Highlight sind auch die Kommentare der Eltern unten auf der Seite:
      „Er (der Sohn) ist jetzt 3 Jahre (!!!) alt und sieht das Lernen nicht als Lernen. Er ist sehr neugierig und das Lernen gehört zu unserem Alltag wie das Essen, Trinken und Schlafen.“

      Musste spontan an folgenden Satz denken: „Schulfähigkeit ist das Ergebnis einer erfüllten Kindheit“ (Armin Krenz)

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