Können Männer besser mit Statistiken und Prognosen umgehen?

Fast so hartnäckig wie die Diskussion um den falschen Rechtschreibunterricht hält sich in der Presse die Klage über die niedrige Männerquote in Grundschulkollegien. Aktuell ist es die FAZ, die das Thema für sich entdeckt hat. Man schreibt, dass der Anteil an männlichen Grundschullehrerinnen bundesweit bei 13% liegt. Für NRW liegt dieser Wert sogar m.W.n. bei 9%. Das ist in der Tat wenig und bringt in der Praxis das ein oder andere Problemchen mit sich.

Schon im Studium ist die Quote der männlichen Studenten recht überschaubar und vielen Bundesländern im einstelligen Bereich. Ich selbst kann noch ein Lied davon singen, wenngleich es nicht immer schlecht war, so ganz allein unter Frauen 🙂

Mittels verschiedener Initiativen ist man nun bestrebt, (junge) Männer für das Studium des Grundschullehramts zu gewinnen. Als ich davon las, erinnerte ich mich an die Lehrerbedarfsprognose der KMK, die ich im Herbst beim Lehrerfreund gefunden habe. Dort wird vorausgesagt, dass es ab 2015 zu viele Lehrer an Grundschulen gibt. Ob es da jetzt besonders empfehlenswert ist, jungen Menschen das Studium ans Herz zu legen?? Ich habe da meine Zweifel, zumal das Lehrereinstellungsverfahren eigentlich keinen Männerbonus vorsieht (was ja auch unter den weiblichen Bewerbern für mächtig Proteste sorgen dürfte).

Vielleicht studieren also so wenige junge Männer „auf Grundschule“, weil sie die Prognose der KMK gelesen haben und nicht riskieren wollen nach 5-10 Jahren Ausbildung erstmal Hartz4 beantragen zu müssen, weil zwar in der Theorie Bedarf da ist, praktisch aber keine freien Stellen existieren?

Wie dem auch sei: Ich befürchte, dass sich am Frauenüberschuss in Grundschulkollegien so schnell nichts ändern wird … schade eigentlich.

Kommentar (1) Schreibe einen Kommentar

  1. Da kann ich nur zustimmen….
    Zur Zeit habe ich einen Referendar – ja genau – einen MÄNNLICHEN! An der Grundschule, und was soll ich sagen? Es ist so toll 🙂 Die Kinder, natürlich die Jungs, aber auch die Mädels, lieben ihn und es ist so wichtig, dass sie auch mehr männliche Vorbilder erfahren! Wie sonst bekommen gerade sozial-schwächere Jungs mal gute Vorbilder gezeigt bis das sie vll. an der weiterführenden Schule, evt. aber auch erst DANACH mit diesen zusammen arbeiten???
    Vielleicht gibt es ja bald eine „Männer-Quote“ für pädagogische Berufe????
    Fänd‘ mal sehr sinnvoll 🙂
    Gruß
    Julia

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