Diskussionskultur?

Die Geschichte der Grundschulblogs ist eine Geschichte voller Missverständnisse. So scheint es mir zumindest. Mein Verständnis eines Blogs ist es, dass der Autor einen Sachverhalt zu berichten hat (am besten einen mit einer gewissen Relevanz) und diese Gedanken gerne mit anderen Personen teilen möchte. Der Leser kann dann (wenn er dies für nötig hält) in einem Kommentar dazu Stellung beziehen: zustimmend, ablehnend, anregend, abwertend … das ist die Entscheidung des Lesers. Der Autor oder andere Leser können dies dann ebenfalls kommentieren und als Ergebnis erhält man eine angeregte und im besten Fall sachliche Diskussion, die für alle Beteiligten hilfreich sein kann. Früher fand sowas mal in den Foren statt, aber die sind ja scheinbar schon länger tot.

Heute gibt es Blogs (und Facebook). In einem solchen Blog wurde vor einigen Tagen ein Material vorgestellt. Die ersten Kommentare waren schnell darunter. Man bedankte sich schnell und artig und lobte die Qualität des Materials. Eine Qualität, die ich aus meiner Sicht in dieser Ausprägung nicht sah. Als Anregung schrieb ich dies unter die bereits vorhandenen Kommentare. In einer ersten Reaktion wurde mir dann empfohlen, ich möge ein verbessertes Material doch einfach selbst erstellen. Nachdem ein weiterer User dann bemerkte, dass dies keine fachlich passende Antwort sei, kam dann folgende Reaktion:

Und darüber [über fachliche Fragen; Anm. von Herrn Emrich] brauch ich hier auch nicht zu diskutieren. Ich zeige euch, was ich […] hergestellt habe, ihr verwendet es oder auch nicht, und gut.

Folgende Einschätzung des anderen Kommentators muss ich leider teilen:

Schade ist, dass wie immer keine fachliche Diskussion stattfindet.

In den meisten Fällen dienen die Kommentarspalten der „ultimativen Lobhuddelei“. Manchmal beschweren sich die Autoren sogar, wenn diese ausbleibt. Wenn dann einmal konstruktive, fachliche Kritik geäußert wird, dann heißt es leider schnell „Du musst das Material ja nicht nutzen“ oder „Du musst ja diesen Blog nicht lesen“.

Ich finde das wirklich bedauerlich, denn in der fachlichen Auseinandersetzung liegt ja nicht nur das Potential, sich selbst weiterzuentwickeln, sondern auch den fachfremd unterrichtenden Kollegen aufzuzeigen, worauf es im jeweiligen Fach (auch) ankommt.

Das wollte ich jetzt einfach mal geschrieben haben. Außerdem lenkt es so wunderbar vom Zeugnisschreiben ab :).

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42 Antworten

  1. Mechthild Dickmann sagt:

    Du hast Recht, Florian… manche Blogs mutieren zur Selbstdarstellung.
    Frohes Zeugnissschreiben 🙂

    LG Mechthild

  2. Susanne sagt:

    Hallo Florian,

    ich halte diie Blogentwicklung im Grundschulbereich ohnehin für bedenklich, aber das ist ein weites Feld und ich gehöre ja nun auch zu den Bloggern und muss Deine berechtigte Kritik sicherlich auch für mich selbst reflektieren.

    Vielleicht stecken einfach unterschiedliche Intentionen hinter unterschiedlichen Blogs.
    Deinen Blog und den von Marek halte ich für die fachlich fundiertesten.
    ABER der Bedarf scheint ja in eine ganz andere Richtung zu gehen, nämlich nicht hin zu einer fachlichen Diskussion, sondern hin zum Materialdownload.
    Nun bediene ich ja durchaus auch seit zehn Jahren diesen Bedarf und weiß sehr wohl, dass das Zaubereinmaleins kritikwürdig ist in dieser Hinsicht.

    Das ist das eine.
    Das andere sind eben jene Blogs, die aus dem Alltag berichten und ganz anders aufgestellt sind als die Materialblogs.
    Ich nehme an, die Zielsetzungen sind ganz unterschiedlich.

    Und ein Blog, egal welcher Art, hat natürlich etwas mit Außenwirkung, Selbstdarstellung und dem Wunsch zu tun, wahrgenommen zu werden.

    Das Heischen nach Dankeklicks oder Kommentaren mag ich nicht, aber ich kann nachvollziehen, dass es Blogger freut, wenn Reaktionen erfolgen.

    Ich schrieb ja an anderer Stelle schon, es wäre meiner Meinung nach wichtig, Ursachenforschung zu betreiben.
    Irgendwo hakt es im System und das zeigt sich dann eben auch online.

    Liebe Grüße
    Susanne

  3. Katharina sagt:

    Hallo Herr Emrich,
    Sie sprechen mir aus der Seele. Ich bin seit 10 Jahren im Schuldienst unterwegs – werde aber ab Sommer zum ERSTEN MAL ein erstes Schuljahr übernehmen. Warum erst jetzt – ich weiß es nicht. Es hat sich halt immer anders ergeben.
    Ich freue mich riesig, gehe aber auch mit sehr viel Respekt an diese Sache heran.
    Natürlich wird es bunt werden, es wird Briefe in den Ferien geben, Lernwege zu den Buchstaben und sicherlich hier und da immer wieder etwas zusammengetragenes aus diversen Blogs. Wenn ich aber sehe, WAS hier alles in diesem Zusammenhang vorgestellt, gemacht und gepostet wird – verabschiede ich mich in die Sommerferien und mache nichts anders mehr als BASTELN; LAMINIEREN; DRUCKEN; …
    Einen Urlaub werde ich ich mir dann nicht mehr leisten können – ihn allerdings dringend benötigen.
    Verstehen Sie mich nicht falsch! Ich befinde mich momentan auf der Suche nach geeigneter Literatur, geeignetem Material, geeigneten Methoden, Wegen …
    Gerade im Hinblick auf die Buchstabeneinführung wäre ich dankbar für gute Literatur. Ein zwei Bücher – mehr schaffe ich ( mit Kind und Haushalt ) einfach nicht (einen konkreten Vorschlag?). Auch Ideen hierzu finde ich toll. Es muss aber konstruktiv bleiben. Meines Erachtens nach bringt es nichts Buchstaben zu puzzlen,kneten und zu laufen. Vielleicht ist das hier und da als Einstieg wirklich mal nett und motivierend. Aber doch nicht immer. Jedoch vermisse ich – wahrscheinlich habe ich noch nicht intensiv genug geschaut – Vorschläge anderer Richtungen. Kritisieren ist leicht, aber wo sind die verbesserten Ideen?
    Ich würde mich freuen, wenn ich hierzu mal ein Feedback bekommen würde. Ein Link oder Titel reicht vollkommen. Ich kann lesen:-)
    Vielen Dank für Ihre Diskussionsbereitschaft, Ihr Hinterfragen … und natürlich Ihr Material 🙂
    Nächste Woche beginnen wir mit der 9er Reihe und es wird zum Üben eine Wochenhausaufgabe geben – ihr Heft!

    • Herrn Emrich Herrn Emrich sagt:

      Spontan fällt mir hierzu die Seite von Beate Leßmann ein, die auch einiges über den Anfangsunterricht schreibt: http://www.beate-lessmann.de/index.php Die Seite ist in Teilen kostenpflichtig, aber vieles kann man auch im kostenfreien Bereich lesen. Hilfreich sind manchmal auch die Lehrerhandreichungen der Erstelesewerke, wie z.B. Löwenzahn und Pusteblume. Die meisten der dort genannten Übungen kann man auch unabhängig vom Lehrwerk einsetzen. In den Mitgliederbänden des Grundschulverbands (http://www.grundschulverband.de/veroeffentlichungen/mitgliederbaende/) ist auch immer wieder viel Gutes bzw. Fundiertes zu finden, auch wenn ich mit einigen Positionen so manches Mal meine Probleme habe. Für den Anfangsunterricht lohnt ein Blick in die Bände 134, ggf 133, 119, ggf. 113 und ggf. 104.

  4. FrauS sagt:

    Hallo.
    Bin ja noch recht neu unter den Bloggern und meine Intention meines Blogs ist es gewesen, einfach auch meine Materialien zur Verfügung zu stellen, nicht um dafür ständig gelobt zu werden, sondern einfach, weil ich oft genug auch von anderen profitiere. Ich habe aber unter Kollegen auch schon erlebt, dass nichts geteilt wird und man sich um alles selbst kümmern muss und das ist, gerade bei fachfremd manchmal schon echt schwer, wenn man nicht gerade an einer Schule unterrichtet, die Material anschafft oder man sich selbst die Materialien anschaffen möchte. Daher bin ich selbst immer froh, wenn ich verschiedene Materialien finden kann, die ich mir dann für meine Klasse zusammenstellen oder aufbereiten kann. Dabei muss natürlich auch die fachliche Stimmigkeit geprüft werden.

    Ich stimme Ihnen in der Hinsicht zu, dass fachlicher Austausch gerade in den Blogs durchaus auch wichtig ist, denn in unserem Beruf gehört dies zu den wichtigsten Dingen überhaupt. Ich kann nur für mich sprechen, ich nehme diese Anregungen gerne auf und bin dankbar dafür, gerade weil ich weiß, dass ich auch nie auslerne und den Anspruch an mich selber habe, mich weiterzuentwickeln, ist gerade auch in fachfremden Fächern sowieso unerlässlich…

    Allerdings sollte man auf einen freundlichen Umgangston achten und schauen, dass die Kritik konstruktiv bleibt.
    Meine Meinung 🙂

  5. Kollegin sagt:

    Einem geschenkten Gaul schaut man eben nicht ins Maul!

  6. Mechthild Dickmann sagt:

    …liebe „Kollegin“, damit wäre ein Blog dann wirklich auf den „hier gibt’s was umsonst“ – Aspekt reduziert… Schade,oder?

  7. Gabi Strouhal sagt:

    Du sprichst mir aus der Seele, mehr mag ich zu diesem Thema gar nicht mehr sagen, denn ich bin ja auch mehrfach angeeckt und sage mir mittlerweile „Ist mir doch egal, sind ja nicht meine Schüler!“

  8. Kollegin sagt:

    Aber die Leute, die ihr Material zur Verfügung stellen, tun das doch – zumindest fasse ich das so auf- aus Kollegialität.
    Also genauso wie wenn ich einer Kollegin meiner Schule Arbeitsblätter weiterreiche, weil ich mitbekommen habe, dass sie dasselbe Thema macht.
    Dann ist es doch absolut normal, wenn ich mich bedanke. Vielelicht sehr ich dann auch Tippfehler und finde, dass man die ein oder andere Arbeitsanweisung anders stellen sollte, aber trotzdem ist das doch großzügig …

    Jeder der auf seinem blog Materialien zum größten Teil kostenlos oder für einen wirklich sehr geringen Betrag zur Verfügung stellt, könnte ja auch genauso gut hingehen und es über einen Verlag als Buch um einiges teurer verkaufen.

    Wenn jemand sein Material in den blog stellt, weil man sich nicht sicher ist, ob es gut oder brauchbar ist. Kann man das ja dann erfragen?

    Also genauso, wie wenn eine Kollegin im Lehrerzimmer zu mir kommt und meint:“ Meinst du das kann ich so machen?

  9. Katharina sagt:

    Vielen Dank für die schnelle Antwort und die Hinweise.
    Dann werde ich mich mal informieren:-)
    Katharina

  10. Gabi Strouhal sagt:

    Aber ist es denn nicht auch für diese Kollegin hilfreich, wenn sie fachliche Kritik zum Material bekommt? Ich sehe Kritik konstruktiv und man kann doch eine Diskussion darüber führen, die bringt in den meisten Fällen alle weiter ;-).
    Fachliche Kritik und Dankeschön auf der anderen Seite schließen sich doch nicht aus. Kritik ist ja auch nicht böse gemeint. Mir geht es oft so, dass ich bei bestimmten Materialien oder auch Unterrichtsansätzen Scheuklappen vor den Augen habe, dann bin ich doch froh, wenn sie jemand abnehmen hilft und Fehler einzugestehen, hat auch noch niemand geschadet. Bei unseren Schülern sprechen wir von Fehlerkultur – wie sieht es bei uns selbst aus?

    • Hanne sagt:

      Liebe Gabi,
      wenn ich mich recht entsinne, gab es im Tigerklassenblog häufiger konstruktiv-kritische Beträge auf die Du nicht erfreut und dankbar, sondern eher sehr aufgebracht reagiert hast…
      Beste Grüße
      Hanne

  11. Su sagt:

    Also , die alten Blogs müssen biiiitte bleiben!!! (Emrich, Marek, endlichpause, Tigerklasse und jetzt neu: Susannes Eisbärenklasse) Arnies Blog … eben, weil es dort nicht NUR Material, sondern auch Denkanstöße und Einblicke in den Unterricht gibt! Man soll sich doch auch weiterentwickeln!

    Wenn ich Fehler finde, merke ich das auch weiterhin an. Ein bisschen Kritik muss man schon einstecken können..

  12. junas sagt:

    Danke für deinen Artikel!!
    Die Grundschul-Blog-Flut ist mir inzwischen ein Graus und ich bin ganz davon abgekommen, dort zu lesen.
    Fachliche Auseinandersetzungen fehlen mir nicht nur dort in den Blogs, sondern leider auch im Alltag. Irgendwie wird es immer schwieriger, sich diesbezüglich mit Kollegen auszutauschen. Mir fehlt diese Diskussion sehr, aber ich habe keine Lösung, wie man das ändern könnte.

    LG junas

  13. Kathi sagt:

    Hallo Valessa, normalerweise mische ich mich in solche Diskussionen nicht ein, weil meiner Meinung nach jeder Blog seine Berechtigung hat und jeder für sich selbst entscheiden muss, was er oder sie liest, braucht, Gott sei Dank gibts in einer Demokratie diese Freiheit noch, … Aber als nicht aktive Bloggerin, die auch bei dir mitliest, muss ich mich hier äußern – so kritisierst du immer wieder den unfreundlichen und kurzen Umgangston in den Mails, die du erhältst. Du aber bist selbst in deinem Umgangston auch bei Rückfragen sehr unfreundlich – also bitte nicht von anderen einfordern, was man selbst nicht einhält. Kathi

  14. Kathi sagt:

    Ich habe jetzt mal nachrecherchiert und finde jetzt mal die Aufforderung von Kristina gar nicht so schlimm.
    Zitat: Natürlich gibt es andere Übungsmöglichkeiten, vermutlich auch bessere. Vielleicht gelingt es Ihnen ja, meine Kartei (und auch alle folgenden) zu ergänzen? Wir – und ich denke, ich spreche im Namen aller Kolleginnen, die hier gepostet haben – würden uns sehr darüber freuen! 😉
    LG Klaudia

    Kann es sein, dass Sie lieber Herr Emrich da jetzt etwas über reagieren ? Freundliche Grüße, Kathi

    • Herrn Emrich Herrn Emrich sagt:

      Es geht mir weniger um die Aufforderung, sondern mehr um die Reaktion auf den nachfolgenden Kommentar, die im Grunde sehr schön wiederspiegelt, wie auch schon an anderer Stelle auf Kritik in Blogs reagiert wurde. Ich denke, dass ich durch meinen Post und die Wahl der Zitate deutlich gemacht habe, „wo mein Schuh drückt“.

      • Katja sagt:

        Ich habe das jetzt ebenfalls mal komplett gelesen und kann die „Aufregung“ an dieser Stelle ehrlich gesagt auch nicht so ganz nachvollziehen (obwohl ich grundsätzlich verstehe, was Sie meinen) . Ich denke einfach, es ist ein grundlegendes Problem dieser Art von Kommunikation: sie ist nicht begleitet von Mimik, Gestik und Tonfall, sie kommt von Menschen, die wir nicht persönlich kennen… das muss zu Missverständnissen führen. Ich persönlich empfand z.B. den nachfolgenden Kommentar auch als leicht patzig und kann die Antwort darauf auch nachvollziehen. Frau Borsig hat auf die erste Kritik durchaus sachlich und freundlich reagiert, indem sie nochmal erklärt hat, wozu sie selbst dieses Material in ihrem eigenen Unterricht nutzt und was sie damit schwerpunktmäßig bezweckt. Daraufhin darf sie sich anhören, sie würde nicht sachlich diskutieren…. Dass sie nach dieser Art von Kommentar vielleicht keine Lust hat, ihren kompletten Unterricht zu erklären, um sich zu rechtfertigen, kann ich ebenfalls nachvollziehen. Sie gewährt durch die Veröffentlichung ihres Materials nur einen kleinen Einblick in ihren Unterricht und das kann immer nur ein Ausschnitt des Ganzen sein.
        Was mich hier gerade wieder sehr stört, ist dieses schnelle Urteilen über Menschen (und deren Unterricht), die man selbst gar nicht kennt.
        Es wird viel zu schnell viel zu viel reininterpretiert. Wenn man sich einfach mal bewusst macht, wie oft das schon bei der direkten Kommunikation von Angesicht zu Angesicht passiert, sollte man sich darüber im Klaren sein, wieviel schneller das dann an dieser Stelle passiert.

  15. Gabi Strouhal sagt:

    @ Kathi
    Normalerweise mische ich mich nicht in eine Diskussion zwischen zwei Personen ein. Hier muss ich jedoch etwas korrigieren: Auf Mails oder Rückfragen hat Valessa hat bei meinen Anfragen noch nie unfreundlich reagiert und ich habe das Passwort auch schon vergessen :-), was für Blogbetreiber wahrscheinlich der Worst-Case ist – wie nervig, diese Anfragen alle zu beantworten!

    Es liegt doch auch durchaus ein Unterschied in der Anfrage: Will ich etwas von der betreffenden Person, dann muss ich doch gewisse soziale Verhaltensregeln einhalten und vorher auch lesen oder? Wenn ich die Scoutbox bei Susanne im Zaubereinmaleins lese, frage ich mich, was haben die Leute dort wirklich gemacht?

    Ich sage grundsätzlich „Bitte“ und „Danke“ und nutze diese beiden Zauberwörter auch in Anfragen. Damit bin ich bisher immer und überall gut gefahren und habe NIE eine unfreundliche Antwort bekommen.

    Auf „Schickst du mir die Materialien … “ würde ich gar nicht oder sehr unfreundlich mit „Nein“ antworten.

  16. Kathi sagt:

    Dies bezieht sich aber bei Valessa auch auf patzige Kommentare auf anderen vor allem neuen Blogs, da wäre sie ja der Nehmer, auch hier bin ich für faire und sachliche Kritik und besonders dann, wenn ich selbst das erwarte – als Mitleser entsteht bei mir ein wenig der Eindruck, manche sind gleich, andere gleicher LG Kathi

  17. Mona sagt:

    Ich kann mich diesem „Graus“ nur anschließen, denn leider sind die meisten blogs aus meiner „laienhaften“ Lehrer-Sicht von krankhaftem Narzissmus geprägt. Neben „Dauerraunzen“ oder „Liebesheischen“, treiben die bunten Arbeitsblätter, die zum hundertsten Mal zu einem Thema als „ultimatives“ Werk gepostet werden, alles auf die Spitze.

    Und zum Thema „Kritik“: Hier tun sich offensichtlich die LehrerInnen besonders schwer, denn schließlich sind sie es ja nur gewohnt, andere zu kritisieren (zu benoten).
    Es wird außerdem Geschummelt, wie in Schulzeiten: Im „besten“ Fall lässt man unliebsame Kritik gar nicht erst auf seiner Seite erscheinen, um die eingetroffenen und veröffentlichtne „Lobhudeleien“ nicht durch Kritik zu verschandeln (werte Valessa, nimm dich da an deiner Nase – dein blog vom 15.5. wurde von einer Freundin, die Lehrerin ist, ziemlich kritisch – aber ehrlich (= nicht automatisch fies, böse und gemein) – kommentiert).
    Im schlimmsten Fall wird/wurde man aus Foren ausgeschlossen oder es wurde einem gar der Zugang zum (bezahlten) blog verwehrt.
    Blogbetreiber können sich auch sehr auf ihre „Anhängerschaft“ verlassen, denn Kritiker werden von ihnen massiv beschimpft. Leider wird dieses Verhalten auch gefördert, denn niemand von den bloggern distanziert sich von den Aussagen seiner „Anhänger“ oder ruft sie öffentlich zur Raison. Wahrscheinlich tritt man noch mit geschwellter Brust vor sein „Fußvolk“ und suhlt sich in dem „Affentheater“.

    Solange so eine Haltung besteht, ist es besser, das Bloggen sein zu lassen: Schlimm, wenn SchülerInnen solche Vorbilder haben und es ist zu hoffen, dass sie dieses „Kindergartengehabe“ nicht mitbekommen, indem sie selbst diese blogs besuchen.

    Das alles bestätigt mich darin, dass es eine gute Entscheidung ist, seine Kinder als „Laie“ lieber selbst zu Hause zu unterrichten, als sie Narzissten zu überlassen. Übersetzung für alle LehrerInnen: in eurem Zeugnis würde durchgehend „ungenügend“ stehen.

    Liebe Grüße,
    Mona – eine kopfschüttelnde Mutter

  18. Kathi sagt:

    Und genau das ist es, da stellen sich genau diese Blogs wie Valessa hin und kritisieren aber wird der eigene Blog kritisiert wird man unfreundlich abgetan, … Ich bin absolut der Meinung Kritik muss sachlich und seriös sein und umgekehrt muss man sie aber selbst auch aushalten können.

  19. Ena sagt:

    Guten Abend ,

    es kommt sehr selten vor , dass ich was schreibe aber gerade finde ich das Verhalten hier völlig unreif. Es war nach der DISKUSIONSKULTUR gefragt , nun hab ich das Gefühl , dass es hier zur Hetzjagt gegen Valessa wird. Auf der einen Seite kann man anmerken , dass sie (öfter) patzige Antworten gibt oder Blogbeiträge veröffentlicht die die Mehrheit nicht machen würden. Aber ist es nicht Sache des Blogbetreibers , was man wann und wo postet ? Wenn mir jmd nicht gefällt oder mich nervt dann gehe ich dieser Person aus dem Weg. So mache ich es auch im echten Leben. Kollegen mit denen ich nicht so gut bin bekommen eine Hallo und Tschüss und mehr nicht. Warum macht man es mit Blogs nicht ähnlich ? Wenn mir die Art der Blogbetreiberin nicht gefällt dann besuche ich den Blog nicht mehr. Dadurch entstehen weniger Aufrufe und die Betreiberin oder Betreiber wird eventuell was merken. Aber dieses sie macht dies und das erinnert mich gerade an das Konfliktverhalten meiner 3. Klässler. Es ist schade wenn jmd keine Tipps und Hilfestellungen annehmen kann aber auch diese Menschen muss es geben. Wenn ich aber weiß , dass ich damit nicht zurechtkommen kann dann werde ich entweder das Material nicht nutzen und auch nichts in den Blog schreiben. Es gibt ja dennoch Leute die es schaffen Kritiik anzunehmen und danach auch explizit fragen. Unter anderem Gille vom Lernstübchen.

    Schönen Abend

    Ena

  20. Herrn Emrich Herrn Emrich sagt:

    Ich habe eben zu einem Mittel gegriffen, dass ich bisher nie auf diesem Blog verwendet habe: Ich habe Kommentare gelöscht. Bisher war dies nicht nötig, ich konnte sogar alle Kommentare automatisch freischalten lassen (von Spams mal abgesehen). Ich bin selbst ein wenig überrascht ob der hohen Wellen, die das hier schlägt. Viele Kommentare erfreuen und bestärken mich. Aber persönliche Anfeindungen passen nicht zum Thema, noch dazu wenn sie in einer verletzenden Art und Weise vorgetragen werden. Selbst wenn es dazu eine Vorgeschichte geben sollte, so ist diese Geschichte nicht auf diesem Blog entstanden. Wir sind erwachsene Menschen und sollten so etwas wie erwachsene Menschen lösen.

  21. Steffi sagt:

    Sehr geehrter Herr Emrich,
    ich lese auch am liebsten Blogs mit Ideen, Einblicken in das Klassenzimmer, die Unterrichtsorganisation, Unterrichtsmethoden und -inhalten (die Idee mit der Videovorgangsbeschreibung fand ich genial!). Bei den Materialblogs schaue ich nur vorbei, wenn ich etwas bestimmtes suche und es nicht in Arbeitsheften usw. finde. Und hier muss ich mich dann auch an die eigene Nase fassen, dass ich das Material manchmal unkontrolliert übernehme. Bei Arbeitsheften usw. mag das gehen, da das meiste recherchiert und von Lektoren durchgelesen wurde. Bei einem Blog kann ich das nicht verlangen, vergesse dies aber leider oft. Da bin ich sehr dankbar, wenn in den Kommentaren ein Hinweis auf sachliche Fehler zu finden ist. Bitte behalten Sie dies auch weiterhin bei.

  22. Cubi sagt:

    Ich bin grad sehr müde … Lange anstrengende Wochen, wie sicher bei vielen, liegen hinter (und noch vor) mir.
    Ich kann mir trotzdem eins eines jetzt nicht verkneifen.
    Mir fiel gerade spontan ein:
    „Und täglich grüßt das Murmeltier…“ Und das bezieht sich nicht auf deinen Einstiegs-Beitrag, lieber Florian.
    Ein schönes Wochenende

  23. Marek sagt:

    Wovon wir in der Schule mehr bräuchten ist:

    – mehr kommunikative Kompetenz
    – mehr Empathie
    – mehr Gelassenheit

    Viel zu schnell gleitet man ins Emotionale und Persönliche hinab!

    Das Beruhigende ist aber, wenn ich mir u.a. die Beiträge eines ehemaligen Managers bei IBM anschaue, dass dies kein lehrerspezifisches Phänomen zu sein scheint, siehe Gunter Dueck – Professionelle Intelligenz.

    • Frau Weh sagt:

      Hallo Marek,

      das sehe ich ähnlich. Meiner Meinung nach gehört Kommunikationstraining als fester Baustein zwingend schon ins Studium, spätestens aber ins Referendariat. Eine professionalisierte Gesprächsführung würde sich in jeder Hinsicht positiv auf das eigene Berufsempfinden, aber auch auf die Außenwahrnehmung auswirken.

      Ganz davon abgesehen, was sich an Zeit und Nerven sparen ließe, würde man die Einhaltung von Gesprächsregeln nicht nur den eigenen Schülerinnen und Schülern abverlangen.

      Ein schönes Wochenende,
      Frau Weh

  24. Marek sagt:

    Ergänzung:

    Nur wie können die oben angedeutete Eigenschaften entwickelt werden, wenn die Lehramtsausbildung in Uni und Referendariat daran scheitert, dass sie den Kern dessen, was uns wahrscheinlich am stärksten beeinflusst, im Besonderen unsere persönlichen Einstellungen und Haltungen, (fahrlässigerweise) ausblendet?

  25. Sebastian sagt:

    Hallo Florian,
    danke dass du den Stein aus dem anderen Blog nochmal aufnimmst! Mehr habe ich dazu nicht zu sagen, ich gehe da mit dir…
    LG

  26. Chester sagt:

    Ich versuche mal die Situtation (leicht überspitzt, damit es auch jeder in seinem Emotionschaos verstehen kann) mit einem vergleichbaren einfachen Beispiel darzustellen:

    A erstellt und teilt ein Material zur 8er-Reihe des 1×1.
    B bemängelt, dass so aber nicht die Division durch 8 gelernt wird.
    A antwortet, dass sie natürlich auch Material dazu in ihrem Unterricht verwendet, sich aber freuen würde, wenn B entsprechendes Material zur Verfügung stellen würde. Außerdem hat sie festgestellten, dass es den Kindern mit Rechenschwierigkeiten leichter fällt, erst nur die Multiplikation zu üben.
    C ärgert sich über eine fehlende Diskussion und unterstellt A, sie würde wegen eines hohen Anteils von Kinder mit Rechenschwierigkeiten auf die Division in ihrem Unterricht verzichten.
    Während sich einige Kolleginnen für As Unterstützung bedanken, eröffnet B in seinem Blog einen neuen Thread und beschwert sich über die Diskussionskultur.

    Ganz ehrlich: Ich sehe an dieser Stelle überhaupt keinen Anlass zu einer Diskussion, obwohl ich meinen Unterricht eigentlich sehr gerne mit anderen Kolleginnen diskutiere, wenn ich mir bei anderen den Unterricht anschaue oder selber Besucher in meinem Unterricht hatte. Aber doch bitte nicht in einem Blog, in dem nur ein minimaler Ausschnitt gezeigt wird!

    Btw: Mich nervt auch, wenn Blogbetreiber um Dankeklicks betteln. Ist ein bisschen so, als würde ich an meinem Geburtstag durch die Schule laufen und rufen: „Gratuliert mir! Gratuliert mir!“ Aber das ist noch mal ein ganz anderes Thema und ich kann auch nichts Falsches daran erkennen, wenn sich Kolleginnen für Material freiwillig bedanken und mitteilen, dass sie es (neben vielen anderen Materialien, die dann sicher auch die Division enthalten) gut gebrauchen können.

    • Herrn Emrich Herrn Emrich sagt:

      Auch wenn dein Beispiel nicht ganz passt, so möchte ich darauf hinweisen, dass der von mir zitierte Satz von A für mich der Aufhänger des Posts war. Nicht, weil ich A persönlich einen Vorwurf machen möchte, sondern weil er mich für typisch für die Grundschulblogszene ist: Man zeigt, was man gemacht hat, akzeptiert/(fordert) dafür Lob, aber eine kritisch-fachliche Diskussion wird nicht gewünscht. Die Erfahrung musste ich leider schon mehrfach machen. Und wenn ich mit dem Thema derart mannigfaltige Reaktionen hervorrufe (und 34 Kommentare sind nicht alltäglich), dann scheint dieses Thema ja auch für andere Menschen ein Anlass zur Diskussion zu sein.

      • Chester sagt:

        Ja, das ist typisch für die Grundschulblogszene: Man zeigt, was man gemacht hat, akzeptiert (gefordert wird nur vereinzelt) dafür Lob, aber eine kritisch-fachliche Diskussion wird nicht gewünscht.
        Kann man das nicht einfach akzeptieren? Die erstellende Kollegin möchte das an dieser Stelle nicht diskutieren! Sie hat geantwortet und deutlich gemacht, weshalb das Material in ihren Unterricht so, wie es ist, gut passt. Warum sollte sie das noch diskutieren wollen? In unserem Job diskutieren wir doch sowieso schon den ganzen Tag.

        Ich kann deine Ängste verstehen, dass „unvollständiges“ Material von unerfahrenen Kolleginnen kritiklos übernommen wird. An der Stelle ist es sicher auch gut, einen entsprechenden Hinweis zu geben, was mit deinem Post dort auch geschehen ist. Eine Diskussion ist dort aber meines Erachtens nach völlig überflüssig. Die müsste mit den Verantwortlichen für die absolut unzureichende Lehrerausbildung geführt werden. Aber das wurde ja bereits vorgeschlagen.

        • Steffi sagt:

          Ich sehe das anders und bin Herrn Emrich sehr dankbar für Hinweise zu wenig durchdachten Material! Er ist einer der wenigen, der hinterfrägt und ich schätze seine Fachkompetenz sehr! Ich hoffe, Sie lassen sich nun nicht mundtot machen!
          Auch den Link zu effektiven Übungsformen finde ich sehr hilfreich!
          Ich versteh auch ehrlich gesagt, das „Problem“ nicht.. gut, ev. hätte man zu dem Thema keinen eigenen Beitrag aufmachen müssen, aber man wird wohl unter Beiträgen noch kommentieren dürfen und wenn die KollegInnen für Kritik/Austausch nicht offen sind, muss man sich fragen, ob sie mit ihrem Blog/Material richtig sind, dann ev. das Material doch lieber einem Verlag anbieten, der drüber schaut und wo man kaum kritisiert wird!

          • Chester sagt:

            Es ist nicht falsch, unter Beiträgen zu kommentieren und auf Lücken aufmerksam zu machen. Deshalb schrieb ich: „An der Stelle ist es sicher auch gut, einen entsprechenden Hinweis zu geben, was mit deinem Post dort auch geschehen ist.“

            Das Problem ist, dass man sich aufregt, weil jemand nicht diskutieren möchte, weil es für denjenigen keinen Grund zur Diskussion gibt. Und dass demjenigen dann auch noch (nicht von Herrn Emrich) vorgeworfen wird, er/sie würde auf „grundlegende Strategien verzichten“ ist ja wohl die Höhe!

      • Katja sagt:

        Also ich finde das Beispiel passt sehr gut. Und der Punkt ist dann nicht, ob Sie A einen persönlichen Vorwurf machen wollten oder nicht, sie haben es de facto getan. A ist nämlich eine konkrete real existierende Person und das Zitat lässt sich ihr eindeutig zuordnen. Sie erheben den Vorwurf einer mangelnden Diskussionskultur und nehmen dafür A als Beispiel, indem Sie sie zitieren (noch dazu aus dem Zusammenhang gerissen). Ich an As Stelle würde das ganz eindeutig als Vorwurf empfinden und das ist es was meines Erachtens zählt. Sie selbst haben hier (absolut zurecht) mehr kommunkative Kompetenz und Empathie gefordert, bringen dies aber an dieser Stelle nach meinem Empfinden selbst auch nicht auf.

        • Katja sagt:

          kurze Selbstkorrektur: die Forderung nach mehr Empathie und kommunikativer Kompetenz kam gar nicht von Ihnen sondern von Marek (ich gehe aber davon aus, dass Ihnen das grundsätzlich auch am Herzen liegt).

  27. Gina sagt:

    Vielen Dank an Herrn Emrich für diesen Artikel.
    Ich selbst lese einige Grundschulblog regelmäßig, verwende auch gelegentlich Material, kommentiere aber nur selten.
    Warum? Darüber mach ich mir seit einiger Zeit (seit entsprechenden blog-posts) so meine Gedanken und bin schließlich bei den drei Sieben des Sokrates (1. Ist es wahr? 2. Ist es gut? 3. Ist es notwendig?) gelandet.
    Mein persönliches k.o.-Kriterium ist häufig die Notwendigkeit…

  28. willi sagt:

    Zu fragen ist grundsätzlich, welche Funktion soll ein Blog haben? Es gibt doch wohl dazu keine feste Vorschrift. Kritische und unkritische Kommentare muß man nun einmal aushalten. Wer Material zur Verfügung stellt, das ist doch schön von dem „Spender“. Jeder Lehrer und jede Lehrerin muß schließlich doch immer seinen bzw. ihren didaktischen Filter drüber laufen lassen. Wissenschaft und auch Pädagogik lebt doch auch von der Diskussion und vom Austausch. Gerade Lehrerinnen in der Grundschule haben doch wenig Gelegenheit sich in den kleinen Kollegien fachlich oder auch pädagogisch ohne Scheu auszutauschen, es fehlt an Zeit und oft auch an kompetenten Gesprächspartnerinnen. Diese ernsthaften Gespräche über ernsthafte Strömungen oder Grundsätze sind nicht in der Pause zu leisten, da bleibt doch Zeit nur für die Lehrerfolklore. Hier kann der Blog doch eine Lücke schließen.

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