Die Cola und das Mentos

In dieser Woche hatte unsere Schule eine kleine Projektwoche geplant. Thema war „Kinderuni“. Zu planen war eine Fragestellung aus dem weiten Feld der Wissenschaften, die man in einer Doppelstunde mit Kindern der 1. und 2. Schuljahre klären konnte. Zu Anfang dachte ich mir noch, dass das ja recht simpel sei, aber je länger ich darüber nachdachte, desto schwieriger erschien es mir, ein passendes Thema zu finden. Viele Themen bieten ja so viele Aspekte, dass es schade wäre, diese in einer Doppelstunde zu verheizen. Zudem sollte sich das Thema auch ein wenig von dem abheben, was man sonst so im (Sach-)unterricht macht. Es ist ja schließlich Projektwoche.

Nach einigen verworfenen Ideen, kam mir dann irgendwann die Idee mit dem Cola-Mentos-Kram, der ja vor einigen Jahren sehr intensiv auf Youtube und Co vertreten war. Sehr ulkig fand ich damals schon die absurden Erklärungen, warum Cola light wie wild sprudelt, wenn es von einem Mentos besucht wird. Es wurden chemische Reaktionen vermutet, die in Sekundenschnelle ablaufen und die Cola zum Schäumen bringen. Dies erschien mir recht passend, um es mit Grundschülern zu erforschen.

Material gibt es zu dem Thema natürlich wenig, aber der Versuch ist eigentlich ja auch schnell aufgebaut und lässt sich dann auch recht schnell erklären und entmystifizieren. Und mit dem Geysir in Andernach gibt es in der relativen Nähe auch ein Ausflugsziel, welches nach einem ganz ähnlichen Prinzip funktioniert: Kohlensäure entweicht aus Flüssigkeit in großen Mengen und lässt diese dann in der Folge in die Luft sprudeln.

Um den Kindern das Prinzip deutlich zu machen, habe ich eine Reihe von Versuchen vorgemacht. Ja, ich hab sie selbst vorgemacht und die Kinder „nur“ vermuten, beobachten und erklären lassen. Ja, es war in weiten Teilen frontal und gelenkt. Und ja: es hat den Kindern großen Spaß gemacht und sie haben viel gelernt. Gegen die kleingruppenweise Durchführung der Experimente sprach schon der Faktor Geld: für die vielen kleinen Wasser- und Cola–Flaschen hätte ich große Summen Geld ausgeben müssen. Und nur weil die Kinder das Mentos selbst in die Flasche plumpsen lassen, verstehen sie die Zusammenhänge auch nicht besser.

Insgesamt gab es für die Kinder einige Aha-Erlebnisse:

  • Mentos bringt auch Mineralwasser zum Sprudeln
  • Mentos bringt Leitungswasser NICHT zum Sprudeln
  • Kieselsteine bringen Mineralwasser zum Sprudeln
  • Cola sprudelt viel besser als Mineralwasser

Mein Vorgehen und die Materialien habe ich in einer kleinen Webseite (auch für die Präsentation) aufbereitet: http://geysir.emrich.in Mir ist klar, dass ich die physikalischen Zusammenhänge sehr vereinfacht dargestellt habe (Kohlensäure Hand in Hand mit Wassertropfen), aber aus meiner Sicht trifft es im Kern das, was da in der Flasche abläuft.

Ich hoffe, dass die Seite anschaulich wiedergibt, wie ich in der Projektwoche vorgegangen bin. Vielleicht will ja jemand die Versuche in seiner Klasse nachmachen. Für diesen Fall habe ich auch alle Videos und mein Forscherheft als PDF-Datei in die Seite integriert: http://geysir.emrich.in/?page_id=64

Wie immer sind Anregungen, Rückmeldungen und Ergänzungen schwer erwünscht.

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9 Antworten

  1. Romy sagt:

    Hallo,
    ich lese schon seit längerem immer mal wieder im Blog und finde ihn sehr interessant.
    Diese Aktion toppt allerdings alles bisher gesehene. Die zusätzliche Seite mit den Versuchsaufbauten ist einfach SUPER!
    Mir ist allerdings aufgefallen, dass bei Versuch 3 Leitungswasser steht. Das ergibt nicht so viel Sinn. Müsste da nicht Mineralwasser stehen?

    Weiter So!
    Grüße aus Oberbayern
    Romy

  2. Sabrina sagt:

    Herzlichen Dank fürs Bereitstellen der tollen Materialien.
    Ich bin mir sicher, meine Kiddies werden begeistert sein am Montag! Und ich bin bereits jetzt begeistert!

  3. Verena sagt:

    Hallo,
    da wäre ich auch gern Schülerin gewesen! Dieses Thema bietet eine schöne Mischung aus tollem Effekt und Möglichkeiten zum Kennenlernen physikalischer Phänomene.
    Was mir jedoch nicht ganz klar geworden ist, weshalb in einer Projektwoche ein Angebot für eine Doppelstunde erstellt werden sollte? Haben die Kinder dann jeweils nacheinander die Angebote verschiedener Lehrer besucht?
    Viele Grüße
    Verena

    • emrich emrich sagt:

      Wir als Kollegium haben uns für diesen Modus entschieden. Auf diese Weise konnten die Kinder in 3 Tagen 6 verschiedenen Angebote wahrnehmen. Hat seine Vor- und Hinterteile. Am Anfang war ich sehr skeptisch, jetzt fand ich es eigentlich sehr gut. Dadurch konnte man sein Angebot und das Material während der Woche optimieren. Die Möglichkeit hat man ja sonst eher nicht.

  4. marion sagt:

    SUPER, das muss ich nachmachen. Eine wirklich tolle Idee.
    Danke dafür.

    Liebe Grüße
    Marion

    • emrich emrich sagt:

      Ich werde am WE noch ein paar Grafiken, eine Datei fürs IWB und die Publisher-Vorlage für das Heft ergänzen auf der Lehrerseite, vielleicht ist das ja für irgendwen bei der Durchführung hilfreich.

  5. Louisa sagt:

    Super aufbereitet! Vielen Dank fürs Teilen. Werde ich bestimmt auch mal machen. Ich teile im übrigen deine Auffassung, dass nicht jeder Versuch ein Schülerversuch sein muss und dass an bestimmten Stellen ein Lehrerversuch einfach mehr Sinn ergibt.

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