Der dicke Brocken des Tages

Eine (erste) kleine Ergänzung zum von mir praktizierten Rechtschreibunterricht: Seit dieser Woche arbeite ich mit dem dicken Brocken des Tages.

Zu Beginn des Unterrichtstages bzw. der Deutschstunde lasse ich die Kinder ein kleines DIN-A5-Heftchen rausholen. Dies ist unser „Brockenheft“, grundsätzlich tut es auch ein leerer Zettel oder das normale Deutschheft. Nun diktiere ich ein vorher sorgfältig ausgewähltes Wort, den dicken Brocken des Tages. Gestern war es z.B. Flachzange. Der dicke Brocken ist ein Wort, das (in gewisser Weise) besonders schwierig ist. Da wir derzeit immer noch im Bereich der Mitsprechwörter (alphabetische Strategie) arbeiten und noch keine Nachdenk-, Merkwörter oder Wörter mit Kürzezeichen eingeführt haben, sind dies derzeit Wörter, bei denen man genau hinhören muss, wie zum Beispiel beim „ch“ oder beim „ng“. Weitere Beispiele ist die Auslaute -er und -el oder auch st und sp, Viele Kinder machen das schon richtig, aber noch nicht alle.

Nach dem Diktat wird erstmal die Wortart bestimmt. Bisher kennen die Kinder nur Nomen, daher nehme ich auch nur Nomen. Dabei kann man dann auch direkt den Artikel benennen und die Wahl begründen: „die“, weil zu Zange gehört „die“. Danach wird die richtige Schreibung kontrolliert und begründet. Dies wird natürlich erst dann richtig spannend, wenn ein Phonem nicht mehr durch das Basisgraphem verschriftet wird, aber auch schon jetzt ist es interessant, einmal genau hinzuhören. Dazu passt dann auch die dritte Übung: Zähle die Buchstaben, Laute und Silben. Bei „Flachzange“ z.B. hören die Kinder 8 Laute, schreiben aber 10 Buchstaben. Auch hier kann man gemeinsam darüber reflektieren, warum das so ist. Zu guter letzt wird noch das richtige Lernwörterzeichen bestimmt. Zur Zeit sind natürlich alles Wörter „mit Dreieck“, aber in Zukunft wird das dann spannender, wenn ein Wort wie „Rassehund“ untersucht wird, welches sowohl ein Kürzezeichen (Kreis) hat, also auch ein Nachdenkwort (Viereck) ist.

Insgesamt „kostet“ diese Übung maximal 5 Minuten. Ich denke jedoch, dass diese 5 Minuten sinnvoll investiert sind, da die Kinder auf diese Weise ritualisiert über Rechtschreibung nachdenken und ihnen so Regeln, Strategien und deren Anwendung bewusster werden.

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3 Antworten

  1. Pia sagt:

    Auf Facebook müsste es jetzt heißen: „Gefällt mir“. 🙂
    Danke für die ausführliche Erklärung zum dicken Brocken.

  2. Theodin sagt:

    Ist das Beispiel bewusst falsch gewählt? Oder heißt es wirklich bei euch „das Zange“. Ansonsten eine sinnvolle Sache, wie ich finde 😉

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