Den Überblick im Materialschrank behalten?

Hin und wieder beschäftige ich mich ja auf diesem Blog auch mit der Frage, wie die Arbeit der Lehrer*innen an einer Schule (besser?) organisiert werden kann. Mit dem Wiki hat meine Schule hier schon einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht.

In dieses Wiki würde ich gerne auch die Archivierung/Verwaltung des schulischen Arbeitsmittelbestandes integrieren. Es ist bei uns derzeit leider so, dass Material zwar einen Schulstempel erhält, dann aber lediglich in einem Schrank aufbewahrt wird, Lehrer*innen sich diese Sachen herausnehmen und dann irgendwann zurückstellen, mit viel Glück sogar an die gleiche Stelle. Es gibt keinen richtigen Überblick darüber, was da ist, was da sein müsste und wo es ist, wenn es nicht da ist. Im Endeffekt sorgt diese nicht vorhandene Systematik dafür, dass Sachen irgendwann einfach weg sind oder Sachen seit Jahren nicht genutzt werden, weil sie im falschen Schrank stehen und kein Mensch mehr weiß, dass es sie mal gab.

Mir würde ein System ähnlich einer Bibliotheksverwaltung vorschweben. Neue „Artikel“ würden als Datensatz angelegt, in eine (oder mehrere) Kategorien gepackt und wären dann in einer Datenbank gesammelt. Diese Datenbank wäre dann auch im Wiki abrufbar, damit man bei der Unterrichtsvorbereitung auch von zu Hause nachsehen kann, was es zum geplanten Unterrichtsvorhaben für Materialien gibt.
Die Ausleihe ist vermutlich besser weiterhin händisch zu regeln, denn es wird wohl kein Kolleg*in hingehen und mit einem Gegenstand erst zum Lehrer-PC rennen, den Gegenstand als „entliehen“ scannen und nachher auf die gleiche Weise zurückgeben. Aber vielleicht tut es auch eine Papierliste, die im jeweiligen Schrank hängt und auf der man kurz mit seinem Kürzel abzeichnet, wenn man sich etwas genommen hat.

Ich würde als ersten Schritt für die weitere Planung gerne einmal in die weite Runde fragen, wie das an anderen Schulen so geregelt ist. Werden dort schon passende Programme genutzt? Gibt es weitere Anregungen aus der bewährten Praxis? Oder muss man sich damit abfinden, dass Sachen verschwinden, falsch zurückgelegt werden und im Bedarfsfall nicht gefunden werden?

Kommentare (14) Schreibe einen Kommentar

  1. Hallöle… leider läuft es bei uns wie bei euch. Sehr unbefriedigend. 🙁

    LG Frau Lienchen

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  2. Bei uns auch … und wird dadurch manchmal sogar zu „Eigentum“ der ausleihenden Person, zumindest aus deren Sichtweise …
    Ich hab mit den neu angeschafften Sachen jetz aktuell zumindest mal für meinen Fachbereich Mathematik eine Liste begonnen, mit Personenname, an den es ausgegeben wurde … Ein Anfang …

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  3. Bewährt hat sich dieses System: In jedem Schrank des Lehrmittelraumes steht ein Kasten mit laminierten namensschilkdern aller Kollegen. Wird ein Lehrmittel ausgeliehen, muss nur noch das Namensschild an die entsprechende Stelle gelegt werden. Die Nachfolgenden können sich an den entsprechenden Kollegen wenden. Klappt sogar bei Lehrern.
    LG

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    • Hallo Catweazle,
      klingt gut.
      Dazu hätte ich aber noch Fragen:
      Dazu muss ja jeder Materialplatz beschriftet sein. Wie habt ihr das gelöst?
      Wie genau ist das Material beschrieben?
      Und was macht der Lehrmittel“Chef“ wenn er umräumen muss?
      LG indidi

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  4. Das Beschriften war die Vorarbeit. Das haben wir auch nur bei Lehrmitteln gemacht, also die konkreten bezeichnungen: Hunderterfelder, Tausenderbuch, Soma-Würfel, Rechenketten usw. Bei Büchern stellen wir nur das Namensschild in die Lücke. Die Beschriftungen kleben vorne am Regalboden. Wenn der Chef umräumen will, muss er eben neu beschriften. Das überlegt er sich aber ganz genau.
    LG
    Catweazle

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  5. Hier verlässt nix die Schule unerlaubt. Alles läuft über RFID!

    Leider nein… genauso chaotisch wie bei euch ;-/

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  6. Schön zu sehen, dass es an anderen Schulen auch so chaotisch ist. 😉
    Wir haben momentan drei verschiedene Systeme je nach Fach…

    Das Mathe Material ist eine Liste auf google docs, in der alle Materialien mit Nummer gelistet sind (Material ist auch nummeriert) in die man einträgt, was man ausgeliehen hat (bzw in der Theorie tun sollte…).

    Als zweites haben wir das System „Delicious Library“ für unsere Bücherei. (Der Computer ist in der Schülerbücherei, die Lehrerbücherei einen Raum weiter).
    Ich habe seitdem wir das System haben die neuen Lehrer Materialien auch darin aufgenommen (im Moment hauptsächlich Deutsch und Sachkunde) und für jeden Lehrer accounts angelegt.
    Theoretisch sollte also jeder Lehrer, der sich Material nimmt das schon gekennzeichnet ist, es auf seinen/ihren Namen im Computer entsprechend ausleihen. Das funktioniert bei technikaffinen Kollegen sehr gut, bei den anderen… eher nicht.
    Aber immerhin hat man so einen Überblick was denn da sein SOLLTE und wenn es nicht offiziell ausgeliehen ist kann man immerhin rumlaufen und fragen wer denn jetzt die Winterwerkstatt mitgenommen hat.

    Alle „alten“ Materialien stehen in einem Schrank und sind wie bei dir zwar mit Schulstempel gekennzeichnet aber das einzige System ist eine Liste an der Tür vom Schrank in die man Name und Titel einträgt was irgendwie so gut wie keiner tut…

    Wir suchen also auch noch nach einem perfekten System. 🙂

    Grüße,
    Anne

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  7. Wir haben die Materialien in Klassenkisten einsortiert. Auch neue Materialien werden entsprechend geordnet. Zu Beginn des Schuljahres übernimmt man die Kiste vom Vorgänger, nimmt heraus, was man benötigt und stellt die Kiste, mit nicht benötigten Materialien zurück in den Lehrmittelraum. Gegen Ende des Schuljahres packt man sie wieder zusammen und gibt sie an die nachfolgende Klasse weiter( 2a an 1a, 2b an 1b…usw.). Die beiliegende Liste wird auf den neuesten Stand gebracht.
    Übergreifendes Material, z.B. Bereich Geometrie und Maße ist in entsprechende Schränke einsortiert.
    Marion

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  8. Bei uns ist Chaos pur. Sachen werden genommen, nicht wieder zurückgebracht, kein Mensch weiß, was wir eigentlich alles haben. Ich bin mir nicht mal sicher, ob überhaupt alles inventarisiert ist.
    Die Lehrerbücherei ist ähnlich „organisiert“. Ausleihkarten funktionieren nicht.
    Wenn da jemand mal eine einfach zu handhabende Verwaltung erfinden würde, würde ich den glatt für einen Nobelpreis vorschlagen.

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  9. Man braucht keine „einfache Verwaltung“, sondern zuverlässige Kolleginnen und Kollegen. Brauch sich keiner von denen beschweren, wenn Kinder auch ihr Zeugs nicht an ihren Platz im Klassenraum bringen! Einfach in den Spiegel gucken…

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    • Herrn Emrich

      Ja, da hast mit Sicherheit recht. Dennoch würde ich es zu schätzen wissen, wenn ich mit wenigen Klicks wissen würde, was theoretisch an Material vorhanden wäre. Vor allem für neue Kolleg*innen ist das mit Sicherheit eine Erleichterung in der Vorbereitung.

      Meine bisherige Recherche hat aber so gut wie nix ergeben. Von ein paar kleinern Softwareschmieden gibt es Programme, die aber entweder teuer sind und/oder keine Anbindung ans Netz erlauben. Bei Bibliothekssoftware sieht WinBook ganz nett aus, ist aber auch relativ teuer. Bei anderen Softwareprodukten ist die Internetanbindung sehr rudimentär.
      Interessant liest sich die Beschreibung der OS-Lösung „Koha“. Die werde ich mal probeweise installieren.

      Vielleicht sollte sich da mal ein hippes Berliner Start-Up dransetzen und sowas in der Höhle der Löwen auf VOX vorstellen. Für Herrn Thelen ist das doch bestimmt ein „Investment-Case“ 🙂

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  10. So Recht hast du, trotzdem kann man sich ja Kollegen mit dieser Eigenschaft nicht backen sondern muss die Materialien anketten 😉

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  11. Hallo lieber Florian, da es heute großes Thema in unserer letzten DB war, wollte ich mal nachfragen, wie es inzwischen bei euch ist. Bist du vorangekommen bzgl. einer Software o.ä.
    LG cubi

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    • Herrn Emrich

      Ich bin 0,0 Schritte weiter und habe auch keine geeignete Software gefunden. Das ärgert mich im Grunde sehr, weil gerade jetzt zum Schuljahresende wieder deutlich wird, was so alles im Laufe eines Schuljahres verschwinden kann, aber zur Zeit gibt es größere Baustellen, die Vorrang haben. Wenn ich was habe, dann werde ich es mit Sicherheit hier schreiben.

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