Von der Couch in den Klassenraum

Gestern wollte ich eigentlich mal „schulfrei“ machen, nachdem die letzte Woche doch einige Nachmittagstermine bereit hielt. Doch dann sprangen mir doch zwei grundschulrelevante Dinge ins Auge, die ich hier kurz weitergeben möchte:

Kilifü

In der Buchhandlung meines Vertrauens bekam ich gestern als kleines give-away den Kilifü 2016/2017 geschenkt. Dahinter verbirgt sich ein recht umfangreiches Buch mit 300 Vorstellungen und Rezensionen von aktuellen Kinder- und Jugendbüchern. Den größten Teil davon machen Bilderbücher aus. Hinter diesem Projekt steckt (unter anderem) eine Essener Buchhandlung, die sich auf Kinderbücher spezialisiert hat. Somit stehen bei der Vorstellung der Bücher keine Verlagsinteressen im Vordergrund (was man ja ggf. vermuten könnte). Die Auswahl der vorgestellten Bücher ist vielseitig und macht Lust auf eine baldige Bestellung. Insbesondere für die Betreuung unserer Schulbücherei habe ich nun wieder viele Ideen für Neuanschaffungen.

Leider gibt es den Kilifü nicht als PDF, sondern nur als Hardcopy. Für 7,90€ kann man ihn bestellen. Vielleicht hat ja euer örtlicher Buchhändler auch ein Exemplar für euch.

Pentominos bei Schlag den Star

Bei Schlag den Star habe ich dann noch eine interessante Spielidee für die Pentomino-Bausteine gesehen: http://www.prosieben.de/tv/schlag-den-star/video/86-spiel-4-clever-gelegt-clip

In der Sendung wurde diese Variante Katamino genannt. Unter diesem Begriff findet man mit google auch Einiges. Herr Soost und Herr Legat durften gestern auf einem 8×8 Felder großen Spielbrett jeweils abwechselnd einen Pentominostein legen. Wer keinen Stein mehr legen kann, verliert das Spiel. Somit muss bzw. sollte man beim Platzieren der Steine natürlich taktisch vorgehen, was wiederum gewissen Fähigkeiten in der Kopfgeometrie erfordert. Kurzum: eine tolle Spielidee für die Grundschule, die sich auch leicht selbst herstellen lässt.

Der (leidige) erste Schritt der Gruppenarbeit

Für die Schülerinnen und Schüler beginnt eine Gruppenarbeit oft als Erstes mit dem Finden einer geeigneten Gruppe. Um eine möglichst sinnvolle Zusammensetzung zu erhalten, können Lehrkräfte hierzu bereits im Vorfeld Überlegungen anstellen und in (aufwändiger) Heimarbeit Namen von der einen in die nächste Gruppe schieben. Heute habe ich gelernt, dass es dazu auch eine tolle App gibt, die dabei sehr gute Unterstützung bietet. Vorgestellt wurde diese App auf dem Portal Handysektor.

Die App Teamshake (erhältlich für iOS und Android) kann Gruppen unter Berücksichtigung zahlreicher Faktoren zusammensetzen. Das macht sie nicht kostenlos, aber für 0,76€ bzw. 0,99$ erhält man hier einen angemessenen Gegenwert.

Zu Beginn muss man natürlich die Schüler der Lerngruppe eintragen. Wichtig: Um den Anforderungen der Datenschutzgesetze zu genügen, sollte man hier u.U. auf Pseudonyme zurückgreifen, deren Bedeutungen nur der Lehrkraft bekannt sind. Zu jedem Schüler kann nämlich nicht nur das Geschlecht eingetragen werden, sondern auch der Leistungsstand (in Stufen) und eine Angabe, mit welchem Mitschülern der betreffende Schüler unter keinen Umständen oder auf jeden Fall in einer Gruppe landen soll. Dies sind natürlich sensible Daten, die nicht unbedingt in fremde Hände bzw. auf ein privates Smartphone gehören. Auf diese Weise kann die gesamte Lerngruppe mit zahlreichen Bedingungsfaktoren angelegt werden. Da die App in der Lage ist, mehrer Listen auf einmal zu verwalten, können auf diese Weise auch verschiedene Lerngruppen oder Listen zu den verschiedenen Fächern angelegt werden.

Auf Grundlage dieser Listen können dann Gruppen in einer bestimmten Gruppenstärke angelegt werden. Dabei ist die App in der Lage, bestimmte Vorgaben zu berücksichtigen: ausgeglichene Anzahl Junge/Mädchen, ausgewogenes Leistungsprofil oder eben das genau Gegenteil.

Die App macht genau das, was sie soll. Teams werden zuverlässig erstellt und die Teamlisten lassen sich als Text- oder Bilddatei exportieren, so dass sie sich auch für die weitere Unterrichtsplanung und -durchführung verwenden lassen.

Arbeitspläne für alle Fächer – völlig umsonst!

Derzeit darf ich mich wieder einmal ein wenig mit dem Thema „Arbeitspläne“ beschäftigen. Mancherorts werden diese Dokumente auch schulinterne Curricula oder schuleigene Lehrpläne genannt. In NRW ist durch §29 des Schulgesetzes geregelt, dass jede Schule einen solchen Plan erstellen und pflegen muss. Ich vermute, dass es in anderen Bundesländern ähnliche Regelungen gibt.

Bei der Beschäftigung mit dem Thema könnte einem die Frage kommen, ob der Arbeitsplan so heißt, weil er bei der Erstellung so viel Arbeit macht oder weil er hinterher hilfreich bei der Arbeit mit den Schülern ist. Man könnte hierzu vielleicht mal eine Umfrage starten: a) Wo findest du die Arbeitspläne deiner Schule? b) Wann hast du zuletzt hineingesehen? Werden also vielleicht in einem Arbeitsplan Vereinbarungen und Absprachen getroffen, die nachher einfach nicht eingehalten werden, weil es jeder Kollege so macht, wie er es kennt/für richtig hält? Oder sind Arbeitspläne bewusst so allgemein/vage gehalten, dass sie für die konkrete Ausgestaltung des Unterrichts nur wenige Anhaltspunkte bieten? Wenn man den Arbeitsplan nur für das im Headerbild dargestellte Archiv erstellt und damit (widerwillig) die Vorgaben der Administration erfüllt, dann hat der Arbeitsplan vermutlich tatsächlich seinen Namen, weil er so viel Arbeit macht. Weiterlesen