Schülerdokumentation mit OneNote (2)

Nach den ersten Rückmeldungen via Mail und/oder Kommentaren, möchte nun meine ersten praktischen Schritte anhand einiger Bilder vorstellen. Ich habe keine richtige Testumgebung angelegt, sondern das Notizbuch meiner Klasse genommen und die Namen verpixelt.

Screenshot (2)Dies stellt die Hauptsicht in OneNote 2013 dar. Ich beziehe mich in meinen Ausführungen hauptsächlich auf die Desktop-Version, da ich mit einem lokalen Notizbuch arbeite. Zur Synchronisierung und Datenschutz sage ich später noch etwas.

im oberen Bereich sind die Reiter mit den Schülernamen zu sehen. Um es übersichtlich zu halten, arbeite ich hier mit Abkürzungen. Die Farben werden durch OneNote willkürlich festgelegt, lassen sich aber im Bedarfsfall anpassen (Mädchen rosa und Jungen blau oder so). Rechts außen sind die einzelnen Seiten des Schülers dargestellt. Ich habe mich dazu entscheiden Seiten nur dann anzulegen, wenn ich sie brauche und nicht per se bei jedem Schüler eine Latte von (leeren) Seiten anzulegen, die dann ggf. gar nie zum Einsatz kommen. Einzig die Seite Notizen habe ich bei jedem Schüler als erste Seite angelegt, damit ich im Unterricht schnell handschriftliche Notizen anlegen kann.

Screenshot (3)Hier habe ich einmal zum Testen Schülerarbeiten mit der Kamera eingefügt. Hierzu habe ich die Seiten (anonym) mit dem Handy abfotografiert und die Bilder dann mittels Office-Lense erst in ein Online-Notizbuch eingefügt, ehe ich sie dann schnell in das Offline-Buch verschoben habe. Für 27 Dokumente brauchte ich hier etwa 30 Minuten. Aber der Aufwand und der Nutzen hier in guter Relation stehen weiß ich nicht. Für mich gehören zu einer vollständigen Schülerakte auch regelmäßig erfasste Schreibproben.

Screenshot (6)Hier ist nun einmal eine Notizseite dargestellt. Im Unterrichtsalltag ist OneNote sowieso immer im Hintergrund gestartet, da hier auch meine Unterrichtsplanung abgelegt ist (aber das ist ein anderes Thema). Wenn mir nun etwas auffällt, dann mache ich das Tablet an, springe mit dem Windows-Button aus jeder App sofort in die ModernUI und springt dann über das OneNote-Tile (also das Icon) direkt in OneNote. Dauert in der Regel keine 2 Sekunden. Über die Reiterleiste suche ich den Schüler raus und wähle dann die Notizseite aus und schreibe auf, was mir aufgefallen ist. Das geht flott und geht nicht verloren.

Später, also in einer Freistunde oder nachmittags/abends arbeite ich dann in aller Ruhe die Notizen ab. Über die einen Button kann ich den handschriftlichen Text in getippten Text umwandeln. Das geht erstaunlich sicher. Dann schiebe ich das Notierte auch ggf. auf die richtige Seite: Ist es eine Beobachtung zu einem Fach, zum Arbeitsverhalten, eine Elternmitteilung oder kann es sogar ganz gelöscht haben, weil es sich inzwischen erledigt hat?

Screenshot (12)Neben einfachen Notizseiten kann man sich in OneNote natürlich auch Beobachtungsbögen anlegen und diese dann ausfüllen. Hier habe ich mal auf die schnelle einen Bogen zum mdl. Sprachgebrauch angelegt, in den man sich einmal pro Quartal eine Notiz/Einschätzung eintragen kann. Screenshot (7)Einen (leeren) Fragenbogen kann man als Seitenvorlage speichern und sich dann schnell bei jedem Schüler einfügen. So kann man bspw. während des all-montaglichen Vorstellens Notizen zu den Schülern machen und auf diese für eine einfache, fortlaufenden Schülerdokumentation sorgen.

Screenshot (11)Der Vollständigkeit wegen ist hier ein Bilder aus der OneNote-App. Sie ist auch durchaus schick und übersichtlich, bietet weniger Optionen und lässt sich nur schwer mit dem Datenschutz in Einklang bringen.

Minty fragte, wie ich Tablet und heimischen PC synchron halte? In meinem besonderen Fall kommt da noch mein heimisches NAS ins Spiel, welches die Dateien automatisch abgleicht (quasi eine eigene Cloud im heimischen WLAN). Denkbar ist natürlich auch, dass man im Tablet eine SD-Karte verwendet, die dann bei Bedarf in den PC wandert. Wichtig ist mir, dass die Daten in beiden Fällen nicht auf fremden Servern geparkt werden, um abgeglichen zu werden.

Ob eine „Verschlüsselung“ der Schüler durch Nummern ausreicht, müsste man wohl mal einen Datenschutzbeauftragten fragen. Ein hinreichend großer Datensatz lässt sich bestimmt bei Kenntnis der Klasse schnell einem bestimmten Schüler zuordnen, auch wenn man der Name nicht dabei steht. Natürlich kann man hier fragen, wer sich überhaupt Zugang zu den Daten verschaffen soll bzw. daran Interesse hat, aber dem Datenschutzbeauftragten reicht es ja schon, wenn Daten potentiell unsicher gespeichert sind. Daher tendiere ich eher zur lokalen Speicherung.

Ich hoffe, dass die Bilder jetzt anschaulich genug waren. Ansonsten bitte fragen, kommentieren und/oder kritisch anmerken.

Schülerdokumentation mit OneNote

Ich habe lange überlegt, welcher Titel passend sein könnte: Schülerdokumentation oder Lerndokumentation und habe mich jetzt kurzerhand für Ersteres entschieden. Ich habe mir in den letzten Tagen ein System ausgetüftelt, welches ich in diesem Schuljahr ausprobieren möchte, auch unter Verwendung des Windows-Tablets (welches die beste Kaufentscheidung der letzten Jahre gewesen ist, soviel verrate ich schon einmal).

Da gibt es doch bestimmt ne App …

Ein paar Sätze vorweg: Wer meine Blogs schon längere Zeit verfolgt, der wird mitbekommen haben, dass ich schon lange nach einer guten Software für die digitale Klassenverwaltung suche. Ich habe wirklich vieles ausprobiert: Tapucate (als es noch Androclass hieß und ein Clon von TeacherTool ist), BEO, was jetzt Jumpian heißt, EinsPlus und noch einiges mehr. Leider merkt man vielen Programmen an, dass sie für Sekunderstufen gemacht sind. Die wichtigste Funktion ist scheinbar die Verwaltung von Noten. Ohne den Kollegen an der SI und SII zu nahe treten zu wollen, so spiegelt dies aus meiner Sicht auch die Praxis an den Schulen gut wieder. Stufenkonferenzen werden aus dem kleinen roten Notenbuch geführt. Da ist ein Programm, das Noten verwaltet und den gewichteten Schnitt berechnen kann einfach perfekt. Dazu noch eine Verwaltung der Hausaufgabenliste und ein Sitzplan (mit Foto-Funktion, damit man beim Notenschreiben auch weiß, wer der Dustin Schmitz ist) und fertig ist DIE Lehrer-App.

Herr der Zettel

Ich suchte jedoch etwas anderes. Ich wollte/will das Lernen der Schüler dokumentieren, will meine Beobachtungen und Notizen zum Schüler festhalten, will nachvollziehen können, welche Maßnahmen ich wann ergriffen habe, will wissen, wann welches (Eltern-)Gespräch stattgefunden hat und welche Auffälligkeiten es in der Schreibentwicklung gab. Bisher wird sowas bestenfalls in Ordnern gesammelt, der dann zur Vorbereitung von Elternberatungen und zum Schreiben der Zeugnisse hervor gekramt wird. Vieles geht aber auch verloren. Vielleicht landet es als Notiz auf einem Post-It oder in einer ungenutzten Ecke des Kopfes. Und irgendwann ist diese Notiz vielleicht weg und man sucht sie vergebens.

Datenschutz!

Ich habe mir nun überlegt, dass man doch hierfür wunderbar auf OneNote zurückgreifen kann. OneNote bietet für mich einen immensen Vorteil gegenüber Evernote und anderen Notiz-Diensten: Ich kann das Notizbuch lokal speichern und notfalls mit einem externen Programm (Bitlocker, Truecrypt) verschlüsseln und somit den Bestimmungen des Datenschutzes Rechnung tragen. Ich muss die Daten nicht auf einen Server in den USA oder sonstwo verschieben und dabei gegen das Schulgesetz verstoßen. Zwar macht die Speicherung bei Onedrive einiges leichter, aber darauf muss dann eben verzichten. Den Abgleich über mehrere PCs/Tablets hinweg sollte man auch anders hinbekommen (Stichwort Owncloud zum Beispiel, oder mit dem guten alten USB-Stick).

Komm zur Sache

Voraussetzung für mein Einsatzszenario ist also OneNote 2013 als Desktop-Version. Es gibt zwar auch eine Version für die ModernUI von Windows 8, jedoch bringt diese wesentlich weniger Funktionen mit, allen voran fehlt hier die Möglichkeit, ein Notizbuch lokal zu speichern.

In OneNote habe ich ein lokales Notizbuch mit dem Titel SchülerDoku erstellt. Innerhalb dieses Notizbuchs habe ich nun Abschnitte erstellt, für jeden Schüler einen. Optisch werden diese als Reiter über dem Notizbuchblatt dargestellt. Damit es einigermaßen übersichtlich bleibt, habe ich die Namen abgekürzt (z.B. FlEm). Innerhalb eines solchen Schüler-Abschnitts kann ich nun Notizbuchseiten anlegen. Diese werden als Liste rechts neben dem Blatt angezeigt. Hier möchte ich für verschiedene Zwecke Seiten anlegen, zum Beispiel eine Seite mit den Notizen zu Elterngesprächen, eine Seite zum Sozialverhalten oder eine Seite zu Lesen. Je nach Schüler möchte ich das ganz individuell halten und mir so verschiedene Optionen offen halten.

Die so erstellten Seiten kann ich nun mit allerlei Inhalt füllen. Dank Digitizer finden handschriftliche Notizen statt, die ich direkt im Unterricht aufschreiben kann. OneNote beherrscht es sogar, Handschrift in getippten Text umzuwandeln. Ich kann Tabellen einfügen, Audio-Notizen und natürlich Fotos. Über Seitenvorlagen könnte ich sogar einen vorher erstellten Beobachtungsbogen einfügen und diesen dann in OneNote ausfüllen und speichern.

Würde ich die ModernUI-App nutzen, dann könnte ich sogar Fotos von Schülerdokumenten machen und diese in die Seite einbinden. Die Desktop-App beherrscht dies leider nicht. Somit könnte man auch Klassenarbeiten, Texte und sonstige (wichtige) Lern-Meilensteine digital festhalten. Die Handy-Apps zu OneNote beherrschen dieses Feature auch. Allerdings müsste dann das Notizbuch bei OneDrive liegen, was wiederum zu Lasten des Datenschutzes geht. Für Windows Phone gäbe es sogar die App „Office Lens“, die die Fotos auch noch nachbearbeiten und dank OCR durchsuchbar macht. Wie gesagt: leider nicht nutzbar mit der datensicheren lokalen Variante von OneNote.

Ich hoffe, dass ich meine Idee und mein Vorgehen einigermaßen anschaulich darstellen konnte. Mit Videos und Screenshots wäre es bestimmt besser zu verstehen, jedoch fehlt mir dazu noch die Muße. Vielleicht mache ich dies einmal wenn sich das System bewährt hat und mit echten Daten befüllt ist.

Vorteile?

Welche Vorteile erhoffe ich mir aus diesem Vorgehen? Nun dadurch, dass die Schülerdokumentation digital geführt ist, spare ich Ressourcen, vor allem Platz und Papier. Durch verschiedenen Möglichkeiten des Datenaustauschs habe ich die Dokumentation mobil (Tablet) und lokal (Arbeits-PC) dabei und kann bei der Unterrichtsplanung und der Durchführung darauf zurückgreifen. Auch bei Förderkonferenzen oder Elterngesprächen hätte man so die „Akte“ eines Schülers griffbereit. Notizen und Ergänzugen sind dank Tablet und Stift schnell eingefügt und können später in Ruhe nachbearbeitet werden. Durch „Scannen“ von Schülerergebnissen kann die Dokumentation weiter ergänzt und detaillierter gestaltet werden.

Soweit die Theorie, ob die Praxis auch so gut funktioniert wird das kommende Schuljahr zeigen.

Lerndokumentation

Es ist Ferienzeit. Zeit zum Durchschnaufen. Zeit für mal was anderes tun. Für manche vielleicht auch gerade die Zeit, in der man es schafft, sich zu dem ein oder anderen Schüler eine Notiz zur Lernentwicklung zu machen. Im Alltagsgeschäft geht das leider manchmal ein wenig unter, so zumindest meine Erfahrung,

Eigentlich müsste man so eine Lerndokumentation wunderbar mit digitalen Medien bewältigen können. Lernfortschritte festhalten, Fördermaßnahmen dokumentieren und auswerten und so weiter. Wenn es denn dafür die passende Software gäbe. Ich beobachte „den Markt“ schon jetzt seit einigen Jahren und warte noch immer vergeblich auf DEN Heilsbringer, auf DAS Programm, mit dem man wirklich Zeit spart. Aber irgendwie warte ich vergeblich.

Näher angesehen habe ich mir in dieser Zeit Einiges: EinsPlus, Jumpian, Klassenmappe, Förderplaner und AndroClass (das jetzt nicht mehr so heißt). Einzig EinsPlus konnte mich über einen längeren Zeitraum „fesseln“, da ich dort wenigstens eigene Beobachtungsbögen anlegen kann und zu den Beobachtungspunkten Skalen- und Freitexteinschätzungen anlegen kann. Zudem gibt es bei dem Programm eine App für Tablets, so dass ich auch mobil arbeiten kann. Leider ist der Abgleich zwischen PC und Tablet sehr frickelig. Ferner stürtzt das Programm auch gern mal ab.

AndroClass und Jumpian legen leider das Hauptaugenmerk auf Notenverwaltung. Für höhere Schulformen mag dies ein gängiger Weg sein, den Lernfortschritt zu dokumentieren, für mich passt das im Kontext Grundschule nicht.

Gibt es vielleicht noch den ultimativen Tipp, welches Programm sich auch lohnt? Wie haltet ihr die Lernfortschritte fest? Ganz klassisch mit Bleistift und Papier?