Ein kurzer Bericht zum Schulwiki

In der fernen Vergangenheit habe schon einige wenige Artikel zu unserem Schulwiki geschrieben, in letzter Zeit ist es jedoch ein bisschen ruhiger um das Projekt geworden. Dies soll jedoch nicht bedeuten, dass das Projekt eingeschlafen oder gar gestorben ist. Vielmehr läuft es einfach: alle wichtigen Konzepte sind integriert, hin und wieder werden Ergänzungen vorgenommen und die Kollegen finden Material und Unterlagen zumeist selbständig (manchmal mit dem kleinen Hinweis, dass das Dokument XY doch im Wiki verlinkt ist).

Nun ist es aber Zeit für eine kleine Erweiterung des Wiki-Konzepts, da die QA an unsere Schule kommen wird. Maßgebliche Grundlage für die Arbeit der QA ist das Qualitätstableau NRW. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von 151 Qualitätskriterien in aus 6 Bereichen, eingruppiert in 26 Aspekte. (Anmerkung des Autors: Wieso es in NRW dann zusätzlich noch den Referenzrahmen Schulqualität gibt, der sich zwar in Teilen überschneidet, aber auch Unterschiede aufweist, hat sich mir bisher nicht erschlossen). Nicht alle der Kriterien werden überprüft, jedoch sind immerhin 38 Kriterien sogenannte Pflichtkriterien.

Wichtigste Frage ist dementsprechend nun: Welche Kriterien erfüllen wir und in welcher Ausprägung tun wir dies? Hier kann das Schulwiki eine wichtige Unterstützung sein, denn dort sind (im besten Fall) alle Konzepte, Curricula und sonstige Absprachen und Festlegungen gesammelt. Sie lassen sich auf diese Weise einfach mit Qualitätstableau verknüpfen. So lässt sich dann ermitteln, in welchem Bereich noch Entwicklungspotential vorhanden ist.

SchulWiki-QA1Ich habe aus diesem Grund das gesamte Qualitätstableau in einer Wikiseite dargestellt. Die verschiedenen Bereiche habe ich farblich differenziert dargestellt, ebenso werden Pflichtkriterien optisch hervorgehoben. Innerhalb eines jeden Kastens kann für einen ersten Blick notiert werden, in welcher Weise die eigene Schule dieses Kriterium in ihrer Arbeit berücksichtigt/umsetzt. Über ein kleines Icon kann zudem deutlich gemacht werden, dass derzeit ein Entwicklungsprozess bezogen auf das Kriterium stattfindet.

SchulWiki-QA2Ferner habe ich zu jedem Kriterium eine Detailseite angelegt. Hier wird dann bezogen auf das QA-Kriterium dargestellt, welche Entsprechungen es im Referenzrahmen Schulqualität gibt. Dieser bietet nämlich über seine aufschließenden Aussagen weitere Anhaltspunkte, welche Aspekte und Fragestellungen das Kriterium umfassen kann. Darauf aufbauend ist auf der Detailseite dann ausführlicher dargestellt, welche Bausteine der eigenen Schul- und Unterrichtsentwicklung zu dem Kriterium zugeordnet werden können. Selbstredend sind entsprechende Verlinkungen zu den Konzepten, Curricula und Absprachen gesetzt.

Auf diese Weise kann ein schneller Überblick gelingen, wenn es um schulische Qualitätsentwicklung bzw. -sicherung geht. „Blinde Flecken“ können so ggf. schneller aufgespürt und verbessert werden.

Sollte Interesse bestehen, kann ich das Listing des Tableaus und der verwendeten Vorlagen gerne hier einstellen. Erstellt sind diese mit Mediawiki.

Den Überblick im Materialschrank behalten?

Hin und wieder beschäftige ich mich ja auf diesem Blog auch mit der Frage, wie die Arbeit der Lehrer*innen an einer Schule (besser?) organisiert werden kann. Mit dem Wiki hat meine Schule hier schon einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht.

In dieses Wiki würde ich gerne auch die Archivierung/Verwaltung des schulischen Arbeitsmittelbestandes integrieren. Es ist bei uns derzeit leider so, dass Material zwar einen Schulstempel erhält, dann aber lediglich in einem Schrank aufbewahrt wird, Lehrer*innen sich diese Sachen herausnehmen und dann irgendwann zurückstellen, mit viel Glück sogar an die gleiche Stelle. Es gibt keinen richtigen Überblick darüber, was da ist, was da sein müsste und wo es ist, wenn es nicht da ist. Im Endeffekt sorgt diese nicht vorhandene Systematik dafür, dass Sachen irgendwann einfach weg sind oder Sachen seit Jahren nicht genutzt werden, weil sie im falschen Schrank stehen und kein Mensch mehr weiß, dass es sie mal gab.

Mir würde ein System ähnlich einer Bibliotheksverwaltung vorschweben. Neue „Artikel“ würden als Datensatz angelegt, in eine (oder mehrere) Kategorien gepackt und wären dann in einer Datenbank gesammelt. Diese Datenbank wäre dann auch im Wiki abrufbar, damit man bei der Unterrichtsvorbereitung auch von zu Hause nachsehen kann, was es zum geplanten Unterrichtsvorhaben für Materialien gibt.
Die Ausleihe ist vermutlich besser weiterhin händisch zu regeln, denn es wird wohl kein Kolleg*in hingehen und mit einem Gegenstand erst zum Lehrer-PC rennen, den Gegenstand als „entliehen“ scannen und nachher auf die gleiche Weise zurückgeben. Aber vielleicht tut es auch eine Papierliste, die im jeweiligen Schrank hängt und auf der man kurz mit seinem Kürzel abzeichnet, wenn man sich etwas genommen hat.

Ich würde als ersten Schritt für die weitere Planung gerne einmal in die weite Runde fragen, wie das an anderen Schulen so geregelt ist. Werden dort schon passende Programme genutzt? Gibt es weitere Anregungen aus der bewährten Praxis? Oder muss man sich damit abfinden, dass Sachen verschwinden, falsch zurückgelegt werden und im Bedarfsfall nicht gefunden werden?

Schul-Wiki

Ich musst ein wenig in meinem Blog-Archiv wühlen, doch dann fand ich, wonach ich suchte: Ich hatte bereits vor einigen Wochen mal über Wissensmanagement an Schulen sinniert und die Rückmeldungen von Kollegen zu diesem Thema gesammelt.

Die Zwischenzeit habe ich genutzt, um ein Wissensmanagementsystem für unsere Schule zu „entwickeln“ bzw. umzusetzen. An meinen Ideen und der Umsetzung ist nichts Neues, daher setze ich „entwickeln“ lieber in Anführungszeichen. Viele Anregungen konnte ich bei Niklas finden, der in seiner Schule ebenfalls ein Wiki zum Sammeln von Wissen angelegt hat. Weiterlesen

Schülerdokumentation mit OneNote (2)

Nach den ersten Rückmeldungen via Mail und/oder Kommentaren, möchte nun meine ersten praktischen Schritte anhand einiger Bilder vorstellen. Ich habe keine richtige Testumgebung angelegt, sondern das Notizbuch meiner Klasse genommen und die Namen verpixelt.

Screenshot (2)Dies stellt die Hauptsicht in OneNote 2013 dar. Ich beziehe mich in meinen Ausführungen hauptsächlich auf die Desktop-Version, da ich mit einem lokalen Notizbuch arbeite. Zur Synchronisierung und Datenschutz sage ich später noch etwas.

im oberen Bereich sind die Reiter mit den Schülernamen zu sehen. Um es übersichtlich zu halten, arbeite ich hier mit Abkürzungen. Die Farben werden durch OneNote willkürlich festgelegt, lassen sich aber im Bedarfsfall anpassen (Mädchen rosa und Jungen blau oder so). Rechts außen sind die einzelnen Seiten des Schülers dargestellt. Ich habe mich dazu entscheiden Seiten nur dann anzulegen, wenn ich sie brauche und nicht per se bei jedem Schüler eine Latte von (leeren) Seiten anzulegen, die dann ggf. gar nie zum Einsatz kommen. Einzig die Seite Notizen habe ich bei jedem Schüler als erste Seite angelegt, damit ich im Unterricht schnell handschriftliche Notizen anlegen kann.

Screenshot (3)Hier habe ich einmal zum Testen Schülerarbeiten mit der Kamera eingefügt. Hierzu habe ich die Seiten (anonym) mit dem Handy abfotografiert und die Bilder dann mittels Office-Lense erst in ein Online-Notizbuch eingefügt, ehe ich sie dann schnell in das Offline-Buch verschoben habe. Für 27 Dokumente brauchte ich hier etwa 30 Minuten. Aber der Aufwand und der Nutzen hier in guter Relation stehen weiß ich nicht. Für mich gehören zu einer vollständigen Schülerakte auch regelmäßig erfasste Schreibproben.

Screenshot (6)Hier ist nun einmal eine Notizseite dargestellt. Im Unterrichtsalltag ist OneNote sowieso immer im Hintergrund gestartet, da hier auch meine Unterrichtsplanung abgelegt ist (aber das ist ein anderes Thema). Wenn mir nun etwas auffällt, dann mache ich das Tablet an, springe mit dem Windows-Button aus jeder App sofort in die ModernUI und springt dann über das OneNote-Tile (also das Icon) direkt in OneNote. Dauert in der Regel keine 2 Sekunden. Über die Reiterleiste suche ich den Schüler raus und wähle dann die Notizseite aus und schreibe auf, was mir aufgefallen ist. Das geht flott und geht nicht verloren.

Später, also in einer Freistunde oder nachmittags/abends arbeite ich dann in aller Ruhe die Notizen ab. Über die einen Button kann ich den handschriftlichen Text in getippten Text umwandeln. Das geht erstaunlich sicher. Dann schiebe ich das Notierte auch ggf. auf die richtige Seite: Ist es eine Beobachtung zu einem Fach, zum Arbeitsverhalten, eine Elternmitteilung oder kann es sogar ganz gelöscht haben, weil es sich inzwischen erledigt hat?

Screenshot (12)Neben einfachen Notizseiten kann man sich in OneNote natürlich auch Beobachtungsbögen anlegen und diese dann ausfüllen. Hier habe ich mal auf die schnelle einen Bogen zum mdl. Sprachgebrauch angelegt, in den man sich einmal pro Quartal eine Notiz/Einschätzung eintragen kann. Screenshot (7)Einen (leeren) Fragenbogen kann man als Seitenvorlage speichern und sich dann schnell bei jedem Schüler einfügen. So kann man bspw. während des all-montaglichen Vorstellens Notizen zu den Schülern machen und auf diese für eine einfache, fortlaufenden Schülerdokumentation sorgen.

Screenshot (11)Der Vollständigkeit wegen ist hier ein Bilder aus der OneNote-App. Sie ist auch durchaus schick und übersichtlich, bietet weniger Optionen und lässt sich nur schwer mit dem Datenschutz in Einklang bringen.

Minty fragte, wie ich Tablet und heimischen PC synchron halte? In meinem besonderen Fall kommt da noch mein heimisches NAS ins Spiel, welches die Dateien automatisch abgleicht (quasi eine eigene Cloud im heimischen WLAN). Denkbar ist natürlich auch, dass man im Tablet eine SD-Karte verwendet, die dann bei Bedarf in den PC wandert. Wichtig ist mir, dass die Daten in beiden Fällen nicht auf fremden Servern geparkt werden, um abgeglichen zu werden.

Ob eine „Verschlüsselung“ der Schüler durch Nummern ausreicht, müsste man wohl mal einen Datenschutzbeauftragten fragen. Ein hinreichend großer Datensatz lässt sich bestimmt bei Kenntnis der Klasse schnell einem bestimmten Schüler zuordnen, auch wenn man der Name nicht dabei steht. Natürlich kann man hier fragen, wer sich überhaupt Zugang zu den Daten verschaffen soll bzw. daran Interesse hat, aber dem Datenschutzbeauftragten reicht es ja schon, wenn Daten potentiell unsicher gespeichert sind. Daher tendiere ich eher zur lokalen Speicherung.

Ich hoffe, dass die Bilder jetzt anschaulich genug waren. Ansonsten bitte fragen, kommentieren und/oder kritisch anmerken.

Schülerdokumentation mit OneNote

Ich habe lange überlegt, welcher Titel passend sein könnte: Schülerdokumentation oder Lerndokumentation und habe mich jetzt kurzerhand für Ersteres entschieden. Ich habe mir in den letzten Tagen ein System ausgetüftelt, welches ich in diesem Schuljahr ausprobieren möchte, auch unter Verwendung des Windows-Tablets (welches die beste Kaufentscheidung der letzten Jahre gewesen ist, soviel verrate ich schon einmal).

Da gibt es doch bestimmt ne App …

Ein paar Sätze vorweg: Wer meine Blogs schon längere Zeit verfolgt, der wird mitbekommen haben, dass ich schon lange nach einer guten Software für die digitale Klassenverwaltung suche. Ich habe wirklich vieles ausprobiert: Tapucate (als es noch Androclass hieß und ein Clon von TeacherTool ist), BEO, was jetzt Jumpian heißt, EinsPlus und noch einiges mehr. Leider merkt man vielen Programmen an, dass sie für Sekunderstufen gemacht sind. Die wichtigste Funktion ist scheinbar die Verwaltung von Noten. Ohne den Kollegen an der SI und SII zu nahe treten zu wollen, so spiegelt dies aus meiner Sicht auch die Praxis an den Schulen gut wieder. Stufenkonferenzen werden aus dem kleinen roten Notenbuch geführt. Da ist ein Programm, das Noten verwaltet und den gewichteten Schnitt berechnen kann einfach perfekt. Dazu noch eine Verwaltung der Hausaufgabenliste und ein Sitzplan (mit Foto-Funktion, damit man beim Notenschreiben auch weiß, wer der Dustin Schmitz ist) und fertig ist DIE Lehrer-App.

Herr der Zettel

Ich suchte jedoch etwas anderes. Ich wollte/will das Lernen der Schüler dokumentieren, will meine Beobachtungen und Notizen zum Schüler festhalten, will nachvollziehen können, welche Maßnahmen ich wann ergriffen habe, will wissen, wann welches (Eltern-)Gespräch stattgefunden hat und welche Auffälligkeiten es in der Schreibentwicklung gab. Bisher wird sowas bestenfalls in Ordnern gesammelt, der dann zur Vorbereitung von Elternberatungen und zum Schreiben der Zeugnisse hervor gekramt wird. Vieles geht aber auch verloren. Vielleicht landet es als Notiz auf einem Post-It oder in einer ungenutzten Ecke des Kopfes. Und irgendwann ist diese Notiz vielleicht weg und man sucht sie vergebens.

Datenschutz!

Ich habe mir nun überlegt, dass man doch hierfür wunderbar auf OneNote zurückgreifen kann. OneNote bietet für mich einen immensen Vorteil gegenüber Evernote und anderen Notiz-Diensten: Ich kann das Notizbuch lokal speichern und notfalls mit einem externen Programm (Bitlocker, Truecrypt) verschlüsseln und somit den Bestimmungen des Datenschutzes Rechnung tragen. Ich muss die Daten nicht auf einen Server in den USA oder sonstwo verschieben und dabei gegen das Schulgesetz verstoßen. Zwar macht die Speicherung bei Onedrive einiges leichter, aber darauf muss dann eben verzichten. Den Abgleich über mehrere PCs/Tablets hinweg sollte man auch anders hinbekommen (Stichwort Owncloud zum Beispiel, oder mit dem guten alten USB-Stick).

Komm zur Sache

Voraussetzung für mein Einsatzszenario ist also OneNote 2013 als Desktop-Version. Es gibt zwar auch eine Version für die ModernUI von Windows 8, jedoch bringt diese wesentlich weniger Funktionen mit, allen voran fehlt hier die Möglichkeit, ein Notizbuch lokal zu speichern.

In OneNote habe ich ein lokales Notizbuch mit dem Titel SchülerDoku erstellt. Innerhalb dieses Notizbuchs habe ich nun Abschnitte erstellt, für jeden Schüler einen. Optisch werden diese als Reiter über dem Notizbuchblatt dargestellt. Damit es einigermaßen übersichtlich bleibt, habe ich die Namen abgekürzt (z.B. FlEm). Innerhalb eines solchen Schüler-Abschnitts kann ich nun Notizbuchseiten anlegen. Diese werden als Liste rechts neben dem Blatt angezeigt. Hier möchte ich für verschiedene Zwecke Seiten anlegen, zum Beispiel eine Seite mit den Notizen zu Elterngesprächen, eine Seite zum Sozialverhalten oder eine Seite zu Lesen. Je nach Schüler möchte ich das ganz individuell halten und mir so verschiedene Optionen offen halten.

Die so erstellten Seiten kann ich nun mit allerlei Inhalt füllen. Dank Digitizer finden handschriftliche Notizen statt, die ich direkt im Unterricht aufschreiben kann. OneNote beherrscht es sogar, Handschrift in getippten Text umzuwandeln. Ich kann Tabellen einfügen, Audio-Notizen und natürlich Fotos. Über Seitenvorlagen könnte ich sogar einen vorher erstellten Beobachtungsbogen einfügen und diesen dann in OneNote ausfüllen und speichern.

Würde ich die ModernUI-App nutzen, dann könnte ich sogar Fotos von Schülerdokumenten machen und diese in die Seite einbinden. Die Desktop-App beherrscht dies leider nicht. Somit könnte man auch Klassenarbeiten, Texte und sonstige (wichtige) Lern-Meilensteine digital festhalten. Die Handy-Apps zu OneNote beherrschen dieses Feature auch. Allerdings müsste dann das Notizbuch bei OneDrive liegen, was wiederum zu Lasten des Datenschutzes geht. Für Windows Phone gäbe es sogar die App „Office Lens“, die die Fotos auch noch nachbearbeiten und dank OCR durchsuchbar macht. Wie gesagt: leider nicht nutzbar mit der datensicheren lokalen Variante von OneNote.

Ich hoffe, dass ich meine Idee und mein Vorgehen einigermaßen anschaulich darstellen konnte. Mit Videos und Screenshots wäre es bestimmt besser zu verstehen, jedoch fehlt mir dazu noch die Muße. Vielleicht mache ich dies einmal wenn sich das System bewährt hat und mit echten Daten befüllt ist.

Vorteile?

Welche Vorteile erhoffe ich mir aus diesem Vorgehen? Nun dadurch, dass die Schülerdokumentation digital geführt ist, spare ich Ressourcen, vor allem Platz und Papier. Durch verschiedenen Möglichkeiten des Datenaustauschs habe ich die Dokumentation mobil (Tablet) und lokal (Arbeits-PC) dabei und kann bei der Unterrichtsplanung und der Durchführung darauf zurückgreifen. Auch bei Förderkonferenzen oder Elterngesprächen hätte man so die „Akte“ eines Schülers griffbereit. Notizen und Ergänzugen sind dank Tablet und Stift schnell eingefügt und können später in Ruhe nachbearbeitet werden. Durch „Scannen“ von Schülerergebnissen kann die Dokumentation weiter ergänzt und detaillierter gestaltet werden.

Soweit die Theorie, ob die Praxis auch so gut funktioniert wird das kommende Schuljahr zeigen.

Wissensmanagement – ein erstes Zwischenfazit

Seit meinen ersten Überlegungen rund um das Wissensmanagement sind 3 Wochen vergangen. Hier und in einem Grundschulforum gab es einige Rückmeldungen, was sehr hilfreich war. Dies ist für mich Anlass, ein kleines Zwischenfazit zu ziehen, welche Formen des digitalen Managements bekannt bzw. möglich sind:

Sammeln „in der Cloud“

Am häufigsten sind Lösungen genannt worden, die auf Dropbox setzen. Das Prinzip ist denkbar einfach: in einem „Schul-Account“ werden Dateien gesammelt und für andere Nutzer freigegeben. Technisch hat diese Lösung sehr geringe Hürden und die Kosten belaufen sich auf 0€, wenn man die kostenlose Variante nutzt. Bedenklich ist diese Lösung vor allem deshalb, weil die Server der Dropbox in den USA stehen. Sollten sich in den ausgetauschten Dokumenten datenschutzrechtlich relevante Inhalte befinden, ist es untersagt diese an die Dropbox zu übertragen. Konferenzprotokolle mit Beschlüssen einer Zeugniskonferenz wären beispielsweise so ein Fall oder aber auch ein alter Förderplan, der Beispiel für einen neuen sein soll.

Ferner warte ich eigentlich auf den Tag, an dem Dropbox sein Kapital aufgefressen hat und die kostenlose Variante gestrichen wird. Ähnliches ist bei vergleichbaren Diensten schon gesehen (z.B. Sugarsync). Natürlich kann man dann zum nächsten Dienst wechseln, aber nervig ist es schon.

Bei Dropbox (und vergleichbaren Anbietern) fehlt zudem scheinbar eine Volltextsuche. Wenn ich also eine Information suche, aber nicht weiß, in welchem Dokument sie stehen könnte, bin ich nach wie vor ziemlich aufgeschmissen.

Dem Namen nach ebenfalls Cloud, aber ggf. „sicherer“ ist die Nutzung von Owncloud. Im Grunde ganz ähnlich wie Dropbox, nur muss Owncloud auf einem eigenen Server/Webspacepaket installiert werden. Man bleibt also voll uns ganz Herr seiner Daten und gibt sie nicht nach außen weiter. Wobei hier die Fragen zu klären bleibt, wie aus Datenschutzsicht zu bewerten ist, wenn ein von der Schule gemieteter Server/Webspace physikalisch nicht im Schulgebäude steht, sondern bei einer Firma in Köln. Findet dadurch schon eine Datenübertragung nach außen statt, die für den Datenschutz relevant ist?

Auf jeden Fall bietet Owncloud neben dem bloßen Speichern von Daten auch einige nette Extras wie einen Kalender, ein Adressbuch oder die Möglichkeiten Dokumente direkt zu bearbeiten. Ähnlich wie bei Etherpad kann da sogar zeitgleich an Dokumenten gearbeitet werden.

Der interne Bereich

Eine weitere Variante ist der Aufbau eines „internen Bereichs“ im Rahmen der Schulhomepage. Ist diese mit einem CMS wie bspw. Joomla gestaltet, wird nach Anmeldungen mit den Zugangsdaten eines Lehrers ein Bereich sichtbar, der Informationen für Lehrkräfte bietet. Auf diese Weise können z.B. Konzepte oder Lehrmittellisten übersichtlich dargestelt und abgerufen werden. Über die Suchfunktion, die eigentlich jedes CMS mitbringt, wären die Inhalte dann leicht zu indizieren und finden.

In der Theorie ließen sich so auch einzelne Dateien zum Download einbinden. In der Praxis ist diese Lösung natürlich recht aufwändig. Während sich bei Dropbox Dateien mit Drag&Drop recht schnell integrieren lassen, ist dies bei Joomla ein ungleich arbeitsintensiverer Prozess. Hierdurch dürfte man sich dann wohl nur auf die wichtigsten Dateien beschränken.

Kollaborative Erarbeitung von Inhalten stelle ich mir hier auch schwierig vor, wobei ein CMS ja auch eigentlich nicht dafür gemacht wurde.

Das LMS

Auch wenn es in keinem Kommentar genannt wurde, so bietet ein LMS wie moodle oder Fronter natürlich zahlreiche Möglichkeiten, eine Wissensplattform für Lehrer aufzubauen. Bei uns in Hennef wird Fronter flächendeckend eingesetzt. Über Module lassen sich hier zahlreiche Funktionen realisieren: Dateiaustausch, Kalender, Adressbuch, Wiki, Dokumente gemeinsam erstellen, ….

Hier stehen natürlich vergleichsweise hohe Kosten im Raum. Eigentlich wird Fronter ja verkauft, um mit Schülern daran zu arbeiten. Ich hier hat man viele Vorteile und einen ggf. recht großen Nutzen. Mit konkreten Zahlen kann ich leider nicht dienen, aber ich denke 2€ pro Schüler pro Schuljahr muss man rechnen.

Moodle wäre kostenlos zu haben und muss ähnlich wie Owncloud selbst installiert werden. Während Owncloud noch recht einfach selbst zu verwalten ist, erfordert moodle doch gesteigerte Kenntnisse und sehr viel Zeit und Geduld.

Das Wiki

Ich bin ein großer Fan von Wikis. Sie sind aus meiner Sicht die derzeit beste Lösung, um Wissen zu sammeln, bereitzustellen und zu überarbeiten. Die Wikipedia dürfte wohl das prominenteste Beispiel sein. Schulische Konzepte ließen sich hier nicht nur sammeln und durchsuchbar machen, sondern auch untereinander verlinken. So könnten Bezüge deutlich gemacht werden oder Dinge genauer erklärt werden. Wenn im Arbeitsplan Sachunterricht steht, dass in Klasse 2 das Table-Set eingeführt wird, kann ich die entsprechende Stelle im Dokument direkt mit einer erklärenden Seite verlinken.

Ein Wiki kann man sich, ebenso wie Owncloud oder moodle, auf einem eigenen Server/Webspace installieren. Die bekanntesten System dürften Mediawiki (damit läuft die Wikipedia) und Dokuwiki sein. Letzteres ist ein in Deutschland entwickeltes Projekt. Beide Systeme sind kostenlos zu haben und erfordern bei der Grundinstallation moderate Kenntnisse. Insbesondere Mediawiki bietet jedoch sehr viele Einstellungs- und Erweiterungsmöglichkeiten, die jedoch recht viel Einarbeitungszeit benötigen. Hier kann man viele viele Stunden verbringen.

In einem Wiki lassen sich auch Dateien hochladen und bereitstellen, doch auch hier lohnt sich dies eher für eine kleine Auswahl von Dateien, da diese nach dem Hochladen einzeln in bestehende Seiten einbinden muss, damit man sie nach auch komfortabel herunterladen kann. Sollte man sich also für ein Wiki als Informationsplattform entscheiden, so sollte man überlegen, ob man dies nicht sinnvollerweise durch Owncloud ergänzt. Denn ein guter Kalender oder eine Möglichkeit Kontaktdaten sinnvoll zu sammeln gibt es in einem Wiki eigentlich nicht.

Ein großes Manko bleibt aus meiner Sicht bei Wikis jedoch: der Wiki-Syntax. Es gibt (derzeit) noch keinen wirklich guten WYSIWYG-Editor für Wikisysteme. Man muss also jegliche Formatierung, aber auch Tabellen und Bilder über einen mehr oder weniger kryptischen Code eingeben. Wenn man also an einer Schule nicht der Einzige sein will, der Inhalte in das System einpflegt, muss man hier Mitstreiter finden, die sich in den Umgang mit dem Wiki einarbeiten wollen. Aus der Erfahrung mit dem Primarwiki weiß ich, dass das nicht einfach ist.

Zwischenfazit

Weitere digitale System konnte ich in den Kommentaren erst einmal nicht finden. Aus meiner Sicht ist kein System das Nonplusultra. Jedes hat seine Schwächen und Stärken bei Kosten, Installation, Nutzbarkeit oder Fähigkeiten bei der Kollaboration. Allen System ist wohl gemein, dass sie bei der Ersteinrichtung vor allem eines brauchen: Zeit. All das, was seit Jahren in Ordner gehortet wurde, müsste eigentlich digitalisiert und bereitgestellt werden, damit ein solches System gewinnbringend genutzt werden kann. Vermutlich muss grundsätzlich die Frage gestellt werden, ob diese Zeit von einigen Kollegen aufgebracht werden kann, um ein System zum Informationsmanagement einzurichten.

Wohin mit all unserem Wissen?

Da ja nun Ferien sind und man endlich wieder Zeit für andere Dinge hat außer Zeugnisse, Klassenbuch und Klasse für die Grundreinigung ausräumen, habe ich einmal damit begonnen, mir ein paar Gedanken zum Thema „Wissensmanagement an Schulen“ zu machen. Klingt vielleicht recht hochgestochen, aber es geht mir eigentlich um die Frage: Wie kann das „im Kollegium vorhandene Wissen“ so gesammelt und organisiert werden, dass Arbeitsabläufe an der Schule besser/effektiver ablaufen?

Da ich selbst an einer Grundschule unterrichte und auch meine sonstigen Kontakte eher auf Grundschule beschränken, möchte ich mich besonders auf die Gegebenheiten an dieser Schulform beziehen. Von den Arbeitsabläufen an weiterführenden Schulen ist mir zu wenig bekannt, um hier sinnvolle Aussagen treffen zu können.

Was meint der gute Herr Emrich mit „im Kollegium vorhandenen Wissen“? Eigentlich alles, was an Abläufen, Absprachen, Beschlüssen, Protokollen, … vorhanden sind. Dinge über die eigentlich jeder Bescheid wissen müsste oder zumindest wissen sollte, wo er/sie nachschlagen kann, um sich selbst weiterhelfen zu können. Vieles von diesem Wissen ist irgendwann mal auf Papier festgehalten worden und schläft seither in einem der vielen Ordner, die vielleicht im Lehrerzimmer oder Schulleiterbüro stehen. Vielleicht gab es sogar mal ein Handout dazu, dass jetzt zwischen Mandalas und Suchseln in den Ordnern des heimischen Arbeitszimmers abgelegt ist. Einiges Wissen ist vielleicht nie wirklich aufgeschrieben worden. „Das Sportfest bereitet doch immer Fr. Hinnerksen vor, die weiß schon Bescheid.“ Dumm nur, dass Fr. Hinnerksen auf unbestimmte Zeit krankgeschrieben, in Elternzeit oder gar versetzt worden ist. Da muss das neu gegründete Planungsteam jetzt völlig von Neuem anfangen. Ich denke es wird deutlich, dass aufschreiben und für die Nachwelt festhalten sinnvoll ist. Nur wo werden diese Unterlagen abgelegt? Auf dem heimischen PC? Da helfen sie den Kollegen recht wenig, außer man freut sich über gelegentlichen Besuch. Dann wohl doch in die Ordner in der Schule abheften. So kann ja eigentlich jeder Kollege darauf zugreifen. Sogar die vielen neuen Kollegen, denn eigentlich kommt jedes Schuljahr mindestens ein Lehrerwechsel vor. Da müssen sich die Neuen eben durch die Ordner kämpfen. Auf die meisten Unterlagen muss man ja zurückgreifen, wenn man Unterricht vor- oder nachbereitet: Konzepte, Vorlagen für Förderpläne, Beschlüsse und Absprachen. Schön, wenn das alle fein säuberlich in Ordnern in der Schule abgeheftet ist. Wo bereitet man nochmal seinen Unterricht vor und nach? Richtig, zu Hause, da in der Schule in der Regel kein adäquater Arbeitsplatz für alle Kollegen zur Verfügung steht. Das war es dann auch mit der guten Idee bzgl. der Ordner. Schade.

Ich denke nicht nur mir fällt es im Arbeitsalltag immer wieder auf, dass es in der Schule phasenweise furchtbar uneffektiv läuft. Abläufe und Absprachen, werden zwar in Konzepten festgehalten, aber diese sind dann fein säuberlich in Ordnern abgeheftet und irgendwo abgestellt. Neue Kollegen wissen davon natürlich erstmal nix und müssen sich erstmal durchfragen, wie die Abläufe in der Schule sind. Dann sind mit bestimmten „Spezialaufgaben“ Kollegen betraut, die zwar selbst sehr gut Bescheid wissen, aber eben nur sie. Wenn diese Kollegen dann die Schule verlassen oder aus Gründen ausfallen, dann steht man erstmal dumm da und weiß nicht, wen man Fragen kann.
Aber auch anderes Wissen muss ja irgendwie archiviert und genutzt werden: Konferenzprotokolle und -beschlüsse, Materialbestandslisten oder häufig genutzte Dokumenten wie Elternbriefe zur Klassenfahrt oder der Ablauf der Elternabende. In einer kleinen Prezi habe ich mal festgehalten, welches Wissen man so alles verfügbar machen könnte bzw. müsste. Ergänzungen sind gerne willkommen.

http://prezi.com/xrlxotrse2mz/?utm_campaign=share&utm_medium=copy

Daher nun meine große Frage: Wie wird das bei euch an den Schulen gehandhabt? Gibt es da besondere „Systeme“ oder Abläufe, oder wird einfach alles auf Papier und in Ordnern festgehalten und gelangt nur bei Bedarf in die Hände der Kollegen?

Lerndokumentation

Es ist Ferienzeit. Zeit zum Durchschnaufen. Zeit für mal was anderes tun. Für manche vielleicht auch gerade die Zeit, in der man es schafft, sich zu dem ein oder anderen Schüler eine Notiz zur Lernentwicklung zu machen. Im Alltagsgeschäft geht das leider manchmal ein wenig unter, so zumindest meine Erfahrung,

Eigentlich müsste man so eine Lerndokumentation wunderbar mit digitalen Medien bewältigen können. Lernfortschritte festhalten, Fördermaßnahmen dokumentieren und auswerten und so weiter. Wenn es denn dafür die passende Software gäbe. Ich beobachte „den Markt“ schon jetzt seit einigen Jahren und warte noch immer vergeblich auf DEN Heilsbringer, auf DAS Programm, mit dem man wirklich Zeit spart. Aber irgendwie warte ich vergeblich.

Näher angesehen habe ich mir in dieser Zeit Einiges: EinsPlus, Jumpian, Klassenmappe, Förderplaner und AndroClass (das jetzt nicht mehr so heißt). Einzig EinsPlus konnte mich über einen längeren Zeitraum „fesseln“, da ich dort wenigstens eigene Beobachtungsbögen anlegen kann und zu den Beobachtungspunkten Skalen- und Freitexteinschätzungen anlegen kann. Zudem gibt es bei dem Programm eine App für Tablets, so dass ich auch mobil arbeiten kann. Leider ist der Abgleich zwischen PC und Tablet sehr frickelig. Ferner stürtzt das Programm auch gern mal ab.

AndroClass und Jumpian legen leider das Hauptaugenmerk auf Notenverwaltung. Für höhere Schulformen mag dies ein gängiger Weg sein, den Lernfortschritt zu dokumentieren, für mich passt das im Kontext Grundschule nicht.

Gibt es vielleicht noch den ultimativen Tipp, welches Programm sich auch lohnt? Wie haltet ihr die Lernfortschritte fest? Ganz klassisch mit Bleistift und Papier?