Die Lizenz zum Ärgern?

Seit Mitte Mai schwappt eine Meldung durch die Presse, die nun in (Teilen von) NRW auch in den Schulen publik gemacht wurde. Es geht um den Umgang mit Bildern (und im Grunde auch anderen Werken), die unter creativecommons-Lizenz (einer sogenannten cc-Lizenz) veröffentlicht wurden.

CC-Lizenz, was ist das?

Für eine ausführliche Erklärung empfehle ich die offizielle Seite der creative commons oder die Erläuterungen von Andreas Kalt. Kurz gesagt: Mit Hilfe einer CC-Lizenz kann ich meine Werke anderen Menschen kostenlos oder zum Kauf anbieten und ihnen dabei bestimmte Rechte einräumen. Gewissermaßen ist es ein vorgefertigter Kauf- bzw. Nutzungsvertrag, der dem Nutzer bestimmte Rechte einräumt. Eingeräumt wird immer das Recht, das Werk weiterzuverbreiten. Dabei muss immer der Name des Autors genannt werden. Die Weiterverbreitung kann nur in einem begrenzten Rahmen eingeschränkt werden: kommerzielle Nutzung kann bspw. ausgeschlossen werden oder die Bearbeitung des Werkes. Die Weitergabe als solches kann aber nicht weiter eingeschränkt werden, z.B. dass das Werk nur im Rahmen des Unterrichts an Schüler weitergeben werden darf.

Abmahnung droht

Elementarer Bestandteil der cc-Lizenzen ist jedoch immer, dass der Name des Autors mit Angabe eines Werktitels und mit Verweis auf die Lizenz erfolgen muss. Die Nennung sollte im besten Fall direkt am Werk erfolgen, kann aber auch im Rahmen eines Quellenverzeichnisses geschehen. Der viel wichtigere Punkt ist jedoch: der Autor kann Zusatzregeln für die Namensnennung festlegen. Er kann z.B. die Angabe eines Links zu seiner Homepage verlangen oder festlegen, dass die Quelle in jedem Fall am Werk genannt werden muss. Und exakt dies ist der Punkt, weswegen man auch wegen der an sich sehr offenen und freien cc-Lizenzen abgemahnt werden kann. Verstößt man gegen die Auflagen der Namensnennung, so verstößt man auch gegen die gesamte Lizenz. Hier sind zwei sehr aktuelle Fälle genannt, in denen es zu erfolgreichen Abmahnungen kam. Bislang betrifft es vor allem Bilder auf Homepages (auch Schulhomepages), es könnte aber auch durchaus Bilder in PDF-Dateien betreffen. Streng genommen könnte man auch für ein Arbeitsblatt abgemahnt werden, das man nur für seinen Unterricht erstellt hat und nur in diesem Rahmen verteilt hat.

Eine weitere Falle könnte sein, dass man selbst Material mit cc-Lizenz veröffentlichen will, darin aber Bilder verwendet, die nicht unter einer solchen Lizenz stehen. Wenn ich beispielsweise bei fotolia Bilder gekauft habe und in meiner Datei verwende, dann darf ich diese Datei nicht als cc-Material anbieten, da ich damit das Bild unterlizensieren würde, was bei fotolia nicht erlaubt ist.

Auf Nummer sicher gehen

Natürlich sind die Abmahnungen Einzelfälle. Aber dennoch ist Vorsicht geboten. Sollte dieses „Geschäftsmodell“ Nachahmer finden, könnte es sich für graue Schafe durchaus lohnen, bewusst Fallen im Internet zu stellen.

Wer cc-Material nutzen oder selbst welches erstellen will, der sollte sich zuvor unter den o.g. Links mit den Lizenzen beschäftigen. Mit dem Lizenzhinweisgenerator gibt es ein hilfreiches Tool, mit dessen Hilfe sich gültige Lizenzhinweise zu cc-lizensiertem Material erstellen lassen. Einfacher geht es kaum noch. Und dann hat man auch keine Lizenz zum Ärgern mehr.

Wissensforscher – Lernen mit digitalen Medien ritualisieren

Vor wenigen Tagen habe ich im Blog der Tigerklasse das Heftchen zu EM entdeckt. Das Gute daran war, dass Gabi es nicht als Download angeboten hat. Denn auf diese Weise musste ich mich selbst an die Erstellung eines solchen Heftchens machen und konnte es direkt ein wenig verändern. Keine Sorge: Ich habe das OK der Urheberin eingeholt.

WissensforscherWenn ich die Arbeit mit dem Heft, wie im Titel geschehen, als Lernen mit digitalen Medien deklariere, dann werden sich einige Hardliner und Vorkämpfer aus diesem Bereich müde lächelnd abwinken. Dort heißt Lernen mit digitalen Medien: Ebook-Erstellung, Dinge in Minecraft nachbauen, Blogs führen, Podcasts aufnahmen usw. usf. Ja, das würde ich auch gerne machen, keine Frage. Ich habe auch lange mit mir gerungen, ob ich das Heftchen wirklich als „Lernen mit digitalen Medien“ anpreisen möchte. Aber ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es doch zur Thematik passt. Denn mit Hilfe des Heftes kann ich immerhin drei Kompetenzen aus dem Medienpass NRW anbahnen:

  • Schülerinnen und Schüler wenden Basisfunktionen des Internets an (Angabe der vollständigen URL, Nutzung von Links, Suchmaschinen).
  • Schülerinnen und Schüler recherchieren unter Anleitung in altersgemäßen Lexika, Kindersuchmaschinen und Bibliotheksangeboten.
  • Schülerinnen und Schüler entnehmen Medien gezielt Informationen und geben sie wieder.

Natürlich nutzen die Kinder die digitalen Medien nur im begrenzten Umfang, nämlich um ein Arbeitsblatt mit den vom Lehrer gewünschten Informationen zu füttern (wie oldschool!), aber auch dabei können die Schüler schon etwas über den Umgang mit dem Medium Internet und den nötigen Endgeräten lernen. Jeder fängt mal klein an.

Das Heft selbst ist bewusst so angelegt, dass es sowohl offenere Rechercheaufgaben, als auch geschlossenere Aufgaben gibt, bei denen mögliche Quellen explizit benannt werden. Bei den offeneren Aufgabenstellungen ist es die Aufgabe der Schüler eine geeignete Quelle im Internet oder in Printmedien zu finden. Es wird also nicht per se ein bestimmtes Quellmedium eingefordert.

WissensforscherLinks werden in dem Heft als QR-Codes dargestellt. Auf diese Weise sollen die Schüler dazu angeregt werden, die Recherche mit ihren eigenen digitalen Endgeräten (Smartphone oder Tablet) durchzuführen. Auf diese Weise erfahren sie diese nicht nur als Spielgerät oder reines Unterhaltungsmedium, sondern auch als Hilfsmittel des Lernens.

In meinen Überlegungen dachte ich bereits darüber nach, ob man nicht zu einer gewissen Bandbreite an Themen solche Hefte gestalten kann und sich die Schüler dann nach persönlichen Vorlieben ihr Heft auswählen können, an dem sie im Rahmen der Freiarbeit/Wochenplanarbeit arbeiten möchten. Auf diese Weise ließen sich dann auch die Medieninseln in den Unterricht einbinden, die mancherorts ja ein eher staubiges Dasein fristen. Mal sehen wie sich die Arbeit mit dem Heft so bewährt und wer ggf. mithelfen möchte. Ich habe nämlich nicht nur eine PDF-Datei veröffentlicht, sondern auch die Quelldatei, die sich mit Publisher nach Herzenslust bearbeiten lässt.

Gespannt bin ich auch und vor allem auf kritische Rückmeldung … so ganz überzeugt bin ich von der Idee nämlich noch nicht.

Die Datei und alles weitere ist hier zu finden: Grundschullernportal

PS: Noch einmal ein dickes Danke an Gabi!!!

Lernarrangement Vorgangsbeschreibungen

Für das Grundschullernportal der ZUM habe ich versucht, meine fast abgeschlossene Reihe zu den Vorgangsbeschreibungen einmal als Lernarrangement darzustellen. Dabei wollte ich nicht nur bloß das gesammelte Material darstellen, sondern vor allem auch die dahinterstehende Idee und Verknüpfungen zu den Bildungsstandards der KMK herstellen (eigentlich wären Verbindungen zu den Kernlehrplänen hilfreicher, aber da es in Deutschland 16 verschiedene Lehrpläne gibt, erschienen mir die Bildungsstandards ein geeigneterer Anker).

Die entstandene Seite findet sich hier: http://grundschullernportal.zum.de/wiki/Vorgangsbeschreibung Sie darf gerne überarbeitet, ergänzt und diskutiert werden!

Vorgangsbeschreibung und Video – mal anders

Eine Kleinigkeit zum Medieneinsatz in Bezug auf Vorgangsbeschreibungen möchte ich noch anbieten: Vorgangsbeschreibungen zu einem Video schreiben.

Typisch sind wohl folgende Settings, um mit den Kindern Vorgangsbeschreibungen zu schreiben:

  • die Kinder haben den Vorgang noch nie selbst durchgeführt und müssen sich alles selbst ausdenken (Fantasierezepte).
  • die Kinder müssen sich an den Vorgang der Erstellung erinnern. Dieser liegt schon einige Zeit zurück.
  • die Kinder sehen den Vorgang auf Bildern oder Zeichnungen (haben ihn aber im besten Fall auch schon einmal selbst durchgeführt), müssen diese Bilder interpretieren und aus dieser Interpretation eine Vorgangsbeschreibung erstellen.
  • die Kinder schauen bei der Durchführung des Vorgangs durch eine andere Person zu, stellen ggf. Nachfragen und schreiben dann auf Grundlage ihrer Beobachtungen eine Vorgangsbeschreibung.
  • die Kinder führen den Vorgang selbst durch (kochen ein Gericht oder basteln einen Gegenstand) und erstellen im Anschluss die Vorgangsbeschreibung.

Alle genannten Vorgehensweisen haben mit Sicherheit ihre Vor- und Nachteile. Gerade für schwache Schreiber ist es wohl am hilfreichsten, wenn sie die Einzelschritte der Zubereitung selbst durchführen mussten. Sie müssen dann nur (die Erinnerung an) eine konkrete Handlung in verbale Beschreibung überführen und aufschreiben.

Da ich gerne mit digitalen Medien im Unterricht experimentiere, wollte ich ich den oben genannten Vorgehensweisen eine weitere hinzufügen:

Ich habe ein tonloses Erklärvideo gedreht, in dem ich einen Tee zubereite. Tonlos, damit die Kinder nicht einfach bloß meine Formulierungen übernehmen. Tee, damit die Kinder sich bei der sehr einfachen Tätigkeit auch einmal bewusst auf alle Details konzentrieren können. Auf diese Weise kann man dann sehr schön reflektieren, welche Informationen in einem guten Rezept sinnvoll sind und welche man nicht zwingend aufschreiben muss (Adressatenorientierung).

Das Video habe ich zuerst zweimal mit allen Kindern an der Tafel angeschaut. Danach konnten die Kinder mit dem Schreiben der Vorgangsbeschreibung beginnen. Hatten Kinder während des Schreibvorgangs Schwierigkeiten sich an die Details zu erinnern, dann konnte ich ihnen eines meiner drei Tablets auf ihrenTisch geben, so dass sie das Video erneut anschauen konnten. Optimal wäre natürlich jetzt, wenn man zumindest einen halben Klassensatz Tablets zur Verfügung hätte. Aber auch so erhielten die schwächeren Schreiber eine gute Unterstützung im Schreibprozess.

Das Video habe ich unter creativecommons-Lizenz bei Youtube hochgeladen, so dass es genutzt, aber auch bearbeitet werden darf. Zum Schreiben der Texte haben die Kinder ein vorstrukturiertes Schreibblatt und eine Kriterienliste zur Selbstkontrolle genutzt.

thumbnail of AB 3 – Vorstrukturiertes Schreibpapier thumbnail of AB 0 – Selbsteinschätzungsbogen

Erklärvideos im Deutschunterricht der Grundschule

Da ich nun die Unterrichtseinheit zu den Erklärvideos selbst erprobt habe, möchte ich im folgenden Artikel meine Erfahrungen und Materialien teilen, um ein mögliches Szenario für (effektiven) Medieneinsatz in der Grundschule darzustellen. Die Einstiegsschwelle ist bei diesem Projekt relativ gering, da die Schule selbst nicht zwingend über eine gehobene Medienausstattung verfügen muss.

(Einen Link zu den Ergebnissen der Kinder gibt es am Ende des Beitrags).

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Diagnosetests im Fach Mathematik

Am KarnevalsWE habe ich mich ein wenig mit dem neuen Internetangebot tutory beschäftigt (ein kostenloser Online-Arbeitsblattgestalter). Beim Rumspielen kam mir wieder eine Idee in den Sinn, die ich vor einiger Zeit schon einmal hatte, aber damals nicht umgesetzt habe: lehrwerksunabhängige Diagnosearbeiten für Mathematik.

An vielen Schulen sieht die Praxis des Mathematikunterrichts vielleicht bisher so aus: man beackert mit allen Kindern gemeinsam ein Thema (oder die Kinder arbeiten sich in ihrem Tempo durch einen Teil des Buchs), bis irgendwann die Lernzielkontrolle kommt, die dem Lehrer und dem Kind dann zeigt, wer was kann und wer nicht. Danach wird an diesen Defiziten wohlmöglich nicht mehr gearbeitet, denn das nächste Thema steht an … und das Mathebuch muss ja in dem Schuljahr geschafft werden.
Nun hat „mein“ Lehrwerk (Welt der Zahl) in der Ausgabe von 2009 (endlich) Diagnosearbeiten mit dabei. „Kleine“ Tests, die mitten in der Reihe gemacht werden können und anzeigen, wer etwas bereits hinreichend sicher beherrscht und wer noch weitere Hilfen braucht. Leider finde ich diese Diagnosearbeiten teilweise ungeschickt, weil sie a) sehr umfangreich sind und b) teilweise eher das Beherrschen eines bestimmten Aufgabenformats testen und nicht das dahinterstehende Rechenverfahren. Ansonsten habe ich derartige Diagnosetests kaum finden können. Weder bei den Verlagen, noch in Blogs oder anderen Materialquellen.

Ich möchte gerne etwas haben, dass kurz und knackig ist, (erstmal) nur die Basics abtestet und am Ende Rückschlüsse auf die zu fördernden Problemstellen zulässt.
Ich habe mich gestern mal hingesetzt und versucht, so einen Test für das Zehnereinmaleins zu entwicklen: https://www.tutory.de/worksheet/64f67800
Idee: Das Kind muss zuerst zeigen, ob es das kleine 1×1 bzw. 1:1 beherrscht. Denn ggf. kann es die großen Malaufgaben einfach aus dem Grund nicht, weil es die kleinen nicht automatisiert hat. Anschließend kommen bei der Testung die Aufgaben des großen 1×1 bzw. 1:1 zum Abgleich. Zuletzt dann noch die Aufgaben der 11er, 12er und 25er-Reihe, weil die in meinem Lehrwerk gesondert eingeführt werden. Da der Test bei Tutory erstellt ist, könnte jede Lehrkraft, die diese Aufgabe doof findet, einfach rauslöschen oder ersetzen.

Einen weiteren Test und entsprechende Auswertungstabellen habe ich hier verlinkt:
http://grundschullernportal.zum.de/wiki … Mathematik

Solche Minitests könnte man ja für zahlreiche Bereiche der Mathematik erstellen, so dass dort dann „komplexere“ Handlungen in die Teilkompetenzen zerlegt sind und man eine genauere Idee davon bekommt, wo es hakt. Natürlich kommt das Ganze in Klasse 1 und 2 an seine Grenzen, wo doch dort noch sehr viel auf enaktiver Ebene abläuft, was ich in einem Papiertest nicht abbilden kann. Hier müsste man dann eben durch Schülerbeobachtungen ergänzen.

Diag_ScreenZu jedem Diagnosetest steht eine Auswertungstabelle für Excel/Calc zur Verfügung, die über eine dreifarbige Skala Rückschlüsse zulässt, welche Teilbereiche der des Themenkomplexes noch problematisch sind. Hierbei wird grundsätzlich für jede richtig gelöste Rechnung ein Punkt vergeben. Mit Hilfe der Punkte wird somit keine Wertigkeit zwischen verschieden schwierigen Aufgabentypen dargestellt. Die Bepunktung dient lediglich dazu zu ermitteln, wie hoch der Anteil richtiger Lösungen einer Aufgabenform ist. Es wird also ermittelt, wie sicher der Lernende einen bestimmten Aufgabentyp bereits lösen kann.

Die Ergebnisse des Mini-Tests könnten dann Grundlage für die weitere (Förder-)Planung innerhalb der Reihe sein. Welches Kind benötigt weitere Hilfen? Hilfen, die vielleicht außerhalb des eigentlich geplanten unterrichtlichen Rahmens liegen? Welches Kind ist schon hinreichend fit und kann die Zeit nun effektiver mit anderen Aufgabenstellung nutzen?

Die Erstellung derartiger Tests in Tutory ermöglicht es, dass alle interessierten Lehrkräfte die Tests mit wenigen Klicks an ihre Bedürfnisse anpassen können.

Was meint ihr? Macht sowas Sinn oder kann man sich diese Arbeit sparen?

Kurz vorgestellt: tutory.de

Gestern ist ein neuer Onlinedienst ans Netz gegangen, der die Arbeit von Lehrer*innen ein wenig erleichtern möchte. Hinter tutory.de verbirgt sich ein Online-Editor für Arbeitsblätter, die dort gezielt als OER (open educational ressources) erstellt und veröffentlicht werden können.

Aus meiner Sicht war ein derartiges Tool überfällig. Erklärtes Ziel von OER-Materialien ist es, diese unter freien Lizenzen zugänglich und bearbeitbar zu machen. Doch gerade die Möglichkeit zur Bearbeitung stellt eine relativ hohe Hürde dar. Ich selbst erstelle meine Arbeitsmittel gerne mit Publisher. Damit stehe ich jedoch relativ einsam da. Die Mieze-Mia-Hefte beispielsweise veröffentliche ich immer auch als Publisher-Datei, jedoch werden diese kaum genutzt. Deutlich höheren Zulauf haben die PDF-Dateien, die sich aber nicht mehr (bzw. kaum) bearbeiten lassen. Zeitweise bin ich aus diesem Grund auf LibreOffice umgestiegen, welches kostenlos verfügbar ist. Die Arbeit mit diesem Programm war jedoch für mich eine Qual und die Quelldateien wurden auch hier kaum genutzt. Daher habe ich diesen Exkurs schnell wieder abgebrochen. Auch wenn ich meine Dateien also bisher unter freier CC-Lizenz veröffentlicht habe, war bei Bearbeitbarkeit nicht zufriedenstellend gesichert.

Mit Tutory nun habe ich die Möglichkeit alle Arbeitsblätter auch immer automatisch in einer bearbeitbaren Version anzubieten. Jedes Arbeitsblatt kann dort wahlweise als PDF heruntergeladen werden oder als Vorlage für ein neues Arbeitsblatt dienen. Kleine Tippfehler lassen sich auf diese Weise ebenso schnell ausbessern, wie auch eine größere Veränderung als Anpassung an die Lerngruppe.

Der Arbeitsblatteditor ist schon erstaunlich weit gediehen. Textfelder lassen sich einfügen und (fast) frei platzieren, Grafiken und Lineaturen lassen sich auch einbinden. Die Bedienung ist wirklich intuitiv und einfach. Ich möchte an dieser Stelle gar keine großartigen Erklärvideos oder Screenshots anbieten, sondern einfach dazu einladen, es einmal zu testen. Die Registrierung ist kostenlos und einfach. Die ersten vorzeigbaren Ergebnisse hat man schnell zusammen. Bei mir ist es ein kleines AB mit einem Lesestrategietraining geworden.

Bei aller Euphorie wird Tutory aber (noch) nicht meinen Publisher ablösen. So besteht bisher noch keine Möglichkeit die Schriftgröße- oder Schriftart bzw. den Zeilenabstand anzupassen. Diese Funktion halte ich jedoch für elementar wichtig, wenn es um Arbeitsmaterial für Grundschüler geht. Auch lassen sich noch keine Tabellen einfügen. Dies sind jedoch alles Funktionen, die wohl bereits in Arbeit sind und nach und nach ergänzt werden. Von daher bin ich sehr gespannt, welchen Weg Tutory gehen wird. ich werde es mit Sicherheit regelmäßig nutzen und damit erstelltes Material hier und anderswo nutzen.

#Krimi zum Zweiten: Krimis untersuchen

Neben der Arbeit im Lesetagebuch verwende ich parallel ein Werkzeug, dass ich bereits im März einmal ausführlich vorgestellt und begründet hatte: den Geschichtenplaner. Diesen habe ich nun ein wenig modifiziert und habe dabei die spezifischen Charakteristika einer Krimigeschichte integriert.

page1-530px-Krimiplaner.pdf

Die Kinder untersuchen mit Hilfe des Krimiplaners den Krimi im Anschluss an des Lesen der Lektüre in Bezug auf folgende Fragestellungen:

  • Welche Orte spielen in der Geschichte eine Rolle? Welche Tatorte gibt es?
  • Wer sind die Protagonisten (das Ermittlerteam)?
  • Wer ist der Täter? Welche weiteren Verdächtigen gibt es?
  • Wie beginnt der Krimi? Welches Verbrechen wird verübt?
  • Wie laufen die Ermittlungen ab? Welche Schritte unternimmt das Ermittlerteam auf dem Weg zur Lösung?
  • Wie wird der Täter überführt? Welche Lösung hat die Geschichte/der Fall?

Diese Untersuchungsschwerpunkte lassen sich in vielen, aber mit Sicherheit nicht in allen Kriminalromanen für Kinder wiederfinden. Die Geschichten von Lasse und Maja, dich ich im letzten Beitrag kurz vorgestellt hatte, passend jedoch hervorragend in dieses Raster.

Mit der Verwendung dieses Planers möchte ich jedoch nicht nur das Verständnis des gelesenen Buches unterstützen, sondern auch die Entwicklung eigener Kriminalgeschichten anbahnen. Der Krimiplaner soll nämlich auch als Planungsraster für die Textproduktion der Kinder dienen. Dazu folgen eine Gedanken am Wochenende.

#Krimi zum Ersten: Das Lesetagebuch

Da ich die Weihnachtszeit derzeit dazu verwende mit meiner Lerngruppe rund um das Thema „Krimi“ zu arbeiten, möchte ich an dieser Stelle ein paar meiner Gedanken zu diesem Themenkomplex vorstellen.

Grundlage der Reihe war die Lektüre „Das Schulgeheimnis“ aus der LasseMaja-Reihe von Martin Widmark (die ich wirklich sehr empfehlen kann). Hierzu haben wir Teile des Lesebegleitheftes aus dem Beltz-Verlag bearbeitet, aber auch im Lesetagebuch gearbeitet. Der Vorteil des Lesetagebuchs liegt insbesondere darin, dass hier jedes Kind recht individuell nach seinen Lernvoraussetzungen arbeiten kann. Dies setzt natürlich voraus, man sich einerseits darüber bewusst ist, auf welchem Lesekompetenzniveau sich die Schüler*innen befinden, und man andererseits auch Aufgabenstellungen anbietet, die diese Niveaustufen berücksichtigen.

Ich arbeite daher schon seit einigen Jahren mit einer kleinen Kartei aus inzwischen 25 Aufgaben, die ich jedoch je nach Anwendungsfall (deutlich) reduziert anbiete. Hierbei werden sowohl verschiedene Arbeitsformen, als auch verschiedene Anforderungsniveaus angeboten.

Dieses Lesetagebuch ist von den Aufgabenstellungen her recht allgemein gehalten, so dass es sich auf eine große Bandbreite narrativer Texte übertragen lässt. Allerdings erscheint es mir durchaus sinnvoll auch ganz bewusst solche Aufgaben anzubieten, die die spezifischen Elemente einer Textsorte in den Blick nehmen, auch weil diese Elemente eine große Rolle spielen, wenn Schüler eigene Kriminalgeschichten produzieren sollen. So können die Schüler*innen direkt am Modell erfahren, welche Möglichkeiten der Umsetzung textsortenspezifischer Merkmales es gibt.

Daher habe ich für die Arbeit mit den Krimis einige wenige Aufgabenstellungen erarbeitet und in einer separaten Datei in das Grundschullernportal gestellt. Hier dürfen sich die Kinder nun mit der Frage nach Verdächtigen und deren Motiven auseinandersetzen, Bilder von Tatorten und Beweismitteln anfertigen, den Kriminalfall in einem Zeitungsbericht aufarbeiten oder das Ermittlerteam genauer vorstellen.

Weitere Elemente und Gedanken zur Reihe rund um den Krimi folgen im Laufer der Woche.

 

#ded15: Ein paar Gedanken im Nachgang

Gestern fand in Köln zum dritten Mal der Digital Education Day statt, ein Barcamp rund um die Themenbereiche „Digitales Lernen“ und „Freie Bildungsmaterialien“. 230 Teilnehmer informierten und diskutierten hierbei in 40 selbstorganisierten Workshops. Dazu gab es das gefühlt beste Schul-WLAN der Welt, hervorragendes Catering und anregende Diskussionen in den Pausen. Insgesamt eine ertragreiche Veranstaltung, die hoffentlich auch im nächsten Jahr stattfinden wird. Hier stelle ich nun einige meiner Eindrücke und Gedanken zur Diskussion. Weiterlesen