Learningapss: Apps überarbeiten

Für meinen Unterricht nutze ich immer wieder auch einmal Learningapps. Bisher habe ich die dort angebotenen App-Vorlagen immer mit den dort angebotenen Hausmitteln verändert. Doch heute kam ich an einen Punkt, an dem mich dies nicht mehr weiter gebracht hat. Ich wollte eine App zur phonologischen Bewusstheit erstellen: Wörter auf bestimmte Laute abhören und entsprechend zuordnen. Dazu sollte ein Bild angezeigt und durch die Kinder in der passenden Kategorie abgelegt werden. Als Unterstützung wollte ich die Text-to-Speech-Funktion von Learningapps nutzen, über die man das zum Bild gehörende Wort vorlesen lassen kann. Dazu zeigt Learningapps in der Ecke der Bildkarte ein Icon an. Fährt man mit dem Finger über das Icon, dann wird das Wort vorgelesen. Leider wird dabei aber auch das Wort selbst angezeigt. Pfiffige Kinder sehen dann den Buchstaben und müssen gar nicht mehr genau hinhören, ob und an welcher Stelle der Laut vorkommt.

Das wollte ich gerne ändern. Martina Grosty (@mgrosty) hat mir den entscheidenen Tipp gegeben. Unter jeder (fertigen) Learningapp wird der Link „Developer Source“ angeboten, mit dem man den Quellcode der App herunterladen kann. Dieser besteht im wesentlich aus einer Javascript-Datei und einem Stylesheet. Meine Programmierkenntnisse sind wirklich nur rudimentär, aber sie haben gereicht, um im Quellcode die Stelle zu finden, an der das Wort in der Hinweisbubble erzeugt wird:

(card.parameter.hint !== „“ ?
‚<span class=“hintbtn hintbtn_’+card.parameter.media+‘ popovers“‚+
‚ data-container=“#cardsOverlay“ data-toggle=“popover“ data-placement=“auto“‚+
‚ data-content=“‚+AppClient.linkifyText(card.parameter.hint).replace(/“/g,’&quot;‘)+'“>’+
‚<span class=“glyphicon glyphicon-info-sign infoicon“></span></span>‘
: “)+

Hieraus habe ich dann einfach folgendes gemacht:

card.parameter.hint !== „“ ?
‚<span class=“hintbtn hintbtn_’+card.parameter.media+‘ popovers“‚+
‚ data-container=“#cardsOverlay“ data-toggle=“popover“ data-placement=“auto“‚+
‚ data-content=“Höre genau“>’+
‚<span class=“glyphicon glyphicon-info-sign infoicon“></span></span>‘
: “)+
card.innerHTML+'</div>‘);

Und schon hatte ich die App, die ich haben wollte. Den fertigen Code haben ich dann über die Entwickler-Tools (https://learningapps.org/develop) in ein neues Projekt importiert, so dass ich danach auf Grundlage dieses Codes neue Apps erstellen kann.
Hier zeigt sich, welche große Stärke die Offenheit von Learningapps ist. Ich kann nicht nur jede App inhaltlich an meinen Unterricht anpassen, sondern auch (mit ein paar Programmierkenntnissen) funktionale Veränderungen vornehmen. Ich bin begeistert!

Anmerkungen: Die Bilder aus den Apps sind von Frau Locke. Hier können die Lizenzbedingungen zur Verwendung der Bilder nachgelesen werden!

Alles neu bei Antolin

Vorab der Hinweis: Ich bekomme für diesen Beitrag KEIN Geld von Westermann.

Zum Thema: Antolin hat (nach einer gefühlten Ewigkeit) ein komplett neues Outfit bekommen: frisch und modern. Mit diesem Outfit geht aber auch einher, dass Antolin viel neue Funktionen erhalten hat.

Unsere Schule nutzt Antolin schon seit über 10 Jahren. Kam es am Anfang noch sehr gut bei den Schülern an, so hat die Attraktivität in den Jahren immer weiter abgenommen. Ob es am altbackenen Design lag? Wohl eher nicht. Ich vermute, dass wohl die digitale Konkurrenz immer größer geworden ist. Früher hatte Antolin ein (mehr oder weniger) Alleinstellungsmerkmal: Man durfte an den PC (und ins Internet!!!). Heute ist der PC und das Netz nichts besonderes mehr. Man konsumiert Youtube, Apps und Whatsapp .. da ist das Beantworten von Quizfragen vielleicht eher lästig. Zudem war die Darstellung von Antolin auf dem Tablet/Smartphone eher ungünstig und die Bedienung eher frickelig. Auf den bevorzugten Geräten der Kinder war Antolin also nicht mehr so gut nutzbar. Doch zumindest dies hat sich nun geändert.

Responsives Design

Antolin hat nun ein responsives Design, d.h. die Darstellung der Seite passt sich an die Größe des Bildschirms an. Auf vielen Webseiten ist das seit einigen Jahren üblich, Antolin hat sich dem bisher verschlossen. Nun erhält man aber auch auf dem Smartphone eine schöne Darstellung, die sich prima bedienen lässt. Die Darstellung ist übersichtlich, gut lesbar und frisch. (aus Copyrightgründen verzichte ich hier auf Screenshots)

Auch die Urkunden sind jetzt übrigens schicker (und verbrauchen leider noch mehr Tinte).

Fragen vorlesen

Bei dieser Funktion bin ich nicht sicher, ob sie auch schon vorher aktiviert war: Fragen (und Antworten) lassen sich nun vorlesen. Das ist natürlich vor allem für Erstleser eine nette Funktion. Dabei greift Antolin (vermutlich) auf die API von Google zurück, so dass eine computergenerierte Stimme den Text vorliest. Dies wirkt natürlich etwas unnatürlich und kommt bei Eigennamen oft an seine Grenzen. Aber im Allgemeinen durchaus hilfreich.

Die Funktion lässt sich in den Einstellungen übrigens ein- und ausschalten.

Orden

Zu den klassischen Quizfragen und den Lesefleißlisten gibt es nun auch Orden. Es gibt Orden verschiedener Gattungen (Freundschaft, Fantasy, Abenteuer, …) in drei Stufen (Bronze, Silber, Gold). Kinder, die besonders viele Bücher einer Sorte gelesen (und richtig beantwortet haben) erhalten dann diese Orden (automatisch) verliehen. Zudem kann man selbst Orden definieren, die man dann (manuell) verleihen kann.

Ich finde die Änderung durchaus gelungen, besonders die Tatsache, dass Antolin jetzt den Sprung auf mobile Endgeräte gepackt hat. Ich bin gespannt, ob Antolin dadurch bei uns einen Popularitätsschub erhalten wird.

Erklärvideos mit Adobe Spark erstellen

In einem meiner letzten Beiträge habe ich ja angedeutet, dass man mit Adobe Spark sehr schnell (einfach gestrickte) Erklärvideos zusammenbasteln kann. Ich hab ein kleines Video erstellt, in dem ich euch Spark kurz vorstellen möchte:

Ich halte Spark nicht nur für die eigene Videoproduktion für einigermaßen sinnvoll (wenn es schnell gehen muss/soll), sondern kann es mir durchaus auch in Schülerhand vorstellen. Spark gibt es zudem als App für iOs, so dass man mit Ipads/Iphones sehr einfach Videos erstellen kann, in die man selbstaufgenommene Videosequenzen oder Fotos einbinden kann. Zudem lassen sich aus einer großen (wirklich großen) Sammlung von Icons ganz leicht welche auswählen, die mann dann in das Video einbetten kann. Auf diese Weise lassen sich ganz simpel Geschichten animiert erzählen. Ich habe ein kleines Beispiel in das Video integriert, das aber leider nicht besonders gut ist. Vielleicht probiere ich sowas mal mit der Klasse aus.

Fragen, Anregungen und Ideen … wie immer in den Kommentaren gern gesehen!

Knobelkartei + Youtube = Erklärvideolösung

Die Knobelkartei von Mia wächst immer weiter. Gestern erschien schon die 67. Aufgabe. Mein Ziel ist es, bis zu den Sommerferien 100 Aufgaben für Klasse 3 und 4 zu schaffen. Nach den Sommerferien möchte ich mich dann an Klasse 1 und 2 setzen. Mit 100 Aufgaben kann man ja schonmal (mindestens) zwei Schuljahre lang eine Knobelei der Woche gestalten.

In Kommentaren und E-Mail-Anfragen wurde schon einmal nach einer Lösung zur Selbstkontrolle für die Schüler gefragt. Ich bin ehrlich: daran hatte ich bisher gar nicht gedacht, weil ich die Kartei als Knobelei der Woche einsetzen wollte und dort ja die Lehrkraft kontrolliert. Dafür sind dann auch die Lösungshinweise gedacht, die ich mit jeder Aufgabe veröffentliche. Für die Schülerhand möchte ich derzeit keine Lösungen erstellen.

Da ich mir aber derzeit ja ein paar Gedanken zu Youtube und Erklärvideos mache, habe ich mich heute morgen schnell hingesetzt mit Adobe Spark ein kurzes Erklärvideo zur aktuellen Knobelei der Woche erstellt. Sowas könnte ich mir schon eher vorstellen. Die Videos könnte man via QR-Code auf der Rückseite der Kartei verlinken.

Das Video war mit Adobe Spark in der Tat schnell erstellt. In einer Dreiviertelstunde war es „im Kasten“. Ich kann dieses Tool sehr empfehlen. Es ist kostenloses und bietet einige Grundfunktionen, um schnell aus Bildern, Videoschnipseln und Texteinblendungen ein Video zusammenzustellen. Ein kleines Musikarchiv bietet die Möglichkeit, das Video mit Musik zu unterlegen, zudem kann Text über ein Mikrofon eingesprochen werden. Das ganze wird über den Browser aufgerufen, so dass es sich plattformunabhängig nutzen lässt. Man kann es also mit Sicherheit auch sehr gut in schulischen Kontexten nutzen! Vielleicht erstelle ich dazu ja auch einmal ein Erklärvideo  😉

QR-Codes im Unterricht nutzen

Gestern Anfang Mai besuchte ich als Teilgeber das erste Grundschulbarcamp zu digitalen Medien, welches im krzn in Kamp-Lintfort veranstaltet wurde. Vorbereitet hatte ich sogar drei Sessions, allerdings habe ich dort „nur“ etwas zu BYOD in der Grundschule und zur Knobelkartei erzählt. Damit ich die PowerPoint zum Workshop nicht ganz umsonst erstellt habe, schreibe ich nun hier noch ein paar Zeilen dazu, wie man QR-Codes im Unterricht nutzen kann. Die hier skizzierten Ideen stammen nicht von mir, ich habe sie lediglich gesammelt und zusammengefasst. Weitere (gute) Artikel zu QR-Codes finden sich bei den Möwenleaks oder bei Alicia Bankhofer.

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Wortwolken im Lesetagebuch

Heute stelle ich noch einmal eine kleine Möglichkeit vor, wie sich das Lernen mit digitalen Medien einfach, unkompliziert und mit (fast) jeder technischen Ausstattung in den Unterricht integrieren lässt: Wortwolken für das Lesetagebuch. Eine Wortwolke (oder auch Wordcloud) ist eine grafisch aufbereitete Darstellung eines Textes bzw. einer Wortsammlung. Die Wörter sind in einer Wortwolke in verschiedenen Ausrichtungen und Größen dargestellt, wobei die Größe der Wörter in der Grundeinstellung aus der Häufigkeit resultiert, mit der ein Wort in einem Text vorkommt. Dieses Beispiel ist eine Wortwolke, die aus diesem Blogpost entstanden ist:

Für Wortwolken gibt es zahlreiche Generatoren im Netz, die in der Regel kostenlos und einfach zu bedienen sind. Aus einer Publikation der Stadtbücherei Frankfurt (die ich sehr empfehlen kann) stammt die Idee, diese Wortwolken für die kreative Auseinandersetzung mit Kinder- und Jugendliteratur zu nutzen. Diese Idee habe ich für die Lesetagebuchkartei adaptiert, die ich vor 6 Jahren begonnen habe.

Die Schüler*innen sollen auf wortwolken.com eine Wortliste zu ihrem gelesenen Buch anlegen. Dabei können sie jedem Wort noch zusätzlich noch eine „Gewichtung“ geben, wodurch das Wort dann größer dargestellt wird. Zudem kann der Wortwolke eine bestimmte Form gegeben werden, die im besten Fall auch gut zu dem Buch passt. Die fertig ausgedruckte Wolke kann dann in das Lesetagebuch eingeklebt werden.

Ich habe diese Methode bereits erprobt. Nach einer kurzen Einführung kamen die Kinder sehr gut mit der Bedienoberfläche klar. Ich habe jedoch auch ein Erklärvideo angelegt (und via QR-Code auf der Kartei verlinkt), damit sich in offeneren Unterrichtsszenarien selbstständig eine Erklärung der Methode ansehen können. Das Video eignet sich auch sehr gut, um als Lehrkraft einen Überblick über diese Methode zu bekommen. Daher habe ich mich hier jetzt (vergleichsweise) kurz gefasst.

Das Video und die Kartei stehen unter offener cc-by-sa-Lizenz, dürfen als in allen Kontexten genutzt und auch überarbeitet werden. Anmerkungen und Fragen zur Methode dürfen gerne in den Kommentaren Platz nehmen.

Knobelei der Woche auf der eigenen Schulhomepage

Inzwischen ist das von mir angedachte Knobelkartei-Projekt schon ein Stückchen gewachsen: aktuelle gibt es schon 17 Knobelaufgaben (für Klasse 3 und 4), verschiedenen Ausführungen der Kartei (samt Quelldateien) und eine Idee für die Nutzung im Unterricht. Nun bin ich heute eine weitere Idee angegangen: die Knobelei der Woche auf einer/unserer Schulhomepage. Ich werde dies noch einmal ausführlich dokumentieren, wollte aber hier schon einen ersten Eindruck geben (den man auch leicht auf die eigene Schulhomepage integrieren kann). Weiterlesen

Pimp your IWB – Whiteboards sinnvoller nutzen

Interaktive Whiteboards (im Volksmund oft Smartboards genannt, was falsch ist, denn man sagt ja auch nicht zu jedem Auto Mercedes) haben es nicht leicht in der Schule. So haben noch nicht einmal so richtig zur Verbreitung gefunden, da gibt es schon den Abgesang auf sie: zu teuer, zu anfällig, zu nutzlos. Ja, teuer sind sie. Vielleicht auch anfällig für Defekte, wobei ich dies von unseren Boards nicht behaupten kann. Aber nutzlos? Es kommt drauf an.

IWBs in der Grundschule

Um über die Frage des Nutzens reden zu können, muss man sich wohl die Alternative ansehen, über die im Allgemeinen geredet wird: ein Beamer und ein klassische Weißwandtafel. Damit habe ich immerhin ebenfalls keine Kreide mehr in der Tafel, ich kann Filme ansehen oder Internetseiten aufrufen, wann immer mir danach ist, ich kann über eine Doc-Cam Schülerergebnisse oder Druckvorlagen auf die Tafel projezieren und ich kann zu Hause vorbereitete Präsentationen oder Tafelbilder zeigen. Warum also ein IWB für viel Geld anschaffen?

Meine Antwort: Weil man mit einem IWB echte interaktive Elemente in den Unterricht integrieren kann. Und das muss man in der Grundschule deutlich häufiger, als an weiterführenden Schulen. Ein gutes Beispiel ist der Mathematikunterricht, wo ich in der Schuleingangsphase Mathematikaufgaben mit Rechenplättchen visualisiere, um sie behutsam von der enaktiven auf die symbolische Ebene zu bekommen. Mit interaktiven Übungen kann ich dies leicht bewerkstelligen, viel einfacher als mit herkömmlichen (und auch nicht billigen) Magnetplättchen für die Tafel. Ich kann gemeinsam mit den Schülern eine Mindmap entwerfen und diese einfach ein wenig verkleinern, wenn ich merke, dass der Platz nicht reicht. Und ich kann die Mindmap abspeichern und Stück für Stück den Lernzuwachs eintragen, der im Rahmen des Sachunterrichts entstanden ist. Einen Schülertext, den wir gemeinsam besprochen und Schreibtipps im Text des Schülers gemeinsam eingetragen haben, drucke ich einfach schnell aus, so dass der Schüler seinen ursprünglichen Text dann auf Grundlage der Tipps überarbeiten kann – auch wenn die Tafel schon ausgeschaltet ist. In einer Teilreflexion am Ende der Stunde können Schüler ihren Wissenszuwachs mit Hilfe einer interaktiven Übung selbst Überprüfen – das Feedback kommt nicht von der Lehrkraft, sondern vom Programm – und den Mitschülern. Und dank des großen Bildschirms können alle gleichermaßen gut sehen.

Gerade diese interaktiven Elemente sind es, die den Nutzen des IWB für mich ausmachen. Wenn ich es jedoch nur als digitale Variante des Kreidemonsters nutze (und ich befürchte, dass es KollegInnen gibt, die das tun), dann entsteht nur ein geringer Mehrwert: es staubt nicht mehr so – und ist schneller gewischt.

Interaktive Übungen erstellen – nur wie?

Unsere Schule arbeitet mit Boards der Firma Promethean, von daher kann ich nur über deren Software ActivInspire schreiben. Ich vermute aber mal, dass die Software der Konkurrenten ähnliche Features besitzt – oder eben auch nicht. Interaktion heißt dort nämlich vor allem, dass man Dinge auf dem Tafelbild verschieben kann. Auf diese Weise kann man z.B. einen Lückentext erstellen, bei dem man Wörter in die vorbereiteten Lücken schieben kann (schon das geht auf der Kreidetafel nicht). Nur leider erfolgt keine Rückmeldung durch das Programm. Es muss also entweder der Lehrer neben der Tafel stehen, der sagt: „Ja, das stimmt“ oder man baut (umständlich) Möglichkeiten zur Selbstkontrolle ein (z.B. indem die richtige Lösung auf einer zweiten Seit des Tafelbilds steht). Ich kann Tafelbilder erstellen, bei dem eine Auswahl an Wörtern nach bestimmten Kriterien sortiert werden muss (z.B. nach der Wortart), aber das Feedback dazu erfolgt nicht automatisch. Irgendwie ist da Interaktion nur halbherzig gedacht worden.

In einem gewissen Rahmen erlaubt ActivInspire die „Programmierung“ von Interaktionen der Art „Wenn du das Rechteck anklickst, dann verstecke den Text“, aber die Dauer für die Erstellung solcher „Spielereien“ und der Nutzen im Unterricht stehen für mich in keinem guten Verhältnis.

Zu vielen Lehrwerken gibt es inzwischen vorgefertigte interaktive Tafelbilder. Sie gehen schon einen Schritt weiter und greifen dabei natürlich auch immer die Darstellungsformen des Lehrwerks auf (was auch nicht unwichtig ist), aber überzeugt haben mich diese Programme bisher auch noch nicht.

Eine kostenlose und ertragreiche Lösung habe ich für mich in (inzwischen) zwei Diensten gefunden. Learningapps und H5P. Zu Learningapps habe ich schon einen umfassenden Artikel auf wirksame.schule geschrieben, in dem ich alle Übungsformate vorgestellt habe, die man dort (kostenlos und intuitiv) erstellen kann. Auf der Seite des Projekts H5P kann man sich ebenfalls kleine Lernapps erstellen (wenn auch noch nicht ganz so viele). In den kommenden Tagen will ich dazu noch mehr schreiben.

Der eigentlich Punkt ist: diese Übungen/Apps kann man vollständig in der Tafelsoftware ActivInspire integrieren. Sowohl bei Learningapps, als auch bei Übungen der Seite H5P wird ein Code unter der jeweiligen App angezeigt, mit dem man die App in bestehende Internetseiten einbetten kann. Der Clou: diesen Code kann man auch in ActivInspire verwenden. Hierzu geht man auf „Einfügen“ -> „Verknüpfung“ -> „Eingebettetes HTML“. Dann öffnet sich ein kleines Fenster, in das man den kopierten Code von Learningapps oder H5P einträgt. Und schon wird die Lern-App innerhalb der Tafelsoftware angezeigt. Sie ist also in mein sonstiges Tafelbild integriert. Durch die Vielzahl an Übungen kann ich so auf die Schnelle sehr viele interaktive Tafelbilder erzeugen, die immer auch ein automatisiertes Feedback an die Schüler geben, auch wenn der Lehrer nicht daneben steht.

Aus meiner Sicht gewinnt das IWB damit (in der Grundschule) noch einmal deutlich dazu.

Update: Hier nun ein kleines Tutorial zum Einfügen der Apps

Vielleicht möchten sich ja Nutzer anderer Boardhersteller dazu äußern, ob es in ihrer Boardsoftware eine ähnliche Funktion zum Einbetten von Apps gibt.

digital-kreatives Arbeiten mit Kinderliteratur – Folge 1: Szenen mit Audioguide

Wie bereits in der letzten Woche erwähnt, fand unsere vergangene Projektwoche als Lese-Projektwoche statt. Als Projektthema hatte jede Klasse ein Buch, zu dem es über verschiedene Zugänge arbeitete. Eine solche Projektwoche führen wir an unserer Schule alle vier Jahre durch. Bisher waren die Angebote, die von Lehrkräften (und Schülern) erdacht, entwickelt und umgesetzt wurden, ausschließlich im analogen Umfeld beheimatet: Lesekisten entwerfen, Kunstwerke zum Buch, Theaterstücke, mathematische Aufgabenstellungen aus dem Buch entwickeln, thematische passende Bewegungslandschaften in der Turnhalle, … das Angebot an Umsetzungsmöglichkeiten war immer breit gefächert, aber eben analog. Doch in diesem Jahr wurde es digital. Nicht nur durch die Stop-Motion-Filme (sie wären im Grunde dann Folge 2 dieser Serie), sondern auch durch eine Kollegin, die eine wunderbare Idee aus dem analogen Methodenspektrum aufgegriffen und digital „gepimpt“ hat. Ich nenne die Methode einfach mal „Szenen mit Audioguide“

Worum es geht

Zu ausgewählten Szenen eines Buch (in diesem Fall Momo) werden „Räume“ gestaltet. Diese Räume können Schuhkartons sein, in den mit Figuren (Lego, Playmobil, selbst gebastelt, …) und Requisiten eine Szene des Buchs nachgebaut wird. Es können aber auch kleinere oder größere Abschnitte des Klassenraums sein, in denen die Szenen nachgestellt werden. Die genaue Umsetzung richtet sich vor allem nach der Kreativität der Kinder, nach der Verfügbarkeit von Materialien und dem Platzangebot.

Anschließend haben die Kinder ihren Abschnitt des Buchs für einen Lesevortrag eingeübt (hier gibt es dazu übrigens einen schönen Beobachtungsbogen). Diese Lesevorträge wurden dann mit Tablets und Smartphones aufgenommen und als MP3-Datei abgespeichert. Alle Dateien wurden dann auf unserer Schulhomepage veröffentlicht, allerdings vorerst ohne Angabe, welche Datei zu welcher Szene gehörte.

Am Präsentationstag wurde dann im Klassenraum ein offenes WLAN eingerichtet, damit die Eltern mit ihren Smartphones auf jeden Fall schnellen Internetzugang hatten. Über einen QR-Code gelangten die Eltern direkt auf die entsprechende Seite unserer Homepage, wo sie sich dann Stück für Stück die MP3-Dateien anhören konnten. Dabei gingen sie im Klassenraum umher und mussten/konnten sich dann jeweils entscheiden, welche der aufgebauten Szenerien denn wohl zu dem Lesevortrag gehörten, den sie gerade am Ohr hatten. An den Szenarien selbst war denn eine Möglichkeit zur Selbstkontrolle angebracht.

Was man braucht

Die Methode lässt sich auf jedes Buch übertragen. Die nötigen Requisiten finden sich zumeist auch in den Kinderzimmern der Schülerinnen und Schüler. Ansonsten lässt sich vieles auch ganz leicht basteln.

Für die Aufnahme der Lesevorträge braucht es ein (ganz einfaches) Tablet oder Smartphone. Sowohl für Android, als auch für iOS gibt es kostenlose Apps, die Sprachaufnahmen im MP3-Format erlauben und sehr einfach zu bedienen sind. Damit können die Schüler in der Regel auch in Eigenregie die Aufnahmen durchführen. Sollte die eigene Schule noch keine Tablets haben: Kinder (und Eltern) sind erfahrungsgemäß gerne bereit, (ältere) Geräte von zu Hause mitzugeben.

Für die Veröffentlichung der Tonaufnahmen haben wir unsere Schulhomepage genommen, die auf WordPress basiert. Dort lassen sich MP3-Dateien einfach per Drag-und-Drop in eine Seite integrieren. Dort werden sie dann direkt mit einer Steuerleiste (Lautstärke, Start, Stop) angezeigt (auch auf Smartphones, also responsive). Der Veröffentlichung hat in diesem Fall die Klassenlehrerin übernommen. Die MP3-Dateien hat sie mit USB-Kabeln auf den Klassen-PC übertragen. Sollte die schuleigene Homepage nicht zur Verfügung stehen, kann man sich auf wordpress.com ganz leicht (und kostenlos) einen eigenen Blog einrichten.

Für die Präsentation ist ein WLAN im Klassenraum hilfreich. Smartphones haben eigentlich alle Eltern dabei gehabt. Für interessierte Schüler aus anderen Klassen haben wir zudem einige ältere Tablets gesammelt und als Leihgerät bereitgestellt. Ohne WLAN müssen die Eltern dann eben auf ihre Internetflats zurückgreifen. Um Links zu WLAN und Internetseite möglichst simpel zu halten, haben wir auch QR-Codes ausgehangen.

Worauf man achten sollte

Technische Stolperstellen gibt es wenige, da das Digitale hier (eigentlich) nur am Rande eine Rolle spielt, aber dennoch etwas möglich macht, was mit herkömmlichen Medien kaum möglich gewesen wäre.

Bei der Durchführung sollte man neben dem Klassenraum noch Zugriff auf weitere, stille Räume/Ecken der Schule haben, damit die Aufnahmen der Lesevorträge störungsfrei ermöglicht werden. Sollte es zu dem gewählten Buch auch einen Film geben, so würde ich diesen Film immer erst nach der Durchführung ansehen, um die Kreativität der Kinder bei der Gestaltung der Szenen nicht zu beeinflussen.

Wie sieht es aus, wenn es fertig ist?

Ein Beispiel ist noch auf unserer Schulhomepage zu sehen. Inzwischen sind Fotos der Szenerien mit den Tondateien verknüpft, so dass man sich auch einen Eindruck davon machen kann, wie kreativ Kinder bei der Umsetzung der Buchteile sein können.

Knobeln: offen und digital (und kein #Geheimprojekt)

Material erstelle veröffentliche ich eher selten. Und wenn, dann eben erst am Ende des Erstellungsprozesses, als fertiges Produkt. Dies zwar meist als (echtes) OER, also auch mit den Quelldateien, aber eben erst, wenn es fertig ist. Dieses mal möchte ich schon ganz am Anfang „teilen“, damit das fertige Produkt nachher möglichst gut wird. Es soll um Knobelaufgaben im Mathematikunterricht gehen.

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