Mia knobelt – mal schriftlich

Wie bereits im Etherpad angekündigt habe ich an einem Knobelheft zur schriftlichen Multiplikation mit einstelligen Faktoren gearbeitet. Dies ist insbesondere für die Kinder gedacht, die das Verfahren als solches (schnell) begriffen haben und als Übungsaufgabe eine kleine/große Herausforderung brauchen. Der Fokus bei der Bearbeitung liegt dann als nicht mehr auf dem Algorithmus, sondern auf der jeweiligen Aufgabenstellung. Zusammen mit dem Heft der vorletzten Woche hat man dann ein wenig mehr Differenzierungsmöglichkeiten. Das Heft ist wie immer im Wiki der ZUM verfügbar, wie immer als Open Educational Ressource. Nutzt es, verteilt es, verändert es.

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Kurzes Update: PDF-Vorschau zu allen Mia-Heften

Ich habe dank eines neue entdeckten, kostenlosen Plugins eine PDF-Vorschau zu allen 59 Mia-Heften auf diesem Blog einbauen können.Diese ist nun auf einer eigenen Mia-Seite zu finden. Unter jeder PDF-Vorschau ist dann der Link zum Wiki der ZUM, wo man dann sowohl die PDF-Datei, als auch die Quelldatei herunterladen kann. Jeder ist ausdrücklich dazu eingeladen, die Hefte zu überarbeiten, neue Hefte zu erstellen und die wieder zu veröffentlichen. Auch wenn dies bisher 0 mal geschehen ist, so habe ich noch immer Hoffnung, dass irgendwann mal jemand diese Möglichkeit nutzt.

Ideen zu bestehenden oder neuen Mia-Heften kann man übrigens auch in diesem Etherpad eintragen: HIER ENTLANG.

Kurzes Update: Mia und was man mit Mia darf

Da ich heute ein kleines Mia-Heft zur schriftlichen Multiplikation mit einstelligen Faktoren im Wiki der ZUM veröffentlicht habe, wollte ich noch einmal darauf hinweisen, dass alle Mia-Hefte unter einer creative-commons-Lizenz veröffentlicht sind. Dies bedeutet, dass man die Hefte nicht nur im Unterricht verwenden darf, sondern man darf darüber hinaus

  • das Heft an anderen Stellen zum Download anbieten (wenn der ursprünglich Autor – als ich – und die Lizenz dabei genannt wird). Dabei spielt es keine Rolle, ob des eine Dropbox, eine Facebookgruppe oder eine eigene Homepage ist – verbreitet Mia nach Lust und Laune weiter!
  • das Heft bearbeiten (darum biete ich auch immer die Quelldateien mit an).
  • die Bearbeitung wiederum veröffentlichen.
  • die Hefte – ob gedruckt oder als PDF – verkaufen.

Mir ist vor allem wichtig, dass Mia eine weiter Verbreitung hat. Dabei ist es mir egal, auf welchem Weg Mia durch die Welt kommt.

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Dieses Heft im Wiki der ZUM herunterladen

Grüffelo, Grüffelokind und Stockmann

Das ZDF hat am Heiligabend drei wunderbare Animationsfilme zu Büchern von Axel Scheffler und Julia Donaldson gezeigt: der Grüffelo, das Grüffelokind und Stockmann. Die Filme sind jeweils 30 Minuten lang, halten sich sehr eng die Buchvorlage und sind technisch wie auch erzählerisch hervorragend umgesetzt. Man kann sie derzeit noch für 3 Tage in der Mediathek ansehen. Mit dem kostenlosen Programm „Mediathek View“ kann man sich die Filme auch legal auf den eigenen Rechner herunterladen und dann weiter verwenden. Ich kann dies nur empfehlen!

Soma, Tetrodomo und Co.

In den Ferien habe ich es endlich geschafft, meine Grafiken zum Soma-Würfel bei openclipart.org hochzuladen. Es sind 74 Darstellungen von Würfelgebäuden zum Nachbauen, sowie diverse Darstellungen der einzelnen Somateile. Die Grafiken sind als public domain veröffentlicht, können also zu allem und jedem verwendet werden. Mit Hilfe des Editors von openclipart kann man die Grafiken auch online bearbeiten, praktischer ist es es jedoch mit dem Programm inkscape (mit dem ich die Grafiken auch erstellt habe).

Im Grundschullernportal habe ich vor einiger Zeit auch eine kleine Sammlung mit Links rund um den Somawürfel angelegt, die gerne ergänzt werden darf.

Alle Gebäude lassen sich nicht nur mit den Soma-Teilen nachbauen, sondern auch mit den Tetrodomo-Steinen. (siehe Darstellung im Kopfbild dieses Artikels) Diese habe ich vor den Sommerferien einmal in der Klasse erprobt. Durch die Hinzunahme der Einzel- und des Doppelsteines wird das Nachbauen der Figuren natürlich wesentlich einfacher als bei den Somateilen. Ausführlich vorgestellt wird diese von Hans-Günther Senftleben erfundene Abwandlung des Somawürfels in einem Heft der Reihe mathematik differenziert. Dort werden folgende Übungsformate dargestellt:

  • Auf Grundlage eines Schrägbildes ein Bauwerk nachbauen (ggf. unter Benennung der zu verwendenen Bausteine)
  • Einen 3x3x3-Würfel auf Grundlage dreier Seitenansichten nachbauen.
  • Einen Quader auf Grundlage dreier Seitenansichten nachbauen (z.B. ein 2x5x3-Quader)
  • Ein komplexes Bauwerk auf Grundlage von Schrägbild und Seitenansichten nachbauen.
  • Einen Quader/Würfel selbst bauen und dazu Schräbild und Seitenansichten entsprechend einfärben.

Eine weitere Aufgabenstellung könnte sein, dass zu einem eingefärbten Bauplan (eine Draufsicht mit Angabe der Bauhöhe, bei der zusätzlich die Farbe des zuoberst liegenden Quaders angegeben ist) das entsprechende Gebäude nachgebaut werden muss. Hier kann zudem überlegt werden, ob die Aufgaben eindeutig zu lösen sind oder ob mehrere Möglichkeiten realisierbar sind.

Für die Freiarbeitsecke haben die Kinder nach einer Übungs- und Kennenlernphase verschiedene Aufgabenkarten zu den o.g. Typen erstellt, in dem sie selbst Bauwerke erfunden haben, diese mit nicht-eingefärbten Bauteilen nachgebaut und dann fotografiert haben. Zudem wurden Seitenansichten und Baupläne erstellt, die nun darauf warten nachgebaut zu werden.

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Die Lizenz zum Ärgern?

Seit Mitte Mai schwappt eine Meldung durch die Presse, die nun in (Teilen von) NRW auch in den Schulen publik gemacht wurde. Es geht um den Umgang mit Bildern (und im Grunde auch anderen Werken), die unter creativecommons-Lizenz (einer sogenannten cc-Lizenz) veröffentlicht wurden.

CC-Lizenz, was ist das?

Für eine ausführliche Erklärung empfehle ich die offizielle Seite der creative commons oder die Erläuterungen von Andreas Kalt. Kurz gesagt: Mit Hilfe einer CC-Lizenz kann ich meine Werke anderen Menschen kostenlos oder zum Kauf anbieten und ihnen dabei bestimmte Rechte einräumen. Gewissermaßen ist es ein vorgefertigter Kauf- bzw. Nutzungsvertrag, der dem Nutzer bestimmte Rechte einräumt. Eingeräumt wird immer das Recht, das Werk weiterzuverbreiten. Dabei muss immer der Name des Autors genannt werden. Die Weiterverbreitung kann nur in einem begrenzten Rahmen eingeschränkt werden: kommerzielle Nutzung kann bspw. ausgeschlossen werden oder die Bearbeitung des Werkes. Die Weitergabe als solches kann aber nicht weiter eingeschränkt werden, z.B. dass das Werk nur im Rahmen des Unterrichts an Schüler weitergeben werden darf.

Abmahnung droht

Elementarer Bestandteil der cc-Lizenzen ist jedoch immer, dass der Name des Autors mit Angabe eines Werktitels und mit Verweis auf die Lizenz erfolgen muss. Die Nennung sollte im besten Fall direkt am Werk erfolgen, kann aber auch im Rahmen eines Quellenverzeichnisses geschehen. Der viel wichtigere Punkt ist jedoch: der Autor kann Zusatzregeln für die Namensnennung festlegen. Er kann z.B. die Angabe eines Links zu seiner Homepage verlangen oder festlegen, dass die Quelle in jedem Fall am Werk genannt werden muss. Und exakt dies ist der Punkt, weswegen man auch wegen der an sich sehr offenen und freien cc-Lizenzen abgemahnt werden kann. Verstößt man gegen die Auflagen der Namensnennung, so verstößt man auch gegen die gesamte Lizenz. Hier sind zwei sehr aktuelle Fälle genannt, in denen es zu erfolgreichen Abmahnungen kam. Bislang betrifft es vor allem Bilder auf Homepages (auch Schulhomepages), es könnte aber auch durchaus Bilder in PDF-Dateien betreffen. Streng genommen könnte man auch für ein Arbeitsblatt abgemahnt werden, das man nur für seinen Unterricht erstellt hat und nur in diesem Rahmen verteilt hat.

Eine weitere Falle könnte sein, dass man selbst Material mit cc-Lizenz veröffentlichen will, darin aber Bilder verwendet, die nicht unter einer solchen Lizenz stehen. Wenn ich beispielsweise bei fotolia Bilder gekauft habe und in meiner Datei verwende, dann darf ich diese Datei nicht als cc-Material anbieten, da ich damit das Bild unterlizensieren würde, was bei fotolia nicht erlaubt ist.

Auf Nummer sicher gehen

Natürlich sind die Abmahnungen Einzelfälle. Aber dennoch ist Vorsicht geboten. Sollte dieses „Geschäftsmodell“ Nachahmer finden, könnte es sich für graue Schafe durchaus lohnen, bewusst Fallen im Internet zu stellen.

Wer cc-Material nutzen oder selbst welches erstellen will, der sollte sich zuvor unter den o.g. Links mit den Lizenzen beschäftigen. Mit dem Lizenzhinweisgenerator gibt es ein hilfreiches Tool, mit dessen Hilfe sich gültige Lizenzhinweise zu cc-lizensiertem Material erstellen lassen. Einfacher geht es kaum noch. Und dann hat man auch keine Lizenz zum Ärgern mehr.

Wissensforscher – Lernen mit digitalen Medien ritualisieren

Vor wenigen Tagen habe ich im Blog der Tigerklasse das Heftchen zu EM entdeckt. Das Gute daran war, dass Gabi es nicht als Download angeboten hat. Denn auf diese Weise musste ich mich selbst an die Erstellung eines solchen Heftchens machen und konnte es direkt ein wenig verändern. Keine Sorge: Ich habe das OK der Urheberin eingeholt.

WissensforscherWenn ich die Arbeit mit dem Heft, wie im Titel geschehen, als Lernen mit digitalen Medien deklariere, dann werden sich einige Hardliner und Vorkämpfer aus diesem Bereich müde lächelnd abwinken. Dort heißt Lernen mit digitalen Medien: Ebook-Erstellung, Dinge in Minecraft nachbauen, Blogs führen, Podcasts aufnahmen usw. usf. Ja, das würde ich auch gerne machen, keine Frage. Ich habe auch lange mit mir gerungen, ob ich das Heftchen wirklich als „Lernen mit digitalen Medien“ anpreisen möchte. Aber ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es doch zur Thematik passt. Denn mit Hilfe des Heftes kann ich immerhin drei Kompetenzen aus dem Medienpass NRW anbahnen:

  • Schülerinnen und Schüler wenden Basisfunktionen des Internets an (Angabe der vollständigen URL, Nutzung von Links, Suchmaschinen).
  • Schülerinnen und Schüler recherchieren unter Anleitung in altersgemäßen Lexika, Kindersuchmaschinen und Bibliotheksangeboten.
  • Schülerinnen und Schüler entnehmen Medien gezielt Informationen und geben sie wieder.

Natürlich nutzen die Kinder die digitalen Medien nur im begrenzten Umfang, nämlich um ein Arbeitsblatt mit den vom Lehrer gewünschten Informationen zu füttern (wie oldschool!), aber auch dabei können die Schüler schon etwas über den Umgang mit dem Medium Internet und den nötigen Endgeräten lernen. Jeder fängt mal klein an.

Das Heft selbst ist bewusst so angelegt, dass es sowohl offenere Rechercheaufgaben, als auch geschlossenere Aufgaben gibt, bei denen mögliche Quellen explizit benannt werden. Bei den offeneren Aufgabenstellungen ist es die Aufgabe der Schüler eine geeignete Quelle im Internet oder in Printmedien zu finden. Es wird also nicht per se ein bestimmtes Quellmedium eingefordert.

WissensforscherLinks werden in dem Heft als QR-Codes dargestellt. Auf diese Weise sollen die Schüler dazu angeregt werden, die Recherche mit ihren eigenen digitalen Endgeräten (Smartphone oder Tablet) durchzuführen. Auf diese Weise erfahren sie diese nicht nur als Spielgerät oder reines Unterhaltungsmedium, sondern auch als Hilfsmittel des Lernens.

In meinen Überlegungen dachte ich bereits darüber nach, ob man nicht zu einer gewissen Bandbreite an Themen solche Hefte gestalten kann und sich die Schüler dann nach persönlichen Vorlieben ihr Heft auswählen können, an dem sie im Rahmen der Freiarbeit/Wochenplanarbeit arbeiten möchten. Auf diese Weise ließen sich dann auch die Medieninseln in den Unterricht einbinden, die mancherorts ja ein eher staubiges Dasein fristen. Mal sehen wie sich die Arbeit mit dem Heft so bewährt und wer ggf. mithelfen möchte. Ich habe nämlich nicht nur eine PDF-Datei veröffentlicht, sondern auch die Quelldatei, die sich mit Publisher nach Herzenslust bearbeiten lässt.

Gespannt bin ich auch und vor allem auf kritische Rückmeldung … so ganz überzeugt bin ich von der Idee nämlich noch nicht.

Die Datei und alles weitere ist hier zu finden: Grundschullernportal

PS: Noch einmal ein dickes Danke an Gabi!!!

Lernarrangement Vorgangsbeschreibungen

Für das Grundschullernportal der ZUM habe ich versucht, meine fast abgeschlossene Reihe zu den Vorgangsbeschreibungen einmal als Lernarrangement darzustellen. Dabei wollte ich nicht nur bloß das gesammelte Material darstellen, sondern vor allem auch die dahinterstehende Idee und Verknüpfungen zu den Bildungsstandards der KMK herstellen (eigentlich wären Verbindungen zu den Kernlehrplänen hilfreicher, aber da es in Deutschland 16 verschiedene Lehrpläne gibt, erschienen mir die Bildungsstandards ein geeigneterer Anker).

Die entstandene Seite findet sich hier: http://grundschullernportal.zum.de/wiki/Vorgangsbeschreibung Sie darf gerne überarbeitet, ergänzt und diskutiert werden!

Rechtschreibkonferenzen

Für eine aktuelle Unterrichtsreihe habe ich mich heute auf die Suche nach Material zu Rechtschreibkonferenzen gemacht. Zuerst habe ich hierzu (natürlich) Tante google befragt. Dort fand ich jedoch in erster Linie den Verweis auf eine Konferenz aus dem Jahre 1901, in der eine gemeinsame Orthografie für den deutschsprachigen Raum festgelegt wurde. Das mag ein großer Meilenstein in der Geschichte der deutsche Sprache gewesen sein, traf aber nicht das, was ich suchte. Die Suche förderte zudem einige Konzepte und Schulprogramme zu Tage, die zwar alle brav darauf verwiesen, dass sie Rechtschreibkonferenzen durchführen, aber keine weitere Angaben dazu machten, wie sie durchgeführt werden. Von daher machte ich mir meine eigenen Gedanken:

Für mein Verständnis kann eine solche Rechtschreibkonferenz zwei Funktionen haben:

  1. einen (Schüler-)Text auf etwaige Fehler hin untersuchen und diese im besten Fall korrigieren.
  2. einen orthografisch korrekten Text auf besondere Schreibungen hin untersuchen und sich in einer Diskussion über die Begründung der Schreibung austauschen.

Ich war/bin auf der Suche nach Material zu Konferenzen nach dem zweiten Verständnis. Die erstgenannte Variante ist mit Sicherheit auch interessant, aber mit Sicherheit äußerst zeitintensiv. Ich könnte mir vorstellen, dass hier andere Methoden der orthografischen Überarbeitung effektiver sind.
Bei meiner weiteren Suche fand ich dann im letzten Heft der Reihe deutsch differenziert einen Artikel von Natalie Bors, die dort eine so verstandene Konferenz vorstellt. Dort arbeiten die Kinder mit einem vorgegeben Wortmaterial, welches sie Wort für Wort auf schwierige Stellen hin untersuchen. In einer gemeinsamen Diskussion werden dann Begründungen für die Schreibung notiert. Beim Wort Bäume beispielsweise wären B und äu die zu markierenden Stolperstellen. Das B kommt zustande, da es sich um ein Nomen handelt. Das äu kommt zustande, weil das Wort von Baum abgeleitet ist. (Anmerkung: es ist durchaus möglich, dass es sich hierbei um eine Idee von Beate Leßmann handelt. Sie ist zumindest in den Literaturangaben des Artikels benannt)

Das Ziel der Methode beschreibt Frau Bors folgendermaßen:

Der gegenseitige Austausch ist dabei ungemein wichtig, da jedes einzelne Kind nur so sein eigenes Gedankenrepertoire erweitern kann, um die Gedankengänge, die hier trainiert werden, später am eigenen Wortmaterial nutzen zu können. (deutsch differenziert 1/2016, S. 14)

Ich habe die Methode für die Zwecke meines Unterrichts abgewandelt. Der Konzeption unseres Sprachbuchs folgend sollen die Kinder die Konferenz auf Grundlage eines ganzen Lernwörtertextes durchführen. Zudem soll bei der Begründung Rückgriff die Symbole unserer Rechtschreibkonzeption genommen werden. Ich werde dies morgen einmal erproben. Ich bin gespannt, ob die Gruppen a) viele Stolperstellen erkennen und b) passende Begründungen für die Schreibung finden können. Für interessierte Lehrer*innen habe ich die Ablaufkarte mit dem Bild verlinkt.Rechtschreibkonferenz Lernwörtertext

Fundstück: Kartei Rechtschreiben

Auf der #didacta16 habe ich beim vpm-Verlag eine interessante Kartei mit dem Titel „Rechtschreiben“ gefunden. Ich bin zwar sonst kein allzu großer Karteien-Fan, aber hier hat mich die inhaltliche Gestaltung überzeugt. Vorab eine Anmerkung: Ich habe diese Kartei selbst gekauft und ich schreibe diese Vorstellung freiwillig.

Die Kartei gliedert sich in 7 Bereiche: Arbeitstechniken, Rechtschreibhilfen, Rechtschreibstrategien, Zeichensetzung, Rechtschreibgespür, geübte Wörter und Selbsteinschätzung. Zu jedem Bereich stehen mehrere Karten zur Verfügung, insgesamt sind es 60 Stück.

Im Bereich Arbeitstechniken gibt es Übungen zum Lernwörtertraining, zu Abschreibtechniken und zum Fehlerfinden. Hierzu stehen insgesamt 8 strategieorientierte Tippkarten bereit, mit denen die Lernenden beim Fehlerfinden unterstützt werden, indem sie zum Beispiel zur Untersuchung der Vokallänge oder zur Anwendung der Ableitungsstrategie angeregt werden. Insgesamt stellen die Tippkarten mit Sicherheit ein sinnvolles Hilfsmittel dar, wenngleich ich meine Zweifel habe, ob alle Lernenden die Geduld aufbringen können, alle Wörter eines Textes mit allen 8 Karten zu prüfen.

Im Bereich Rechtschreibhilfen wird vor allem die Verwendung des Wörterbuchs trainiert. Den größten Bereich machen die Karten zu den Rechtschreibstrategien aus. Hier werden die Groß- und Kleinschreibung, die Vokalkürze (bzw. -länge), die Verlängerungsstrategie und die Ableitungsstrategie trainiert. Großes Plus: Jede Übung ist immer mit einer „Regel“ oder einem „Merksatz“ verknüpft. Es geht also beispielsweise keinesfalls um stures Abschreiben von möglichst vielen Wörtern mit Doppelkonsonanten, sondern um bewusste Untersuchung der Wörter unter Berücksichtigung der Regel „auf einen kurzen Vokal folgen fast immer zwei Konsonanten“.

Besonders angetan bin ich von den Karten zum „Rechtschreibgespür“. Hier gibt es u.a. Übungen, bei denen die Lernenden die Schreibung von Wörtern unter Berücksichtigung der Regeln und Merksätze begründen sollen. Beispielsweise soll begründet werden, warum Nussschale mit „sss“ geschrieben wird. Diese Übungsform taucht auch beim „Dicken Brocken“ auf, hier jedoch im Klassenverband. Auch bei dieser Übung können die Kinder mit den Tippkarten arbeiten.

Im Bereich geübte Wörter können die Lernenden eine Vielzahl von Merkwörtern üben, die keiner Rechtschreibstrategie unterliegen, wie zum Beispiel die Wörter mit Doppelvokal. Die letzte Karte ist ein Selbsteinschätzungsbogen, über die die Schüler die für sie passenden Übungskarten finden können.

Die Kartei ist eines der wenigen Arbeitsmittel zur Rechtschreibung, die in dieser Dichte auf die Bewusstmachung von Rechtschreibregeln bzw. Rechtschreibstrategien setzt. Während es in vielen Arbeitsheften und -karteien hauptsächlich um das stumpfe Abschreiben von Wörtern geht, wird hier die Reflexion über Schreibungen angeregt. Als alleiniges Arbeits- bzw. Hilfsmittel für die Klassen 2 bis 4 ist die Kartei mit Sicherheit nicht ausreichend. Dafür bietet sie zu wenige Übungen. Aber sie ist mit Sicherheit eine sinnvolle Ergänzung. Zudem lässt sie sich mit ggf. vorhandenen Konzepten wie FRESCH oder Sommer-Stumpenhorst kombinieren, da sie selbst keine Symbole o.ä. verwendet.