#Krimi zum Zweiten: Krimis untersuchen

Neben der Arbeit im Lesetagebuch verwende ich parallel ein Werkzeug, dass ich bereits im März einmal ausführlich vorgestellt und begründet hatte: den Geschichtenplaner. Diesen habe ich nun ein wenig modifiziert und habe dabei die spezifischen Charakteristika einer Krimigeschichte integriert.

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Die Kinder untersuchen mit Hilfe des Krimiplaners den Krimi im Anschluss an des Lesen der Lektüre in Bezug auf folgende Fragestellungen:

  • Welche Orte spielen in der Geschichte eine Rolle? Welche Tatorte gibt es?
  • Wer sind die Protagonisten (das Ermittlerteam)?
  • Wer ist der Täter? Welche weiteren Verdächtigen gibt es?
  • Wie beginnt der Krimi? Welches Verbrechen wird verübt?
  • Wie laufen die Ermittlungen ab? Welche Schritte unternimmt das Ermittlerteam auf dem Weg zur Lösung?
  • Wie wird der Täter überführt? Welche Lösung hat die Geschichte/der Fall?

Diese Untersuchungsschwerpunkte lassen sich in vielen, aber mit Sicherheit nicht in allen Kriminalromanen für Kinder wiederfinden. Die Geschichten von Lasse und Maja, dich ich im letzten Beitrag kurz vorgestellt hatte, passend jedoch hervorragend in dieses Raster.

Mit der Verwendung dieses Planers möchte ich jedoch nicht nur das Verständnis des gelesenen Buches unterstützen, sondern auch die Entwicklung eigener Kriminalgeschichten anbahnen. Der Krimiplaner soll nämlich auch als Planungsraster für die Textproduktion der Kinder dienen. Dazu folgen eine Gedanken am Wochenende.

#Krimi zum Ersten: Das Lesetagebuch

Da ich die Weihnachtszeit derzeit dazu verwende mit meiner Lerngruppe rund um das Thema „Krimi“ zu arbeiten, möchte ich an dieser Stelle ein paar meiner Gedanken zu diesem Themenkomplex vorstellen.

Grundlage der Reihe war die Lektüre „Das Schulgeheimnis“ aus der LasseMaja-Reihe von Martin Widmark (die ich wirklich sehr empfehlen kann). Hierzu haben wir Teile des Lesebegleitheftes aus dem Beltz-Verlag bearbeitet, aber auch im Lesetagebuch gearbeitet. Der Vorteil des Lesetagebuchs liegt insbesondere darin, dass hier jedes Kind recht individuell nach seinen Lernvoraussetzungen arbeiten kann. Dies setzt natürlich voraus, man sich einerseits darüber bewusst ist, auf welchem Lesekompetenzniveau sich die Schüler*innen befinden, und man andererseits auch Aufgabenstellungen anbietet, die diese Niveaustufen berücksichtigen.

Ich arbeite daher schon seit einigen Jahren mit einer kleinen Kartei aus inzwischen 25 Aufgaben, die ich jedoch je nach Anwendungsfall (deutlich) reduziert anbiete. Hierbei werden sowohl verschiedene Arbeitsformen, als auch verschiedene Anforderungsniveaus angeboten.

Dieses Lesetagebuch ist von den Aufgabenstellungen her recht allgemein gehalten, so dass es sich auf eine große Bandbreite narrativer Texte übertragen lässt. Allerdings erscheint es mir durchaus sinnvoll auch ganz bewusst solche Aufgaben anzubieten, die die spezifischen Elemente einer Textsorte in den Blick nehmen, auch weil diese Elemente eine große Rolle spielen, wenn Schüler eigene Kriminalgeschichten produzieren sollen. So können die Schüler*innen direkt am Modell erfahren, welche Möglichkeiten der Umsetzung textsortenspezifischer Merkmales es gibt.

Daher habe ich für die Arbeit mit den Krimis einige wenige Aufgabenstellungen erarbeitet und in einer separaten Datei in das Grundschullernportal gestellt. Hier dürfen sich die Kinder nun mit der Frage nach Verdächtigen und deren Motiven auseinandersetzen, Bilder von Tatorten und Beweismitteln anfertigen, den Kriminalfall in einem Zeitungsbericht aufarbeiten oder das Ermittlerteam genauer vorstellen.

Weitere Elemente und Gedanken zur Reihe rund um den Krimi folgen im Laufer der Woche.

 

Textentlastung

Am heutigen Morgen bekam ich einen kleinen Anstoß, mich noch einmal aktiv in das Grundschullernportal einzubringen. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass dort ein äußerst sinnvolles und gewinnbringendes „Lexikon“ für Grundschullehrer entstehen könnte, weswegen ich hin und wieder dort etwas eintrage.

Heute morgen nun entdeckte ich eine Sammlung mit Wissenstexten für Schüler, die mich daran erinnerte, dass ich doch mal irgendwo eine Liste mit Tipps zur Textentlastung hatte. Mit ein wenig Suchen habe ich sie dann auch wiedergefunden. Eigentlich sind viele der dort aufgeführten Tipps so simpel und einleuchtend, dass man sie intuitiv in Texten, die man für den Unterricht erstellt, umsetzen können sollte.

Den Text, den ich für das Lehrerportal geschrieben habe, kopiere ich auch einfach mal hier herein. Im Lehrerportal darf die Liste gerne ergänzt werden:

Weiterlesen

Leseförderung, nicht nur für Jungen

Mehr durch Zufall stieß ich gestern auf das Projekt „boys&books“. Dahinter verbirgt sich ein Projekt der Uni Köln, das sich die Leseförderung von Jungen zwischen 6 und 18 Jahren auf die Fahnen geschrieben hat. Kern des Angebots sind Buchvorstellungen von Büchern, die besonders Jungen ansprechen sollen. Kategorisiert sind die Buchvorstellungen nach Altersgruppen, allerdings ist auch eine Sortierung nach Genres möglich. Neben den Buchvorstellungen findet man aber auch aktuelle Forschungsergebnisse zur Leseförderung und einige (theoretische) Erläuterungen zur Leseförderung. Daher möchte ich die Seite an dieser Stelle auch besonders empfehlen: http://www.boysandbooks.de/home.html

Der zweite Hinweis zur Leseförderung bezieht sich auf ein kleines „Projekt“, welches ich im Rahmen des Grundschullernportals begonnen habe: Das Lese-Flüssigkeits-Training. Dahinter verbirgt sich ein (eigentlich recht unspektakuläres) Trainings- und Belohnungsprogramm, mit dem die Leseflüssigkeit gesteigert werden soll. Die Schüler können dabei anhand periodisch durchgeführter Tests ihren eigenen Lernfortschriftt dokumentieren und bekommen so eine relativ direkte Rückmeldung, ob sich die bisherigen Anstrengungen positiv auf die Leseflüssigkeit ausgewirkt haben. Zusätzlich erhalten die Kinder eine kleine Belohnung für die geleisteten Anstrengungen. Details zum Training findet man hier.

Das Training ist noch nicht ganz fertig. Es fehlen noch ein paar Sätze für die Tests 4-7. Wer mitarbeiten möchte, ist gerne willkommen!

Was Tests leisten können … und was nicht

Vor den Weihnachtsferien habe ich mit meiner Lerngruppe einen kleinen „Versuch“ gestartet. Ich wollte den Kindern die Notwendigkeit des täglichen Lesens verdeutlichen. Zwar lesen viele Kinder gerne und freiwillig, andere sind jedoch mit „Ich kann doch jetzt lesen“ zu früh zufrieden. Daher gab es vor den Ferien einen Leseplan, mit dem die Kinder jeden Tag 15 Minuten lesen sollten. Zu Beginn des Plans habe ich mit den Kindern den Stolperwörtertest (Stolle) durchgeführt. Hier liegen zwar nur Normtabellen für das jeweilige Schuljahresende vor, jedoch ging es mir weniger um die Einordnung in eine Skala. Vielmehr wollte ich den Kindern verdeutlichen, dass sich ihre Leseleistung durch regelmäßiges Training steigern lässt. Zwar wird ein langsamer Leser nicht innerhalb von 3 Woche zu einem schnellen Leser, jedoch wird er durch das Training sich auf seinem Niveau steigern können. Daher habe ich den Test nach den 3 Wochen erneut durchgeführt.

Das Ergebnis hat mich überrascht. Das Durchschnittsergebnis der Klasse hat sich um 25% verbessert, etwa 6 Sätze mehr schafften die Kinder im Schnitt nun. Hierbei muss man natürlich den Übungseffekt berücksichtigen: Die Kinder kannten das Format nun besser und die Sätze kamen ihnen bekannt vor. So haben sie natürlich die falschen Wörter nun schneller erkannt. Allerdings würde ich den Trainingseffekt nicht zu deutlich einschätzen, denn er trat nicht bei allen Kindern auf. Einige Kinder konnten sich weniger verbessern oder lagen mit der Leistung im zweiten Test sogar unter der Leistung des ersten Tests. Andere Kinder wiederum konnten ihre Leistung um 58% steigern. Unter Umständen wirkt sich der Trainingseffekt auch bei stärkeren Kindern deutlicher aus, da diese Sätze schon überfliegend lesen und sich dann erinnern können, während schwache Kinder ja trotzdem noch Wort für Wort bzw. Buchstabe für Buchstabe erlesen müssen, um sich dann zu erinnern.

Wie deutlich der Trainingseffekt auch sein mag, so zeigt dieser „Versuch“ doch auch, dass das Lesetraining durchaus einen Effekt hat. Insbesondere Kinder, von denen mir bekannt war, dass sie nur ungern täglich lesen, konnten sich deutlich steigern. In dieser Gruppe dann wiederum vor allem die Kinder, die ich vorher schon als starke Leser eingeschätzt hatte. Andererseits konnten sich Kinder, die schon vorher täglich lasen, nur geringfügig verbessern (Trainingseffekt??). Kinder, die das Training verweigert haben, konnten sich ebenfalls nicht oder nur kaum steigern.

Auch wenn dies natürlich keine Studie unter wissenschaftlichen Bedingungen war oder sein sollte, so zeigt es mir doch, wie leicht sich Ergebnisse eines (standardisierten) Testverfahrens verbessern lassen. Dies sollte man bei der Interpretation der Ergebnisse immer im Blick haben.

 

Fachliteratur Deutsch kostenlos beziehen

Heute habe ich zum ersten Mal der Homepage der Deutschen Gesellschaft für Lesen und Schreiben einen Besuch abgestattet. Diese berichtet zwar regelmäßig im Heft „deutsch differenziert“ von ihrem aktuellen Tun, jedoch habe ich dies bisher eher am Rande verfolgt. Was die DGLS so treibt, möchte ich kurz ziteren:

Die Deutsche Gesellschaft für Lesen und Schreiben (DGLS) ist eine Sektion der International Reading Association (IRA), die sich für die Förderung der Schrift- und Sprachkultur einsetzt. Der Erwerb der Schriftsprache, insbesondere unter erschwerten Bedingungen, ihr Gebrauch und ihre Funktion sind zentrale Arbeitsthemen. LehrerInnen, DidaktikerInnen, Literatur- und SprachwissenschaftlerInnen sowie PsychologInnen haben sich zusammengefunden, um Forschungsvorhaben auf dem Gebiet des Lesens und Schreibens anzuregen, internationale Kontakte zu fördern und Tagungen zu organisieren, die Einblicke in neuere wissenschaftliche Arbeiten und Entwicklungen in der Praxis geben. 

So, nun zum Tipp: Die DGLS veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Sammelschriften mit aktuellen Artikeln. Diese Bände kann man käuflich erwerben. Einige der älteren Bände (wobei diese allesamt aus diesem Jahrtausend sind) kann man aber kostenlos als PDF-Datei herunterladen. Derzeit sind es 5 Bände rund um die Themen „Lesen und Schreiben“. Für all die, die an aktueller und guten Fachartikeln interessiert sind, könnte es durchaus von Interesse sein. http://www.dgls.de/download/category/11-ganze-baende.html